bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juli 2013

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Die Zeitschrift KI - Kunststoff Information berichtet über die aktuelle Kunststoffkunjunktur im KI Dialog dass die deutschsprachige Kunststoffbranche im ersten Halbjahr 2013 eine erkennbare konjunkturelle Delle hat hinnehmen müssen. Dabei erfüllten sich zwar die Erwartungen auf verbesserte Geschäfte, die Anfang des Jahres 27 Prozent der Branchenunternehmen hegten. Allerdings hat sich die Quote der Unternehmen, die eine Verschlechterung hinnehmen mussten, mit 38 Prozent gegenüber der Erwartung vom Januar fast verdoppelt. Der KI Entwicklungsindex, der im Januar 2013 nur 83,5 Punkte betrug, das ist der tiefsten Stand seit dem Krisenjahr 2009, hat sich auf nun 89,2 Punkte hochgearbeitet. Das Positive: Im zweiten Halbjahr 2013 sollte es besser werden. Der KI Erwartungsindex ist gegenüber Januar um gut drei Punkte auf 94,7 gestiegen.

Standardkunststoffe: Der Preisrückgang der Standradkunststoffe, der seit März 2013 zu beobachten war, ist im Juni gestoppt worden. Im Juni erhöhte sich der Durchschnittschnittspreis um 21 €/t gegenüber dem Vormonat, s. Tabelle 1. Ob die Preiserhöhungen über die Sommerpause Bestand haben, ist fraglich. Nach wie vor melden EUWID und KI eine verhaltene Nachfrage. In den PET-Märkten bestehen Überkapazitäten. Bei PET sollte mit besserer Witterung eine zunehmende Nachfrage nach Getränkeflaschen einhergehen.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen von Standardkunststoffen der letzten vier Monate; Preise in €/t.

Technische Kunststoffe: Die Märkte für Technische Kunststoffe erweisen sich in den zweimonatigen Notierungen von EUWID für 2013 als überaus stabil. In kleinen Schritten hat sich der Durchschnittspreis für Technische Kunststoffe seit Dezember 2012 geringfügig verbessert. Nach wie vor herrscht ein gutes Angebot an Technischen Kunststoffen bei verhaltener Nachfrage. Nur PMMA notiert im Juni etwas höher. Der Preisspiegel zeigt somit Preisstabilität. Die Automobilnachfrage in Deutschland verbessert sich, so dass die bestehenden Preise auch in den nächsten Monaten gehalten werden können.

Tabelle 2: EUWID-Notierungen der Technischen Kunststoffe der letzten vier Monate; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Die Sekundärkunststoffmärkte dümpeln vor sich hin; auch im Juni und Juli fehlen entscheidende Marktimpulse. Zudem steht die Sommerpause an. Trotz einzelner positiver Anzeichen, erweisen sich die Kunststoffmärkte als stabil und ruhig. Dies führt dazu, dass sowohl die Kunststoffabfälle wie auch die Kunststoffrecyclate vergleichsweise günstig eingekauft werden können. Für Juli und August rechnen Kunststoffrecycler mit der Fortsetzung des bestehenden Trends.

Die Zeitschrift EUWID weist bei den Standardkunststoffen für Juni 2013 unveränderte Preise zum Vormonat auf, während plasticker leicht niedrigere Preise meldet. Damit stimmen die Preisspiegel im Trend gut überein. EUWID und plasticker berichten jeweils von einer verhaltenen Kunststoffnachfrage. Der Preisspiegel von plasticker weist für Juli eine Preisnachlass von durchschnittlich 19 €/t aus. In Abb. 1 ist die Entwicklung der EUWID-Durchschnittspreise für Standardkunststoffe aus den letzten 24 Monaten dargestellt. Seit Oktober 2012 steigen die durchschnittlichen Notierungen der Standardkunststoffe kontinuierlich.

Die chinesische „Green Fence Action“ ist weiterhin wirksam. Nur die besten Qualitäten finden noch ihren Weg nach China. Die Vorhersagen, wie lange diese Politik fortgesetzt wird, verändern sich ständig. Zur Zeit wird sogar spekuliert, dass „Green Fence“ bis zum nächsten Chinesischen Neujahr andauern wird. Bei einer Fortsetzung von „Green Fence“ werden deutliche Preiseinbrüche im post user erwartet.

Die Auswirkungen der Green Fence Politik sind zunehmend zu spüren. Inzwischen ist vielmehr Ballenware in den Märkten. Es ist mitunter erschreckend, für welche Qualitäten Absatzmöglichkeiten gesucht werden. Die angebotenen Qualitäten erfüllen häufig nicht die Ansprüche der Verarbeiter. Dann sind entweder Nachsortierungen nötig oder die Ware kann nur mit kräftigen Abschlägen oder mit Zuzahlungen untergebracht werden. Anfallstellen und Entsorger haben sich auf die neue Situation bisher kaum eingestellt. Gerade beim Kunststoffrecycling bestehen von Seiten der Anfallstellen und Entsorger noch viele Möglichkeiten, die Qualitäten durch Getrennthaltung zu verbessern. Zahlreiche Anfallstellen und Entsorgern haben bisher die Möglichkeiten des Kunststoffrecyclings in Europa kaum genutzt.

Spannend sind die Sekundärmärkte für Technische Kunststoffe. Einerseits gibt es viel Bewegung bei der Preisfestsetzung; anderseits wird auch hier nur sehr vorsichtig oder just in time geordert. Mahlgüter und Granulate können sehr vorteilhaft eingekauft werden. Die Vorschau aus plasticker weist deutlich nachgebende Preise für den Juli aus.

Abbildung 1: Darstellung ausgesuchter Durchschnittpreise aus dem monatlichen EUWID-Preis¬spiegel für Altkunststoffe. In dieser Graphik sind die Qualitäten natur, weiß und transparent berücksichtigt.


2.1 Preisspiegel EUWID

Eigentlich sollten im EUWID-Preisspiegel bei der post user Ware, wegen des bestehenden Überangebots an Ballenware deutlich Preisabschläge zu sehen sein, aber die Preisspiegel reagieren, unter Verweis auf die notierten Qualitäten, doch sehr konservativ. Das Überangebot an schlechten Qualitäten wirkt sich nur eingeschränkt auf das Angebot der in EUWID notierten Qualitäten aus. Daher notieren die Standardkunststoffe in EUWID bisher unverändert.

PE: Die PE-Märkte erweisen sich als ruhig. Ein solider Grundumsatz zur Verarbeitung der Ballenware besteht. Bei PE post user notiert nur die LDPE-Schrumpfhauben natur (E 49) verändert und zwar um durchschnittlich 20 €/t höher als im Vormonat bzw. zu 440-540 €/t. Bei PP sind sehr unterschiedliche Qualitäten an Mahlgütern und Recyclaten im Markt. Schlechtere Qualitäten an PP-Recyclaten, die im Markt angeboten werden, ziehen leider auch bessere Qualitäten nach unten. Die PP-Märkte zeigen etwas mehr Bewegung als diejenigen von PE. Die PP-Verarbeitung ist immer noch im Umbruch: manchmal sind die Märkte von einem Überangebot an PP-Abfällen beeinflusst und manchmal ist es schwierig, geeigneten Verarbeitungsinput zu bekommen. Unverändert notieren auch PS und PVC – bisher zeigt sich bei PS kaum eine und bei PVC nur eine schwache Konjunkturbelebung.

PET: Der PET-Markt bleibt schwierig. Vermehrt kommen, wegen des höheren Getränkeverbrauchs im Sommer, inzwischen mehr Flaschen in den Markt. Zusätzlich können die Recycler Flaschenware vorteilhaft importieren. Auch der Abfluss nach Fernost stockt. Die Neuwarepreise geben seit Februar 2013 mit 1450-1600 €/t auf 1340-1490 €/t im Juni kontinuierlich nach. In EUWID notieren PET klar um 15 €/t niedriger und PET bunt um 18 €/t niedriger. Die neuen Notierungen lauten: PET klar 390-410 €/t und PET bunt 200-220 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für Juli 2013, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden. Am 19.07.2013 weist die Internetplattform plasticker für Juli 2013 bei den Standardkunststoffen in etwa gleich bleibende Preise und bei den Technischen Kunststoffen um 70 €/t niedrigere Preise zum Vormonat aus.

Standardkunststoffe

Die Juni-Notierungen sind im Vergleich zum Mai nahezu unverändert. Die beiden Preiserhöhungen betragen jeweils 30 €/t und die Preisnachlässe reichen von 10 €/t bis 60 €/t. PP-Ballenware gibt seit Dezember 2012 kontinuierlich im Preis nach. Die Nachfrage im Juni war ausreichend. Insgesamt kann ein Trend zu niedrigeren Preisen festegestellt werden. Laut plasticker verändernt sich im Juni die Preisnotierung w_PVC-Mahlgut um -60 €/t im Vergleich zum Vormonat. Allerdings stehen diese PVC-Notierungen unter dem Vorbehalt niedriger Angebots- und Verkaufszahlen.

Eine erste Vorschau in die Juli-Notierungen, die allerdings erst im August abschließend gemeldet werden können, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 602 €/t an. Der Juli zeigt in den ersten drei Wochen eine etwas bessere Nachfrage als die des Vormonats.

Tabelle 3: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Es ist viel Bewegung bei den Technischen Kunststoffen festzustellen. Die Juni-Notierungen sinken im Vergleich zum Mai um 30 €/t. Damit erreichen die Technischen Kunststoffe das Niveau aus dem Sommer des Vorjahres. Seit April 2013 geben die Durchschnittspreise der Technischen Kunststoffe schrittweise von 1430 €/t bis 1323 im Juli nach – das sind 107 €/t in vier Monaten. Der Bodensatz bei den Technischen Kunststoffen ist noch nicht erreicht. Im Juni zeigt sich eine verhaltene Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Die Preiserhöhungen reichen dabei von 20 €/t bis 120 €/t und die Preisnachlässe von 40 €/t bis 240 €/t.

Die Granulate von PC, PA 6 und PA 6.6 geben im langfristigen Trend schrittweise nach. Laut plasticker verändern sich z.B. im Juni die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t bei: PBT-Granulat +120 €/t, PA 6-Mahlgut -240 €/t, PA 6-Granulat -80 €/t und PA 6.6-Granulat -120 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juli-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang August gemeldet werden können, prognostiziert weiter nachgebende Preise um 70 €/t. Der Juli zeigt dabei eine zum Vormonat in etwa gleich bleibende Nachfrage nach Recyclaten aus Technischen Kunststoffen.

Tabelle 4: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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