bvse-Marktbericht Kunststoffe - Februar 2012

  zurück zur Übersicht          Druckversion anzeigen

1. Der Markt für Primärkunststoffe

Nach wie vor brummt die deutsche Wirtschaft und zwar in allen Wirtschaftsbereichen, wie dies das ifo Institut, Universität München, über seine Angaben zum Geschäftsklima im Januar ausweist. Dies bedingt aber auch eine gute bis sehr gute Kunststoffnachfrage. Insbesondere die Nachfrage nach Technischen Kunststoffen steigt deutlich. Jetzt werden auch die Kunststoffläger wieder gefüllt, um noch zu möglichst günstigen Preisen einkaufen zu können. Die Vorproduktpreise sind gestiegen, was bei einem Blick auf die überhöhten Rohölpreise auch kaum verwundert. Weiter steigende Preise werden für den Februar und März wahr-scheinlich.

Im Januar 2011 zeigen die Märkte für Standardkunststoffe eine gute Nachfrage. Besonders ausgeprägt ist die Preiserhöhung für das Vorprodukt Styrol, der hier dann auch die unmittel-baren Preiserhöhungen bei PS entsprechen. So ergibt sich über die zehn gelisteten Kunst-stoffe in EUWID ein Durchschnittspreis von 1296 €/t. Damit ist der Kunststoffpreis um 43 €/t höher als im Vormonat. Bis auf PVC notieren alle Standardkunststoffe höher. Deutliche Preiserhöhungen und zwar um 120 €/t sind bei PS zu melden. Der EUWID-Preisspiegel weist Im Januar 2012 beispielsweise wie folgt aus: LDPE-Folie 1290-1350 €/t, HDPE-Blasware 1250-1300 €/t, PS-glasklar 1370-1420 €/t, PP-Homopolymer 1250-1300 €/t, PP-Copolymer 1300-1350 €/t, PVC-Rohrqualität 1100-1140 €/t und PVC-Folien/Kabel 1200-1240 €/t. PET folgt Im Januar dem Trend der anderen Kunststoffe. So notiert das PET im Dezember 2011 zu 1470-1600 €/t, also um durchschnittlich 75 €/t höher. Die Preiserhöhungen bei PET werden auf die VorProduktpreise zurückgeführt, s. das PS. PET ist in den europäischen Märkten gut verfügbar.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Der Januar startet mit einer guten Nachfrage nach den Standardkunststoffen. Während plasticker den Trend zu höheren Preisen gut abbildet, bleiben die Notierungen in EUWID unverändert. Der Preisverfall aus Dezember ist jedoch eindeutig gestoppt. Neben der guten Binnennachfrage liegen auch wieder zahlreiche Kaufanfragen aus Fernost vor. Verarbeiter füllen wieder ihre Lagerbestände, die im Dezember durch eine überraschende Nachfrage, abgebaut worden sind. Für das erste Quartal zeichnet sich schon jetzt eine gute Nachfrage nach Recyclaten ab. Der Februar wird etwas nachfrageschwächer als der Januar. Für den März wird aber schon jetzt eine gute Auftragslage gemeldet. Die Winterpause gestaltet sich uneinheitlich. Während sich manche Kunststoffrecycler auf eine längere Wartungspause eingerichtet haben, produzierten doch viele Kunststoffrecycler seit dem 6. Januar fast in Volllast. Die Preise werden im Februar voraussichtlich gering steigen. Größere Preiserhöhungen werden für März wahrscheinlich.


2.1 Preisspiegel EUWID

Für den Januar 2012 weist EUWID unveränderte Preise aus. Die Diskussion der gegenwär-tigen Märkte für die verschiedenen Kunststoffe kann daher kurz gefasst werden. Nur bei PE post user ist eine einzelne geringe Preiserhöhung zu melden: Folie transparent natur < 70 µm notiert im oberen Bereich um 10 €/t höher, also zu 300-345 €/t. Die PP-Märkte haben sich stabilisiert. EUWID notiert hier unverändert. Der Trend hin zu PP als Ersatz für bestimmte PE-Qualitäten hält an. Feiertagsbedingt sollte das Mengenaufkommen bei Hohlkörpern im Januar und Februar relativ hoch sein. Gerade bei PS bleibt die Nachrage weiterhin hoch. Der Ein-fluss der Winterpause ist hier kaum zu merken. Die PVC-Nachfrage war winterbedingt rück-läufig. Fenster werden bei den kalten Wintertagen kaum ausgetauscht. Auch die Märkte für PET post user notieren unverändert. Der Preisverfall bei PET ist gestoppt. Das Fla-schenaufkommen im Inland ist im Winter geringer als zu den anderen Jahreszeiten. Im Feb-ruar werden sich voraussichtlich die erhöhten Preise aus der Primärware in den Zweitmärkten auswirken.


2.2 Preisspiegel plasticker

Im Januar 2012 zeigt plasticker bei 12 von den 14 gelisteten Standardkunststoffen den eindeutigen Trend zu höheren Preisen. Die Preiserhöhungen liegen dabei zwischen 30 €/t und 110 €/t. Die durchschnittliche Preiserhöhung gemittelt über 12 der insgesamt 14 Kunststoffe beträgt 59 €/t. Das LDPE-Granulat gibt allerdings um 40 €/t nach. Die geringe Angebotszahl für Mahlgut aus Weich-PVC lässt keine gesicherte Preisbildung zu. Mit Weich-PVC-Preisen um 140 €/t scheint man jetzt einen Tiefpunkt in den Notierungen erreicht zu haben. Trotz des Chinesischen Neujahresfestes ist die in plasticker eingestellte Angebotszahl im Januar im Vergleich zu den anderen Monaten gut. Laut plasticker verändern sich im Januar z.B. die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±40 €/t bei: LDPE-Mahlgut +100 €/t, PP-Granulat +100 €/t, PS-Granulat +110 €/t und, PET-Ballenware +70 €/t. Eine erste Vorschau in die Februar-Notierungen lässt einen schwächeren Geschäftsmonat vermuten. Das im Januar gefundene Preisniveau behauptet sich im Februar.

Tabelle 1: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz.

Die Technischen Kunststoffe notieren in plasticker uneinheitlich: bei den Technischen Kunststoffen zeigt bei Mahlgut einen Trend zu höheren Preisen, bei Granulat aber den Trend zu Preisnachlässen. Mahlgüter: die Preiserhöhungen reichen hier von 10 €/t bis 270 €/t. Granulate: während ABS und PA 6 um 10 €/t bis 30 €/t höher notieren, geben PC, PBT, PA 6.6 und POM um 140 €/t bis 450 €/t in den Preisen nach. Die Nachfrage kann im Januar trotz Winterpause und Chinesischem Neujahr als gut bezeichnet werden. Eine erste Vorschau in die Februar-Notierungen zeigt den Trend zu leichten Preiserhöhungen bei allen Technischen Kunststoffen. Auch im Februar ist eine gute Nachfrage nach Technischen Kunststoffen aus-zumachen.

Tabelle 2: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hin-aus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

  zurück zur Übersicht   zurück zum Seitenanfang
Premium-Partner
Aktuelle Rohstoffpreise
Preise von Angeboten
in der Rohstoffbörse
PE-LD Granulat [€/kg]
plasticker Newsletter
Wir informieren Sie schnell, umfassend und kostenlos über das, was in der Branche passiert.

Jetzt anmelden!

Jetzt Kosten im Einkauf senken!
Neuware-Restmengen, Regranulate oder Mahlgüter für Ihre Produktion erhalten Sie in der Rohstoffbörse.

Neue und gebrauchte Maschinen & Anlagen finden Sie in der großen Maschinenbörse.

Kostenfreie Nutzung aller Börsen! Registrieren Sie sich jetzt!

Handelsvertreter-Börse
Benötigen Sie für Ihre Produkte und Dienstleistungen Vertriebspartner im In- und Ausland?
Oder können Sie selbst eine Vertretung anbieten?
Hier finden Sie das optimale Umfeld!

8 Anfragen von Unternehmen
2 Anfragen von Handelsvertretern

Eigene Anfragen kostenfrei inserieren

Deutsches Kunststoff Museum
Das Exponat des Tages

Neue Fachbücher
Kleine Geschichte der Kunststoffe

Bisher sind in deutscher Sprache nur sehr wenig zusammenfassende Darstellungen der Kunststoffgeschichte verfügbar. [mehr]