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Erschienen am 26.10.2017 um 06:02 Uhr Optionen:       

MAS: Recycling-Pionier Helmuth Schulz verstorben

Ing. Helmuth Schulz († 14. Oktober 2017)
Ing. Helmuth Schulz († 14. Oktober 2017)
Helmuth Schulz ist am 14. Oktober 2017 nach längerer Krankheit, aber doch überraschend, im 72igsten Lebensjahr verstorben. Der österreichische Kunststoff-Maschinenbau verliert damit einen seiner schöpferischen Pioniere. Mehr als 60 Patente und die drei Maschinenbauunternehmen Erema, Ekuma sowie MAS–Maschinen- und Anlagenbau Schulz sind mit seinem Namen verbunden.

Wie bei vielen der österreichischen Kunststoff-Pioniere, begann seine Berufslaufbahn weit abseits des Kunststoffs. Der geborene Wiener begann als Mechaniker-Lehrling beim Lokomotivenbauer Simmerring-Graz-Pauker in Wien-Floridsdorf. Bald konnte er aufgrund von guten technischen Vorschlägen und Lösungen die Aufmerksamkeit seiner Vorgesetzten auf sich ziehen und wurde rasch zum technischen Zeichner befördert. Parallel dazu entschloss er sich, im Abendstudium die Maschinenbau-Ausbildung am TGM-Wien nachzuholen.

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Mit der Kunststofftechnik kam er erstmals in Kontakt, als er im Jahr 1969 dem Ruf seines damaligen Vorgesetzten folgte, mit ihm zum Wiener Extruderbauer APM (Anger Plastic Maschinen OHG von Wilhelm Anger) zu wechseln. So begann er im Alter von 23 Jahren Schnecken und Extrudergetriebe auszulegen und fiel dabei mit seiner technischen Kreativität auf. Zum Konstruktionsgruppenleiter avanciert, konstruierte er mit dem Doppelschneckenextruder A2-80 einen der großen Verkaufserfolge der APM, die später von Cincinnati Milacron übernommen wurde.

1971 wechselte Helmuth Schulz zur Wiener Dependance des Münchner Krauss-Maffei Kunststoffmaschinenbaus, die sich auf Doppelschnecken-Extruder konzentrierte. In diese Zeit fielen seine Beiträge zur Konstruktion des „3-Wellengetriebes mit Tandemritzseln“, mit dem die Drehmomentübertragung auf die Schnecken wesentlich erhöht werden konnte.

Als 1974 die Krauss-Maffei Extrusionstechnik im damals neu errichteten Entwicklungszentrum in Linz/Asten zusammengefasst wurde, ging Helmut Schulz mit und kam dort erstmals mit Recycling in Kontakt. Dieser Maschinenbereich war als Folge der damaligen Ölkrise in Form von Zerklomaten (=Agglomerierer) ins Programm aufgenommen worden. In diesem Unternehmensbereich, den Helmuth Schulz ab 1977 leitete, wurde erstmals auch die Idee entwickelt, einen Agglomerierer und einen Extruder zu kombinieren, die später als Erema-System bekannt wurde.

Mit der Zurückverlegung der Krauss-Maffei-Austria in die Münchner Zentrale im Jahr 1980 wechselte Schulz als technischer Leiter zur Linzer ÖSWAG (Österreichische Schiffswerften AG) in deren neu eingerichteten Kunststoffmaschinenbau. Dorthin nahm er die Idee der Schneidverdichter-Extruder-Kombination mit, entwickelte sie weiter und meldete den „Retruder“ zusammen mit Helmut Bacher zum Patent an. Ende 1980 war die erste Anlage funktionsfähig, der in den zwei Folgejahren weitere 30 Maschinen folgten.

1983 gründete Ing. Schulz mit den Kollegen Helmut Bacher und Georg Wendelin das Unternehmen Erema, mit dem Ziel, Recyclingmaschinen zu bauen. In mehreren Schritten wurde das Recycling-System um Peripheriekomponenten erweitert, z.B. um Rückspül-Siebwechsler für die Kunststoff-Schmelze oder die Heißabschlag-Granulierung mit patentierter Wassereinspritzung, bzw. die Kombination aus Entgasung und Filtrierung, um nur einige zu nennen.

Nach 23 Jahren entschied Helmuth Schulz im Zuge des Generationswechsels aus „seinem“ Unternehmen auszuscheiden und im Alter von 60 Jahren nochmals ein eigenes Unternehmen zu gründen. Seine Absicht war, in der „MAS-Maschinen- und Anlagenbau Schulz GmbH“ innovative Konzepte für die Extrusion zu verwirklichen, insbesondere den von ihm entwickelten und patentierten konischen, gleichläufigen Doppelschneckenextruder. Das Unternehmen wird von seiner Tochter Katharina Schulz und dem bisherigen Führungsteam weitergeführt.

Das Eigentum an den Unternehmen EKUMA und MAS-Maschinen- und Anlagenbau Schulz GmbH geht zu 100 Prozent an seine Tochter, Katharina Schulz, über. Die beiden Unternehmen werden auf Wunsch von Helmuth Schulz operativ vom bereits etablierten Managementteam weitergeführt.

Weitere Informationen: www.mas-austria.com

MAS–Maschinen- und Anlagenbau Schulz GmbH, Pucking, Österreich

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