| 20.11.2008 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Wegen eines massiven Nachfragerückgangs ergreift die BASF (www.basf.de) Maßnahmen, um entstehende Überkapazitäten zu vermeiden. Rund 80 Anlagen weltweit werden vorübergehend außer Betrieb genommen. Außerdem drosselt das Unternehmen die Produktion in gut 100 Anlagen. Für Polystyrol und Caprolactam wurde dies bereits angekündigt. Geplante Wartungsarbeiten von Anlagen werden vorgezogen. „Schon Ende Oktober haben wir auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld hingewiesen. Seitdem hat sich die Nachfrage unserer Kunden in wichtigen Märkten nochmals deutlich verschlechtert“, erklärte Dr. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF SE. „Besonders Kunden aus der Automobilindustrie haben bereits erteilte Aufträge kurzfristig storniert.“ Darüber hinaus belasten der verstärkte Vorratsabbau der Kunden und die ungenügende Verfügbarkeit von Krediten in Abnehmerindustrien den Absatz. Vorjahresergebnis wird nicht erreicht „Die BASF wird daher 2008 das sehr gute EBIT vor Sondereinflüssen des Vorjahres nicht erreichen. Die Entwicklung im nächsten Jahr ist schwer einschätzbar. Die BASF richtet sich auf harte Zeiten ein“, so Hambrecht weiter. Weltweit sind 20.000 Mitarbeiter von den Produktionsanpassungen betroffen. Wenn immer möglich, werden dabei flexible Arbeitszeitinstrumente eingesetzt. Im Stammwerk Ludwigshafen hat die BASF SE eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat geschlossen, nach der Produktionsanpassungen über die flexible Handhabung von Arbeitszeitinstrumenten wie Zeitguthaben und Urlaub aufgefangen werden sollen. Nach derzeitigem Stand der Planung werden davon in Ludwigshafen rund 5.000 Mitarbeiter betroffen sein. „Wir reagieren flexibel auf die Entwicklung der Märkte und handeln schnell“, erklärte Hambrecht weiter. „Die BASF wird jetzt noch stärker auf Kosten- und Ausgabendisziplin achten. Wir werden die Krise aber auch konsequent als Chance nutzen. Außerdem werden wir die geplante Akquisition und Integration von Ciba zügig vorantreiben, um unser Geschäft weiter zu optimieren.“ Die Produktionsanpassungen erfolgen vorwiegend in Betrieben, die für die Abnehmerbranchen Automobil, Bau und Textil produzieren. Davon betroffen sind unter anderem die Wertschöpfungsketten Ammoniak, Styrol und Polyamid, in denen Vorprodukte für technische Kunststoffe, Lacke und Fasern hergestellt werden. Die Abstellungen werden innerhalb des weltweiten Produktionsverbunds der BASF abgestimmt und betreffen unter anderem die sechs Verbundstandorte in Europa, Asien und Nordamerika. Die Maßnahmen wurden größtenteils bereits eingeleitet, für einzelne Anlagen ist eine verringerte Auslastung bis Januar 2009 geplant. Hält die Nachfrageschwäche an und sind alle anderen Mittel flexibler Arbeitszeitanpassung ausgeschöpft, kann das Unternehmen an einzelnen Standorten die Notwendigkeit von Kurzarbeit nicht ausschließen. Die BASF wird die Entwicklung der Märkte weiterhin genau verfolgen und ihre Produktion wenn erforderlich an die jeweils aktuelle Situation weiter anpassen. „Bei allem notwendigen Realismus sind wir für die Zukunft trotzdem zuversichtlich“, betonte Hambrecht. „Wir haben die BASF in den vergangenen Jahren krisenfester gemacht. In der jetzigen, schwierigen Situation zeigt sich die Stärke unseres besser balancierten Portfolios. Zudem sind wir solide finanziert und haben das beste Team an Bord, um die vor uns liegende Strecke erfolgreich zu meistern.“ |
BASF SE, Ludwigshafen
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