bvse-Marktbericht Kunststoffe - November 2003

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Die Preise für Primärkunststoffe sind im Oktober weiter im Aufwärtstrend! Bei fast allen Standardkunststoffen, jedoch mit Ausnahme von PS, bei dem es zu einer Absenkung kam, konnten die Hersteller die Preise anheben. Gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe wurden die Preise um durchschnittlich 17,5 €/t gegenüber dem Vormonat erhöht. So kosten je Tonne: LDPE-Folien 810-830 €, LLDPE-Folien 730-760 €, HDPE-Spritzguß 720-760 €, HDPE-Blasware 740-780 €, PS-glasklar 830-870 €, PS-schlagfest 880-920 €, PP-Homopolymer 780-810 €, PP-Copolymer 830-860 €, PVC-Rohrqualität 660-690 €, PVC-Folien/Kabel 690 bis 730 €. Die Preise für Technische Kunststoffe für westeuropäische 1a Typware sind im Oktober im Vergleich zu August nahezu unverändert, so dass nur bei POM mit 2000-2200 €/t ein Preisabschlag um 100 €/t zu verzeichnen ist. PMMA tendiert mit 2500-2700 €/t auf dem Niveau des Vorjahres während bei ABS natur 1100-1200 €/t, PC glasklar 2450-2700 €/t, POM €/t, PA 6 natur 1850-2100 €/t und PA 66 natur 2300-2500 €/t deutliche Preisrückgänge im Vergleich zu Oktober 02 zu verzeichnen sind.

Die Preise für Altkunststoffe sind neben ihrer Abhängigkeit von den oben genannten Neukunststoffpreisen mittelbar abhängig vom Erdölpreis. Die Rohölnotierungen sind nach den Anschlägen in Saudi-Arabien deutlich gestiegen. Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent zog auf über 29 US$ je Barrel (159 L) am 10.11.03 an. In der KW 45 mussten für ein Barrel nur noch knapp über 27 Dollar bezahlt werden. Im Oktober begann der Anstieg der Preise für ein Barrel der Marke Brent bei etwa 28,50 US $, um auf ca. 30 US $, und danach auf etwa 27 US $ abzusinken.

Im Oktober 03 konnten auf dem Markt für Standard-Altkunststoffe Preiserhöhungen bei einzelnen Qualitäten bei PE, PP, PVC und PET durchgesetzt werden, während bei PVC und PS das erreichte Preisniveau gehalten wurde. Trotz eines schwachen Dollars greifen die Fernostexporte weiterhin massiv in den europäischen Markt ein. In Deutschland besteht daher hohe Nachfrage nach Sekundärkunststoffen für den Export nach Fernost und jetzt auch nach Indien. Große Mengen an Kunststoffabfällen werden aus der EU nach China verbracht, so der Bericht von Herrn Enrico Bobbio, Unternehmen Policeco in Italien, für die BIR-Herbsttagung Ende Oktober. Auch der Berichterstatter bestätigt, dass die Anfragen nach Sekundärkunststoffen in ihrer ganzen Breite für den Export nach Fernost deutlich zunehmen.

Bei PE-Mahlgut blieben die Preise im Oktober 03 unverändert. Bei den PE-Produktionsabfällen wurden die Preise für die LDPE-Folie natur (K40) zu 230-350 €/t erhöht. Im PE-post-user-Bereich sind drei Preiserhöhungen zu notieren: LDPE-Schrumpfhauben natur (E40) 225-270 €/t, LDPE-Stretchfolie (E70) 100-200 €/t und Mischfolie (A49) 40-90 €/t. Schlechten Absatz zeigen bunte PE-Qualitäten sowohl für Folien als auch für Mahlgut, während Naturware problemlos abzusetzen ist. Die großen Preisspannen bei PE werden durch die unterschiedlichen Qualitäten erklärt. Schrumpfhauben natur wurden für 1a-Ware auch für 200 €/t gehandelt. Ebenso wird für 80/20-Mischfolie höchster Qualität bis 145 €/t gezahlt. Fernost importiere größere Mengen an Mischfolie. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden hatten Hongkong und China in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres schon über 91.500 t PE-Abfälle aus Deutschland eingeführt. Die Gesamtausfuhr aus Deutschland bei PE-Abfällen lag bei 136.000 t. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatten China und Hongkong nur etwas über 57.000 t PE-Abfall aus Deutschland importiert bei einem Gesamtexportvolumen von 106.000 t.

Im Oktober sind zwei Preiserhöhungen für PP zu verzeichnen. Folien bunt (K59) notieren mit 70-100 €/t und Homopolymer natur mit 300-400 €/t. Das Exportvolumen aus Deutschland lag bis Juli bei knapp 23.000 t und damit gut 25% über der Vorjahresmenge. Größte Abnehmer waren in 2003 Hongkong mit knapp 6.900 t vor Italien mit 5.300 t und Indien mit 5150 t. Bei PVC wird im Oktober 03 eine Preiserhöhung registriert, nämlich für die Qualität Hart bunt mit 200-290 €/t. Ansonsten bleibt PVC in den Bereichen Produktionsabfälle und Fensterware weiterhin sehr stabil. Bei den PS-Produktionsabfällen sind keine Preisänderungen zu melden. Saubere Typware erzielt naturgemäß höher Preise.

Nach wie vor spannend bleibt der Markt für PET-Flaschen, der weiterhin den beiden Einflussfaktoren, nämlich dem Export nach Fernost und den inländischen Pflichtpfand-mengen unterliegt. Der Export nach Fernost ist weiterhin hoch. Die auf der Anuga befragten deutschen Abfüller setzen verstärkt auf PET-Mehrweg. Bei PET-Zweiweg und –Mehrweg werden 1 L Flaschen bevorzugt. Aber auch 0,5 L Flaschen werden im Mehrweggebinde zunehmend eingesetzt. Der inländische PET-Markt verändert sich langsam aber stetig unter dem Einfluss der braunen PET-Einwegbierflasche, für die es bislang nur wenig Absatzmöglichkeiten gibt. Die Abfüllmenge von Bier in PET braun wird stetig ausgeweitet. Die braunen PET-Flaschen ersetzen die Bierdose und werden zunehmend vom Verbraucher akzeptiert. Im Handel befinden sich zurzeit zwei verschiedene PET-Flaschentypen mit unterschiedlichen Barriereschichten, um das Ausgasen der Kohlensäure durch die Flaschen-wandungen zu reduzieren. Das ist erstens die Multilayerflasche, die aus drei Schichten zusammengesetzt ist. Die Innenschicht dieser Flasche besteht aus PA. Die drei Schichten sind im oberen und unteren Flaschenteil so miteinander verarbeitet, dass deren vollständige Auftrennung beim Recycling nicht möglich ist. Ebenso weit verbreitet ist der zweite Flaschentyp, die innenbeschichtete braune PET-Flasche. Hier verhindert eine dünne Kohlenstoffschicht den Gasdurchtritt. Dieser zweite Typus ist für das Recycling weniger problematisch, wenn auch hier nur wenig Verwertungswege offen stehen. Für PET werden folgende Preise notiert: Mehrweg natur 200-260 €/t, Mehrweg hellblau 80-100 €/t, Einweg natur 135-185 €/t und Einweg bunt 40 bis 120 €/t. Für Einweg- bzw. Zweiweg-Ware natur werden mitunter Preise bis zu 200 €/t geboten. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden betrug in 2003 die Einfuhr von PET im Mai 6.537 t (Wert 7,040 Mio €), im Juni 7.961 t (Wert 8,048 Mio €) und im Juli 9.828 t (Wert 9,431 Mio €). Demgegenüber steht eine PET-Ausfuhr im Mai 03 von 16.488 t (Wert 15,687 Mio €), im Juni 03 von 14.914 t (Wert 9,739 Mio €) und im Juli 03 von 17.655 t (Wert 13.884 Mio €).

Die angegebenen Altkunststoffpreise sind Preise für Ballenware (B) und Mahlgut (M) ab Station. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zw. Sortierern bzw. Händlern einerseits und Weiterverarbeitern andererseits genannt wurden. Die Preise beziehen sich auf große Mengen, d.h. Mengen größer 20 Tonnen.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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