bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2011

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Die Wirtschaftsnachrichten sind zwar weiterhin positiv aber das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung sinkt im zweiten Quartal, wie die Süddeutsche Zeitung in der KW 25 meldet. Gemäß des IFO-Geschäftsklimaindexes hat sich im Juni die Stimmung in der deutschen Wirtschaft überraschenderweise weiter verbessert. Wie das ifo-Institut mitteilte, stieg der Index um 0,3 Punkte auf 114,5 Punkte. Der Ifo-Index hat nun den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Für 2011 rechnet die Bundesbank mit einem Gesamtwachstum in Deutschland von 3,1 Prozent.

Bei den Kunststoffen herrscht nach wie vor ein hoher Bedarf in allen Bereichen der Industrie und des Gewerbes. Die Märkte für Standardkunststoffe weisen inzwischen ein ausreichendes Angebot auf, das bei den Käufern genutzt wird, um auf fallende Preise zu spekulieren. Auch die Rohstoffpreise haben ihren Zenit überstiegen. Sowohl bei den Vorprodukten als auch bei den Kunststoffen zeigt sich im Mai eine Preiskonsolidierung. Im Juni wird ein erster Trend zu nachgebenden Kunststoffpreisen deutlich. Selbst die Rohölpreise erzielen realistischere Bewertungen; in der KW 25 notiert Rohöl zu 108 US $/Barrel. Und darüber hinaus handelt jetzt auch noch die Politik konzertiert indem sie einen Teil der strategischen Ölreserven in die Märkte gib. In Folge dessen geben die Rohölpreise nach, und zwar zu 104 US $/Barrel.

Auch im Mai zeigt der EUWID-Preisspiegel für Standardkunststoffe stabile Notierungen, die denen des Vormonats entsprechen. Die Preiserhöhungen und die Preisnachlässe halten sich im Mai die Waage. Somit ergibt sich ein Durchschnittpreis über zehn gelistete Kunststoffe von 1500 €/t. Die Preisveränderungen betragen dabei ±10 €/t bis ±20 €/. So notieren beispielsweise: LDPE-Folie 1550-1610 €/t, HDPE-Spritzguss 1440-1480 €/t, PS-glasklar 1540-1560 €/t, PS-schlagfest 1630-1660 €/t, PP-Homopolymer 1530-1630 €/t und PVC-Folien/Kabel 1320-1370 €/t. Die Konsolidierung der PET-Preise findet auch im Mai ihre Fortsetzung. Das Verpackungs-PET notiert zu 1620-1700 €/t und damit um durchschnittlich 80 €/t niedriger als im Vormonat. Bei PET wird mit weiteren Preisnachlässen gerechnet.

Die europäischen Märkte für Standardkunststoffe erweisen sich Mai als stabil. In den letzten beiden Juniwochen drehen allerdings die Kunststoffmärkte und weisen deutliche Preisnachlässe aus. Die Hoffnungen liegen nun auf der Sommerpause; ab Juli könnten sich die Märkt beruhigen. Im Juli und August ist daher mit rückläufigen Kunststoffpreisen zu rechnen. Bei Technischen Kunststoffen besteht nach wie vor eine hohe Nachfrage. Daher werden hier stabile Preise bis etwa Ende 2011 erwartet.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

In den letzten beiden Juni-Wochen lässt sich eine Trendwende bei den Preisen für die Stan-dardkunststoffe ausmachen. Der Zenit der Preiserhöhungen für Inputmaterialien ist bei den Sekundärkunststoffen überschritten. Die Märkte drehen, d.h. das Inputmaterial verbilligt sich wöchentlich. Die Kunststoffverarbeiter verzögern Einkäufe, um weitere Preisnachlässe mit-nehmen zu können. Experten erwarten in Folge nachgebender Neuwarepreise fallende Prei-se in den Sekundärkunststoffmärkten. Die Marktveränderungen sind in den Sekundärmärk-ten deutlicher als in den Primärmärkten. Zur Sommerpause werden weitere Preiskonsolidie-rungen bzw. Preisbereinigungen bei den Standardkunststoffen erwartet. Eine weitgehend unveränderte Situation, d.h. stabile Märkte bei unverändert hohen Preisen, werden bei den Technischen Kunststoffen prognostiziert.

Der Fernostexport war im ersten Halbjahr 2011 verglichen mit den Vorjahren eher schwach. Im Mai und Juni ist die Nachfrage aus Fernost nach Kunststoffqualitäten weiter rückläufig. Die von DESTATIS veröffentlichten Exportzahlen für das 1. Quartal 2011 für Altkunststoffe nach Fernost weisen allerdings für die VR China, für Hongkong und für die Niederlande (Ausfuhrhäfen) bisher nur einen geringen Rückgang der Exporte aus, nämlich um 10.000 To. Der Fernostexport von Kunststoffen nimmt in absoluten Zahlen von 246.472 To, Quartal I 2010, auf 236.470 To. Quartal I 2011, ab. Erste Anzeichen für sich verändernde Fernost-märkte zeigen sich - inzwischen werden verstärkt hochwertige Recyclate aus Fernost im eu-ropäischen Binnenmarkt angeboten.


2.1 Preisspiegel EUWID

EUWID berichtet für den Mai von stabilen Märkten auf hohem Niveau. Der EUWID-Preisspiel weist für Standardkunststoffe noch einige Preiserhöhungen und zwar um 5 €/t bis 30 €/t aus. Auch ist über einige wenige Preisnachlässe und zwar um 10 €/t bis 30 €/t zu berichten.

Einige Beispiele zu höheren Notierungen bei den PE-Produktionsabfällen: HDPE bunt 235-330 €/t und LDPE-Folie natur (K40) 420-590 €/t. Bei den PE- post user Qualitäten halten sich die Preiserhöhungen und Preiserniedrigungen in etwa die Waage. Die veränderten Mai-Notierungen lauten beispielsweise: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 470-550 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 200-220 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 650-830 €/t und HDPE-Kastenware bunt 600-720 €/t.

PP: Die PP-Märkte erholen sich wieder, nachdem die Markteingriffe in die PP-Sekundärmärkte vorerst beendet sind. Größerer Mengen an PP suchen jetzt ihre Abnehmer in den Märkten. Für den Mai weist EUWID nochmals Preiserhöhungen aus, hier einige Beispiele: Folie bunt (K59) 200-350€/t und Copolymer bunt 480-720 €/t. Für den Juni werden fallende PP-Notierungen gemeldet.

Die PS-Produktionsabfälle erweist sich im Mai als preisstabil. Im Mai hat sich nur die Notierung von Schlagfest weiß geringfügig verändert: 700-950 €/t.

PVC: Sowohl bei den PVC-Produktionsabfällen als auch bei der PVC-Fensterware erfolgt im Mai eine Preiskonsolidierung auf hohem Niveau. Bei einigen wenigen Qualitäten erfolgen einseitige Preiserhöhungen, meist in der Spitze um 20 €/t. So lautet im Mai z.B. die veränderten Notierungen der Produktionsabfälle für Hart bunt 480-600 €/t. Die Fensterware notiert beispielsweise zu: Qualität weiß 630-750 €/t und Typware weiß 730-870 €/t. Verantwortlich für die Preiserhöhungen ist die gute Baunachfrage.

PET post user: Der PET-Markt dreht sich schnell. So wirken sich einerseits die fallenden Neuwarepreise auf die Sekundärmärkte aus und anderseits ist der Mengenabfluss nach Fernost weiter rückläufig. Darüber hinaus steigt in den Sommermonaten die PET-Menge durch erhöhten Getränkebedarf. Im Mai sind die EUWID-Notierungen seit langem erstmals rückläufig, z.B. bei PET klar um 70 €/t Die PET klar Notierung lautet somit: 550-640 €/t . Experten erwarten weiter fallende PET-Preise im Juli und im August.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Mai-Notierungen von plasticker zeigen eine Preiskonsolidierung. Die Preiserhöhungen, die zwischen 30 €/t und 80 €/t liegen, und die Preisnachlässe, die zwischen 20 €/t und 120 €/t liegen, halten sich in etwa die Waage. Laut plasticker verändern sich die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±40 €/t. Z.B. bei: LDPE-Mahlgut +60 €/t, PS-Mahlgut -130 €/t, PS-Granulat -50 €/t, PET-Ballenware bunt -60 €/t sowie PET-Mahlgut bunt -100 €/t. Eine Vorschau in den Juni-Preisspiegel zeigt eine Beibehaltung der im Mai gefundenen Preise.

Tabelle 1: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz.

Die Technischen Kunststoffe befinden sich nach wie vor auf einem Allzeithoch. Im Mai notieren die Technischen Kunststoffe im Preisspiegel von plasticker nochmals deutlich höher. Die Preiserhöhungen liegen dabei zwischen 50 €/t und 400 €/t. Allerdings gibt PA 6 Mahlgut um 140 €/t im Preis nach. Die folgenden Preisnotierungen verändern sich um mehr als 70 €/t z.B. bei: PC-Granulat 80 €/t, PA 6.6 Granulat 400 €/t, sowie POM-Granulat 260 €/t. Eine erste Vorschau in die Juninotierungen zeigt eine Preiskonsolidierung bei den Technischen Kunststoffen auf hohem Niveau.

Tabelle 2: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen


Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoff-börse plasticker, lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den ein-gestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar und bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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