Preisnotierungen von Kunststoffen an der London Metal Exchange (LME)

Hier finden Sie einige grundlegende Begriffserklärungen und Erläuterungen zur LME und zum
Handel mit Futures. Weitergehende Informationen und Details entnehmen Sie bitte der FAQ
(auf Englisch) der LME.

  Was ist die LME?

  Was sind Futures?

  Was bedeutet Hedging?

  Welche Spezifikationen gelten für die gehandelten Kunststoff-Typen?

  Wo finde ich weitere Informationen?



Was ist die LME?

Während in ihrer großen Schwester, der Londoner Börse, überwiegend Aktien gehandelt werden, beinhaltet die Londoner Metallbörse (Englisch: London Metal Exchange, auch LME genannt), den Markt für Kassageschäfte und Termingeschäfte in unedlen und sonstigen Metallen, sowie seit einigen Jahren auch die Kunststoffe PP und PE-LLD. Damit gehört sie, neben den Metallbörsen in Singapur (SIMEX) und New York (COMEX an der New York Mercantile Exchange), zu den weltgrößten Metallhandelsplätzen. Die Börse ermittelt täglich weltweite Referenz- bzw. Kassakurse für Metalle und Kunststoffe, bietet Hedgegeschäfte an und ermöglicht auch die mit dem Handel verbundenen, physischen Lagerungen.

Geschichte der LME
Die verantwortliche Börsenhandelsgesellschaft London Metal Market and Exchange Company wurde im Jahr 1877 gegründet. Allerdings gibt es Wurzeln zurück in das Jahr 1571 und zur Eröffnung der Royal Exchange.

Wurde zuerst nur Kupfer gehandelt, so kamen bald Blei und Zink in den Handel, auch wenn diese erst seit 1920 offiziell gehandelt werden. Während des zweiten Weltkriegs und bis 1952 war die LME geschlossen. Der Handel wurde darauf hin erweitert auf Aluminium (1978), Nickel (1979) und Aluminium-Legierungen (1992). Weitere unedle Metalle werden durch die LME seit 2000 gehandelt. Seit 2005 können an der LME auch die Kunststoffe PP und PE-LLD gehandelt werden. Das gesamte Handelsvolumen wird auf ca. 2.000 Milliarden $ jährlich geschätzt.

Börsenhandel an der LME
Es gibt zwar einen durchgängigen Handel durch das sog. London Clearing House, aber ein guter Teil des Handels wird nach wie vor durch Ausrufen bzw. Präsenzhandel durch Makler in einem offenen Ring durchgeführt. Es gibt zwei Handelsrunden, eine morgens, eine nachmittags. Jede der acht Metallgruppen wird in zwei Blöcken mit einem jeweiligen fünfminütigen Aufruf gehandelt (die Sitzungen dauern von 11:40 Uhr bis 13:15 Uhr und von 15:10 Uhr bis 16:35 Uhr, jeder Block enthält eine 10minütige Pause). Der zweite Handelsblock am Morgen liefert die Basis für die Bestimmung des täglichen offiziellen Metallhandelskurses. Nach den offiziellen Handelsblöcken stehen noch fünfzehn Minuten für den Handel im Freiverkehr (Termingeschäfte, Optionen, TAPOs (Traded Average Price Options, eine spezielle Asiatische Option)) zur Verfügung.

Lediglich elf Maklergesellschaften haben eine exklusive Zulassung, in diesem Ring zu handeln. Sie gelten als Mittler oder Broker für ca. 100 weitere Gesellschaften, die indirekt an der LME handeln, in Deutschland gehören zu letzteren zum Beispiel die Wieland-Werke in Ulm.

Handel mit Kunststoffen an der LME
In den ersten beiden Jahren seit dem Start der Future-Contracts für PP und PE-LLD Ende Mai 2005 wurden an der LME nach eigenen Angaben bereits knapp 850.000 Tonnen PP und rund 711.000 Tonnen PE-LLD gehandelt bzw. "kontraktiert" (Stand Juni 2008). Im Juni 2007 wurden die globalen Futures um regionalspezifische Kontrakte für die Märkte in Europa, Asien und Nord-Amerika ergänzt, die die dortigen Marktbedingungen genauer abbilden sollen. Für die Futures dieser Teilmärkte gelten auch etwas unterschiedliche, regionaltypische Produkt- Spezifikationen der PP- bzw. PE-LLD-Typen.
Im April 2008 wurden an den plastics-futures umfangreiche Veränderungen vorgenommen, die diese an das erfolgreiche Modell für die Kontrakte der Nichteisen-Metalle anpassen. Damit soll u.A. die Teilnahme an dem Handel vereinfacht und erleichtert werden.

Quellen: wikipedia.de und lme.com

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Was sind Futures?

Ein Future ist ein verbindlicher Börsenvertrag (Kontrakt) zwischen zwei Parteien (im Gegensatz zu halbseitig verpflichtenden Verträgen bei Optionen), eine Art von börsengehandelten Termingeschäften.

- Lieferung (für den Verkäufer) bzw. Abnahme (für den Käufer)
- eines genau bestimmten Vertragsgegenstandes (Basiswert)
- in einer bestimmten Menge (Kontraktgröße) und Qualität
- zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und
- zu einem konkreten, bereits bei Vertragsabschluss festgelegten Preis.

Dies ermöglicht einen transparenten Handel, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang.

Für den Abschluss eines Futures fallen keine Kosten in Form von Prämien an. Sowohl Käufer wie Verkäufer tragen gleiche Rechte und Pflichten. Somit ist es nicht nötig, einen Ausgleich zwischen den Vertragsparteien zu schaffen. Dies steht im Gegensatz zu Optionen.

Sehr wohl müssen beide Vertragspartner aber eine Vorschusszahlung leisten. Sie dient als Sicherheitsleistung, und wird auch „Einschusszahlung“, „Sicherheitsleistung“ oder „Initial Margin“ genannt. Sie beträgt nur einen Bruchteil des Kontraktwertes – z. B. fünf Prozent des Kontraktwertes oder auch einen fixen Betrag – und kann je nach vorherrschender Volatilität nach oben oder unten korrigiert werden. Der Betrag wird in Form von Bargeld oder der Hinterlegung erstklassiger Staatsanleihen vor der Ausführung eines Auftrags auf ein Margin-Konto eingezahlt.

Geschichte
Der in der Landwirtschaft entwickelte Future hat seine Wurzeln im Versicherungsgedanken. In historischen Vorformen lässt sich das zugrunde liegende Prinzip bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen (Reisbörse von Osaka). Es geht dabei immer darum, eine festgelegte Menge einer bestimmten Ware in bestimmter Qualität zu einem festgesetzten Preis an einem vorher bestimmten Datum zu kaufen bzw. zu verkaufen.

Beispiel
Ein US-Bauer im Jahr 1830 könnte also einem Müller bereits im Februar des Jahres 27 Tonnen Sommer-Weizen zum Preis von 1900 Dollar verkauft haben, wobei Liefer- und Zahlungstermin mit dem 2. Juli festgelegt wurden. Der Vorteil für den Bauer war die Sicherheit, bereits bei der Ernte einen sicheren Abnehmer zu einem fixen Preis zu haben. Die Mühle sicherte sich dagegen mit dem Geschäft gegen steigende Preise ab, wie sie etwa durch Missernten oder Hagelschläge entstehen.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts begannen Käufer und Verkäufer, über solche Geschäfte formale Verträge (Kontrakte) abzuschließen, die auch als Kreditversicherungen gegenüber Banken dienten. Der Startschuss für den organisierten Handel mit Futures-Kontrakten fiel 1848 mit der Gründung der ersten Warenterminbörse in Chicago, der Chicago Board of Trade (CBOT).

Wert & Preis
Der Kurs eines Futures unterliegt der freien Preisbildung aus Angebot und Nachfrage an der Terminbörse. Er bewegt sich im Allgemeinen synchron zum tagesaktuellen Preis auf dem Kassamarkt des Underlying-Kurses (z.B. DAX-Index, EUR-USD, Kunststoffe, Orangensaftkonzentrat etc.). Abweichungen und divergente Entwicklung zwischen Kassamarkt und Future ermöglichen Arbitragegeschäfte, also Geschäfte mit weitgehend risikolosem Gewinn. Deshalb können Future-Preis und Kassapreis sich nicht weit auseinander entwickeln.

Dass der Future-Preis dennoch in der Regel vom Preis desselben Basiswertes abweicht, ist dazu kein Widerspruch: Denn der "wahre Wert" eines Future-Kontraktes folgt zwar - in den meisten Fällen - dem Tages-Kassapreis, aber je nachdem wie weit der Erfüllungszeitpunkt noch in der Zukunft liegt, nach oben verschoben. Ein September-Future 2008 auf einen beliebigen Basiswert (insbesondere eines Rohstoffs) wird am 1. Juli 2008 also mehr kosten als der Juli-Future 2008, dessen Erfüllungstermin kurz bevorsteht. Der Grund: Irgendjemand muss dafür sorgen, dass die Ware (der Wert) auch tatsächlich bis zum Erfüllungstermin bereit gehalten wird.

Ein Soft-Commodity, wie Orangensaft-Konzentrat etwa, muss jemand lagern, rechtzeitig speditieren und entsprechend kühlen. Das kostet Geld. Diese Kosten werden als Bestandhaltungskosten bezeichnet. Der Wert eines Future wird deshalb im allgemeinen so berechnet:

Wert (Terminpreis) = Kassapreis (jetziger Preis, Spot Price) + Bestandhaltungskosten (Cost of Carry)

Im Beispiel beträgt der Terminpreis (Termin in einem Jahr) 400 € plus 25 € gleich 425 €.
Weil diese Bestandhaltungskosten über die gesamte Laufzeit "abgeschrieben" werden (also abnehmen, je näher der Erfüllungstermin kommt), nähert sich der Wert in Richtung Laufzeitende immer mehr an den Kassapreis an und fällt zum Erfüllungstermin mit diesem zusammen.

Standardisierung
Jeder Future-Kontrakt ist so eindeutig definiert, dass ein Marktteilnehmer sicher sein kann, gleich wie jeder andere behandelt zu werden.

Ein Kontrakt "Frozen Concentrated Orange Juice" (Gefrorenes Orangensaft-Konzentrat) der Klasse A (FCOJ-A) an der Warenterminbörse NYBOT (New York Board of Trade) ist zum Beispiel wie folgt definiert:
- Liefermenge: 15.000 lbs (ca. 6,8 metrische Tonnen)
- Qualität: gefrorenes Konzentrat von Orangen aus Florida oder Brasilien
- Preisangabe: in US-Cent
- Minimum-Preisveränderung je lbs: 5/100 Cent (7,5 US$/Kontrakt)

Preisangaben der Terminbörsen erfolgen immer in Bezug auf die Maßeinheit - im obigen Beispiel also pro lbs. (US-Pfund).

Handel & Bedeutung
Futures wurden somit ursprünglich als Absicherung (Hedging) gegen den Eintritt unerwünschter Preisentwicklungen eingesetzt. In diesem Zusammenhang nutzen "Hedger" Futures, um makroökonomische Risiken gegen eine angemessene Renditeerwartung an die Spekulanten abzugeben.

In den modernen Futures-Märkten werden inzwischen weniger als 3 % der Kontrakte durch Realtausch (= Verkauf & Kauf von realer Ware) erfüllt, bei der LME sind es nach eigenen Angaben nur ca. 2%. Der überwiegende Teil wird durch ein Gegengeschäft vor dem Fälligkeitszeitpunkt "glattgestellt". Der Inhaber einer Short-Position (Verkäufer) erwirbt also eine Long-Position und umgekehrt. Die Differenz zwischen den Preisen der beiden Kontrakte ergibt einen Spekulationsgewinn oder -verlust.

Quellen: wikipedia.de und lme.com

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Was bedeutet Hedging?

Der Begriff Kurssicherung oder Hedgegeschäft (kurz Hedging; von engl. to hedge "absichern") bezeichnet ein Finanzgeschäft zur Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie beispielsweise Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen. Die Person oder Unternehmung, die eine Transaktion hedgen möchte (auch Hedger genannt), geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit der zugrunde liegenden Transaktion gekoppelt ist. Dies findet gewöhnlich in der Form eines Termingeschäfts statt. Ein perfekter Hedge eliminiert jegliches Risiko, ist aber in der Praxis fast unmöglich.

Merkmale von Hedgegeschäften
Dem Hedgegeschäft liegt die Absicht zugrunde, einen gegenwärtig als annehmbar empfundenen Preis wie etwa den Börsenkurs eines Wertpapiers, den Wechselkurs einer Währung oder einen Rohstoffpreis für die Zukunft festzulegen.

Hedgegeschäfte lassen sich grundsätzlich sowohl mit börsengehandelten Instrumenten wie Futures und Optionen (oft als portfolio insurance bezeichnet) als auch außerbörslich in so genannten over-the-counter Märkten mittels nichtstandardisierter Derivate einrichten.

Der Erfolg des Kurssicherungsgeschäftes beruht auf einer preisausgleichenden Wirkung der Kursschwankungen des Grundgeschäftes durch ein entgegengerichtetes Engagement im Terminmarkt. Stimmen Kursrichtung und das Ausmaß der Kursänderungen in Spot- bzw. Kassamarkt und Terminmarkt vollständig überein, so lässt durch die Einnahme einer Gegenposition im Terminmarkt die Ungewissheit über die zukünftige Kursentwicklung des Grundgeschäftes vollständig beseitigen. Durch eine Parallelbewegung der Terminkurse zu den Spot- bzw. Kassakursen eines Marktgegenstandes gleichen sich Kursgewinne und Kursverluste mithin idealerweise vollständig aus.

Beispiel
Ein europäisches Unternehmen verkauft Produkte in die Vereinigten Staaten. Es schließt heute einen Vertrag und muss Ende des Jahres 10.000 Bleistifte zum Preis von einem Dollar pro Stift liefern. Im Augenblick erhält man pro Dollar einen Euro. Der Verkäufer der Stifte bekommt nach heutigem Wechselkurs also 10.000 €. Liegt der Wechselkurs am Ende des Jahres bei 0,9 € (1,1 €) pro Dollar, erhält der Verkäufer umgerechnet 9.000 € (11.000 €). Diese 1.000 € Verlust / (Gewinn) stammen aus Wechselkursschwankungen und haben mit dem eigentlichen Geschäft nichts zu tun.

Um sich gegen diese Schwankungen abzusichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein einfaches Beispiel mit sicherem Wechselkurs:

Das Unternehmen kann heute schon einen fixen Wechselkurs erhalten und daher mit Sicherheit einen bestimmten Betrag erlösen.
Mit Hilfe von Futures kann das Unternehmen heute schon die 10.000 $, die es am Ende des Jahres erhält, zu einem bestimmten Kurs verkaufen. Dies nennt man Leerverkauf oder short gehen. Der Kurs dieses Futures für Dollar am Jahresende ist beispielsweise 0,99 € pro US-Dollar. Indem die Unternehmung eine entsprechende Anzahl von Kontrakten verkauft, bekommt sie aus dem Geschäft mit Sicherheit 9.900 €.

Wie das Beispiel verdeutlicht, besteht so die Möglichkeit, aus unsicheren zukünftigen 10.000 € sichere heutige 9.900 € zu machen.

Linktipp über Hedging mit Futures: http://www.deifin.de/fuhedge.htm

Quellen: wikipedia.de und lme.com

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Welche Spezifikationen gelten für die gehandelten Kunststoff-Typen?

Um für den Handel an der LME ein eindeutige Vergleichbarkeit der Güter zu garantieren, die den Kontrakten zugrunde liegen, hat die LME für alle gehandelten Materialien eindeutige Standards definiert. Dies stellt sicher, dass jeder Handel gleich abläuft und alle Marktteilnehmer gleich behandelt werden. Sowohl für das "LME-PP" und das "LME-PE-LLD" gibt es eindeutige technische Typ-Spezifikationen. Entsprechend den echten regionalen Marktgegebenheiten gibt es für die regionalen (Europa, Nordamerika und Asien) Kontrakte auch eigene, marktübliche Spezifikationen.

  Polypropylen: Spezifikationen für alle PP-Typen (global und regionale)

  Polyethylen: Spezifikationen für alle PE-LLD-Typen (global und regionale)

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Wo finde ich weitere Informationen?

Auf den Seiten der LME finden Sie eine Vielzahl weiterer Informationen in englischer Sprache:

  LME FAQ Liste

Antworten auf viele häufig gestellte Fragen rund um die Börse und den Handel mit Kunststoff-Futures sowie den daraus abgeleiteten Preisen.

  Kurse & Seminare der LME

Angebot an Lehrveranstaltungen über die LME oder über das Hedging mit Futures.

  LME "plastics education"

Kostenfreies Online-Lernmodul für die LME Plastics mit interaktiven Funktionen.

  LME Resources

Literatur und Daten der LME über den Handel mit Kunststoff-Futures an dieser Börse.

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