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K 2010: Spritzgießen - Lebenswichtige Hochtechnologie und Innovationsmotor für die Medizintechnik Messe Düsseldorf, Pressereferat K 2010 Grenzenlos scheinen die Möglichkeiten der Spritzgießtechnologie zu sein. Jede noch so komplexe Geometrie eines Kunststoffartikels lässt sich mit den vielfältigen Spritzgieß-Verfahrensvarianten zaubern. Innovative Sonderverfahren wie Mehrkomponenten-, Dekor- und Inserttechnik, das Schaumspritzgießen, die Gas- und Wasserinjektion, Verfahrenskombinationen, Dünnwandtechnologie und zunehmend die Mikro- und Nanotechnologie sorgen dafür, dass die unterschiedlichsten Anforderungen der diversen Anwenderbranchen abgedeckt werden können. Spritzgegossene Kunststoffteile sind in jeder Lebenslage präsent: Ob als Gehäuse von Mobiltelefonen, Transportkasten für Getränke, Spielzeugfigur, Zahnrad für Verstellmechanismen, Stoßfänger am Auto, Trinkbecher, als CD oder DVD oder als Spritzenkörper in der Medizintechnik – Spritzgussteile begegnen uns allerorten und in allen Größenordnungen, von wenigen Mikrogramm bis mehreren Kilogramm Gewicht. Mehrere Bauteilkomponenten in einem einzigen Spritzgussteil zusammen fassen, möglichst viele Funktionen in ein Bauteil integrieren oder auch bislang mehrere Arbeitsschritte umfassende Fertigungsmethoden in einen Einstufen-Prozess umwandeln – diese Aspekte zählen zu den wesentlichen Innovationstreibern in der Spritzgussbranche.
![]() Diese Komponenten für einen atemzugsgesteuerten Trockenpulver-Inhalator fertigte der Systemlieferant Balda Medical GmbH & Co. KG aus POM- und PBT-Werkstoffen von Ticona für ac-Pharma (Foto: Ticona) Doch wer speziell in der Medizintechnik Fuß fassen will, muss nicht nur innovativ sein, qualitativ hochwertig und kosteneffizient produzieren, sondern muss zusätzlich die in dieser Branche geltenden Regularien beherrschen. Sicherheit auf ganzer Linie Der Qualitäts- und Dokumentationsstandard ist im Vergleich zu anderen Branchen herausragend. Die Fertigung gemäß GMP-Richtlinie (Good Manufacturing Practice) ist Pflicht. Eine permanente Überwachung und Einhaltung der Hygienevorschriften sowie die lückenlose Dokumentation sämtlicher Prozessdaten über Jahre hinweg sind Bestandteil dieses Reglements. Damit ist klar, dass ein Einstieg als Zulieferer in die Medizintechnik aufgrund der regulatorischen Maßnahmen nicht von heute auf morgen möglich ist. „Die hier herrschenden Regularien müssen in der gesamten Unternehmensorganisation beherrscht und gelebt werden. Gerade kleinere Firmen haben häufig das Handicap, sich diesen Aufwand nicht leisten zu können. Doch wer den Einstieg geschafft hat, ist dort relativ sicher, denn auch ein Lieferantenwechsel ist mit einem hohen regulatorischen Aufwand verbunden“, schildert Christoph Brand, Geschäftsführer der in Langendorf/Schweiz ansässigen Polymec AG, die Situation aus Sicht eines nach ISO 13485 zertifizierten Zulieferers. Dass die Produktentwicklung in engster Zusammenarbeit zwischen Medizintechnik- bzw. Pharmaunternehmen auf der einen und Zulieferer auf der anderen Seite erfolgen muss, versteht sich unter diesen Bedingungen von selbst. Das Agieren als Systemlieferant ist speziell auf diesem Markt von großem Vorteil: Von der Entwicklung und Herstellung der Spritzgießwerkzeuge, über die Spritzgießverarbeitung bis zur Montage, Verpackung und Prüfung der Medizintechnikartikel bieten zahlreiche Zulieferer einen Full-Service aus einer Hand. Sauberkeit vom Anfang bis zum Schluss ![]() Reinraumfertigung bei Rexam im Werk Neuenburg: Vollelektrische Spritzgießmaschinen arbeiten emissionsarm und präzise und sind daher besonders gut für eine Produktion im Reinraum geeignet (Foto: Krauss Maffei) So schätzt beispielsweise auch die Rexam Pharma GmbH die Vorteile elektrischer Spritzgießmaschinen in ihrem Werk Neuenburg. Das komplett auf die Herstellung von medizin- und pharmatechnischen Artikeln ausgerichtete Werk arbeitet mit einer fast dreistelligen Zahl an Spritzgießmaschinen im Reinraum. Darunter findet sich auch das vollelektrische Spritzgießmaschinenmodell EX der Krauss Maffei Technologies GmbH, München. Neben der Zuverlässigkeit und Sauberkeit der Anlagen würdigen die Verantwortlichen zudem die verglichen mit hydraulischen Maschinen präzisere und leichter anzupassende Prozessführung. Massenfertigung mit höchster Präzision ![]() Dieser Entnahmegreifer schafft es, innerhalb von 0,25 Sekunden in das Spritzgießwerkzeug einzuqueren, die Pipetten aus einem 32fach-Werkzeug aufzunehmen, eine Anwesenheitskontrolle durchzuführen und wieder auszuqueren (Foto: Hekuma) ![]() Mit hohen Kavitätenzahlen und bis ins Detail durchdacht: 128+128fach-Spritzgießwerkzeug für die Herstellung von Spritzen-Protektoren (Fotos: Schöttli) Hochpräzise, reinraumtauglich und zugleich wirtschaftlich müssen selbstverständlich auch die für die medizintechnische Massenfertigung eingesetzten Spritzgießwerkzeuge sein. Neben der Realisierung möglichst dünnwandiger Produkte zur Material- und Zykluszeiteinsparung sind hohe Kavitätenzahlen und ausgeklügelte Kühlsysteme gefragt. Etagenwerkzeuge mit bis zu 192 + 192 Kavitäten baut beispielsweise der Schweizer Formenbauer Schöttli AG aus Diessenhofen, der seine reinraumtauglichen Formen für medizintechnische Teile zu über 90 Prozent ins Ausland verkauft. Spritzgussteile im menschlichen Körper ![]() Blick in die Werkzeugkavität in Hochglanzpoliturqualität; das Herzklappen-Werkzeug wurde ohne Anguss- und Auswerfermarkierungen konzipiert (Foto: Köbelin) Mikrotechnik für Kleinstteile und –strukturen ![]() Miniaturisiertes Führungselement für Stents, die in der minimal-invasiven Chirurgie eingesetzt werden (Foto: BCR) ![]() Mikrostrukturen sind für mikrofluidische Produktlösungen in der Diagnostik von großem Interesse (Foto: Greiner Bio-One) ![]() Mittels Mikro-Metallpulverspritzguss gefertigtes Gehörknöchelchen aus biokompatiblem Titan (Foto: IFAM) Nicht nur diese Beispiele zeigen, dass die Spritzgießtechnologie im Gesundheitswesen eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Mit innovativen Produktentwicklungen hat sie sich einen großen Markt mit hohem Wachstumspotenzial erschlossen. Und nicht zuletzt aufgrund der im Gesundheitswesen vorherrschenden langfristigen Lieferverträge gewinnt die Medizintechnikbranche für viele Zulieferer zunehmend an Attraktivität. Als Weltleitmesse der Kunststoffindustrie wird die K 2010 – Kunststoff und Kautschuk – den neuesten Stand der Werkstoff-, Maschinen- und Werkzeugtechnik zur Produktion von medizinischen und medizintechnischen Kunststoffkomponenten zeigen. Die K 2010 findet vom 27. Oktober bis zum 3. November 2010 in Düsseldorf statt. Messe Düsseldorf GmbH Stockumer Kirchstrasse 61 Tel.: +49 (0) 211 4560-01 Internet: www.messe-duesseldorf.de |
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