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Erschienen am 13.07.2017 um 09:13 Uhr Optionen:       

Gerresheimer: Verhaltenes zweites Quartal - Erholung im zweiten Halbjahr erwartet

Die Gerresheimer AG sieht nach einem verhaltenen zweiten Quartal eine Erholung des Umsatzes im zweiten Halbjahr. "Im zweiten Quartal ist der Umsatz wie erwartet leicht zurückgegangen. Wir gehen davon aus, dass unser Geschäft insbesondere im vierten Quartal wieder deutlich anziehen wird", sagte Uwe Röhrhoff, Vorstandsvorsitzender der Gerresheimer AG.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017 (1. März 2017 bis 31. Mai 2017) hat Gerresheimer einen Umsatz von EUR 339,5 Mio. erzielt und lag damit um 2,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals von EUR 347,3 Mio. Organisch, d.h. bereinigt um Währungseffekte und um Akquisitionen und Desinvestitionen, sank der Umsatz um 3,7 Prozent. Es gab erwartungsgemäß eine geringere Nachfrage nach medizinischen Kunststoffsystemen bei einigen Pharmakunden, bei denen Gerresheimer Alleinlieferant ist. Zusätzlich verstärkt wurde dieser Effekt durch einige Verschiebungen von Kundenaufträgen im Inhalatorgeschäft vom ersten in das zweite Halbjahr. Daneben wurden im zweiten Quartal weniger Umsätze mit Entwicklungsleistungen und Werkzeugen für medizinische Kunststoffsysteme als im Vorjahresquartal gemacht. Temporäre Schwankungen im Jahresverlauf gelten als üblich und im Wesentlichen durch die Abrechnung von größeren Kundenprojekten bedingt. Das Geschäft mit Kunststoffverpackungen für feste und flüssige Medikamente hat sich hingegen positiv entwickelt. Der Umsatz mit Primärverpackungen aus Glas lag im zweiten Quartal annähernd auf Vorjahresniveau. Rückläufig waren dort die Umsätze in Nordamerika, wo die derzeitige Unsicherheit zur Zurückhaltung bei Bestellungen einiger Pharmakunden geführt hat. Außerhalb Nordamerikas stieg der Umsatz mit Primärverpackungen aus Glas wie erwartet leicht an.

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Als Konsequenz aus der Umsatzentwicklung ist das operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) von EUR 80,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 75,8 Mio. im zweiten Quartal 2017 gesunken. Währungsbereinigt betrug das Adjusted EBITDA ebenfalls EUR 75,8 Mio. Die Adjusted EBITDA-Marge im zweiten Quartal lag mit 22,3 Prozent unter der Marge der vergleichbaren Vorjahresperiode von 23,2 Prozent. Hierbei war die Marge im Bereich Plastics & Devices trotz deutlich geringerem Umsatz mit 27 Prozent exakt auf dem Vorjahresniveau. Im Bereich der Primärverpackungen aus Glas sank die Marge auf 20,4 Prozent, 2,3 Prozentpunkte niedriger als die hohe Marge ein Jahr zuvor, was auf die gesteuerte geringere Auslastung der Produktionskapazitäten aufgrund des geringeren Umsatzes in den USA zurückzuführen ist. Im zweiten Quartal wies Gerresheimer ein Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft von EUR 25,1 Mio. aus, im Vergleich zu EUR 28,9 Mio. ein Jahr zuvor. Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft nach nicht beherrschenden Anteilen betrug EUR 30,4 Mio., nach EUR 34,2 Mio. im Vorjahresquartal. Als Konsequenz ergibt sich damit das bereinigte Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft je Aktie nach Ergebnisanteilen von nicht beherrschenden Anteilen von EUR 0,97 im zweiten Quartal 2017, nach EUR 1,08 im Vorjahr.

Im ersten Halbjahr 2017 investierte Gerresheimer EUR 35,4 Mio. nach EUR 35,0 Mio. im Vorjahreshalbjahr. Schwerpunkte der Investitionen waren zusätzliche Produktionskapazitäten für Kunststoffverpackungen in den USA, eine Ofenreparatur im belgischen Kosmetikglaswerk sowie neue Fläschchen- und Karpulenmaschinen im Rahmen der weltweiten Standardisierung.

Der Verschuldungsgrad (Adjusted EBITDA-Leverage), gemessen als Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA, betrug zum 31. Mai 2017 2,7. Der Anstieg gegenüber dem Jahresende 2016 resultierte - wie jedes Jahr zu dieser Zeit - insbesondere aus der Zahlung der Dividende und der Zahlung der Zinsen der Schuldverschreibung.

Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2017 geht Gerresheimer von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen. Dabei hat das Unternehmen für den US-Dollar, der mit einem Anteil von rund einem Drittel am Konzernumsatz in 2017 den größten Währungseinfluss auf die Konzernwährung haben dürfte, eine Wechselkursannahme von rund USD 1,10 je EUR 1,00 zugrunde gelegt.

Auf Basis der aktuellen Visibilität sowie der nachfrageseitigen Indikation der Kunden erwartet Gerresheimer, wie bereits kommuniziert, das untere Ende der Umsatzbandbreite (Bandbreite: EUR 1,405 Mrd. bis EUR 1,455 Mrd.). Das Unternehmen präzisiert folglich seine Umsatzerwartung für das Geschäftsjahr 2017 auf rund EUR 1,4 Mrd. nach Umsatzerlösen von EUR 1.375,5 Mio. im Geschäftsjahr 2016. Für das Adjusted EBITDA bestätigt Gerresheimer die bisherige Erwartung eines Anstiegs auf rund EUR 320 Mio. nach EUR 308 Mio. in 2016 (bisher: EUR 320 Mio. plus/minus EUR 10 Mio.). Hier kann das Unternehmen durch die vorgenommenen Veränderungen in den Kostenstrukturen in den Vorjahren auf temporär verändertes Verhalten der Kunden reagieren. Des Weiteren konkretisiert das Unternehmen die Erwartung für das bereinigte Ergebnis je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen auf einen Wert in Höhe von rund EUR 4,25 (bisher: Bandbreite von EUR 4,20 je Aktie bis EUR 4,55 je Aktie) nach einem um den aufgegebenen Geschäftsbereich Life Science Research bereinigten Vorjahreswert von EUR 4,07 je Aktie.

Unverändert erwartet das Unternehmen, dass das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2017 im Wesentlichen aufgrund der guten langfristigen Wachstumsperspektiven sowie infolge der Initiativen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung voraussichtlich rund 8 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen wird.

Weitere Informationen: www.gerresheimer.com

Gerresheimer AG, Düsseldorf

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