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Erschienen am 21.04.2017 um 11:08 Uhr Optionen:       

nova-Institut: 10. Biowerkstoff-Kongress – Sechs Kandidaten für den Innovationspreis „Bio-based Material of the Year 2017“ nominiert

10.-11. Mai April 2017, Köln

Zum zehnten Mal in Folge werden mit der Verleihung des Innovationspreises "Bio-based Material of the Year", die Leistungen junger, innovativer bio-basierter Unternehmen gewürdigt, die mit passenden Anwendungen Märkte für bio-basierte Produkte erschlossen haben.

Der Wettbewerb konzentriert sich auf bio-basierte Entwicklungen, die im Jahr 2016 ihre Markteinführung hatten oder in 2017 haben werden. Die Gewinner werden auf der „International Conference on Bio-based Materials“, 10.-11. Mai 2017 in Köln, gewählt (www.bio-based-conference.com).

Unter den in diesem Jahr insgesamt 18 Einreichungen hat der Beirat sechs bio-basierte Materialien und Produkte nominiert. Die Kandidaten stammen aus Belgien, Finnland, Deutschland und den USA. Im Rahmen einer zehnminütigen Präsentation wird jedes der nominierten Unternehmen seine Innovation vorstellen. Die drei Hauptgewinner werden von den Konferenzteilnehmern gewählt und während des am Abend des 10. Mai stattfindenden Galadinners mit einem von der InfraServ GmbH Knapsack gesponserten Preis gekürt.

Es werden zu der Veranstaltung 250 Teilnehmer und 20 Aussteller erwartet. Das vollständige Programm findet sich unter www.bio-based-conference.com/programme.

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Die „Top 6“ Kandidaten sind:

  • Bio-Lutions (DE): BIO-LUTIONS Fasern (Veredlung landwirtschaftlicher Reststoffe)
    Mit seinem innovativen mechanischen Prozess produziert Bio-Lutions leistungsfähige, ökologisch nachhaltige Verpackungen und abbaubares Tischgeschirr, hergestellt aus landwirtschaftlichen Reststoffen. Dabei kann vollständig auf die aufwändigen chemischen und energiezehrenden Prozesse der Celluloseherstellung verzichtet werden. Die Endprodukte können entweder unter normalen Bedingungen kompostiert, zur Biogasproduktion verwendet, recycelt oder aber auch nahezu CO2 neutral verbrannt werden. Regionale Materialien, regionale Produktion und regionale Märkte – Dezentralisierung ist hier der Schlüssel.

  • Cooper Tire (US): Guayule Naturgummi für Anwendungen in Autoreifen (Guayule Polymer - Polyisoprene)
    Guayule ist eine Staude, die im Südwesten der USA wächst. Die Pflanze gilt als vielversprechende Quelle für Gummi zur Verwendung in der Reifenindustrie – und eine mögliche Alternative zum Gummibaum (Hevea), der in Zukunft knapp werden und somit Preisschwankungen unterworfen sein wird. In diesem Jahr haben Cooper Tire in Kooperation mit einem Konsortium von Partnern eine fünfjährige Studie zu Biomaterialien abgeschlossen. Die Studie diente der Bewertung, inwieweit Guayule-Gummi in modernen Personenkraftwagen eingesetzt werden kann. Eines der Ergebnisse ist ein Reifen, in dem erstmals überhaupt natürliches und synthetisches Gummi durch Guayule ersetzt wurde.

  • Hexpol (BE/SE): „Dryflex“ Green (bio-basiertes thermoplastisches Elastomer)
    „Dryflex“ Green zählt zur Familie der bio-basierten thermoplastischen Elastomere (TPE). Diese öffnen bisher für Thermoplasten nicht erreichbare Märkte, indem sie eine breitere Palette an Härtegraden, darunter auch weichere Härtegrade, abdecken, während sie gleichzeitig hohe Anteile erneuerbarer Komponenten von teilweise über 90 Prozent erreichen sollen. Hexpol hat zudem unter Verwendung organischer Füllstoffe von Pflanzen und Bäumen Verbundwerkstoffe entwickelt und sich durch besondere organische Erscheinung bzw. Haptik auszeichnen. Dryflex Green TPEs können flexibel an Kundenwünsche angepasst werden, mit Härtegraden, die gezielt Anwendungsprofilen entgegenkommen. Damit eröffnen sie insbesondere Herstellern von Haushaltswaren, Sportgeräten, Spielzeugen und Verpackungen neue, nachhaltige Optionen.

  • „Paptic“ (FI):: „Paptic“ – die neue Papier-Generation (erneuerbar, recycelbar, wiederverwertbar)
    „Paptic“ ersetzt auf Öl basierende Kunststoffe durch bio-basierte, recycelbare und wiederverwertbare „Paptic“ Materialien. „Paptic“ verwendet Holzfasern zur Herstellung eines Biokunststoff-Verbundpapiers, das die jeweiligen Vorteile von Papier, Kunststoff und Textilien vereinigt. Die erste „Paptic“ Anwendung sind Tragetaschen, ausgerichtet auf das Ziel der EU, die Verwendung von Kunststofftüten bis zum Jahr 2019 um 55 Prozent zu reduzieren. „Paptic“ Tragetaschen wurden 2016 am Markt eingeführt. Die patentierte „Paptic“ Technologie basiert auf einer Schaumform-Technologie, die 30 Prozent weniger Energie benötigen und die Herstellung von bis zu 50 Prozent leichteren Produkten erlauben soll als in der traditionellen Papierherstellung.

  • Patagonia (US):Yulex R3 Taucheranzug (85% Naturkautschuk/15% synthetischer Kautschuk im Polymeranteil, recyceltes Polyester anteilig im Futter)
    Taucheranzüge wurden seit jeher aus Neopren (Polychloropren) hergestellt, weshalb sich der Name Neoprenanzug eingebürgert hat. Dieses Material ist nicht erneuerbar und beruht auf einem energieintensiven Herstellungsprozess. Seit acht Jahren ist Patagonia in der Pionierforschung an natürlichen Gummimischungen tätig und teilt die Ergebnisse der Forschung und Entwicklung mit der Industrie zur Herstellung von Taucher- und Neoprenanzügen, mit dem Ziel, einen Schritt in Richtung nachhaltiger Materialien zu tun. Im Jahr 2016 präsentierte Patagonia den weltweit ersten Neopren-freien Taucheranzug, bei dessen Herstellung der CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventionellem Neopren um 80 Prozent reduziert werden konnte. Yulex Corp hat den Weg für das neue pflanzenbasierte Material auf Basis von FSC-zertifiziertem Kautschuk bereitet. Innerhalb der Produktion wird auf Regenwasser- und Brauchwasserrecycling gesetzt.

  • Phytowelt GreenTechnologies (DE): Himbeer-Aroma ((R)-alpha-Jonon)
    (R)-alpha-Jonon ist der Hauptbestandteil des Himbeer-Aromas. Bei der chemischen Synthese entsteht aber nicht nur (R)-alpha-Jonon, sondern auch (S)-alpha-Jonon. Letzteres, riecht holzig-modrig und verschlechtert dadurch das vom (R)-alpha-Jonon verursachte Himbeer-Aroma. Es ist jedoch aufwändig die beiden Moleküle voneinander zu trennen. Dank des von Phytowelt patentierten Prozesses kann nun nur die gewünschte R-Form hergestellt werden. Durch die biotechnologische Herstellung ist das Himbeeraroma natürlich, rein und duftet intensiv. Dieser Himbeerduftstoff gilt als der erste natürliche Duftstoff auf dem Markt, der in großer Menge und in konkurrenzfähig in hoher Qualität produziert werden kann und verspricht dementsprechend einen hohen Wettbewerbsvorteil.

nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH, Hürth

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