bvse-Marktbericht Kunststoffe - August 2013

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Das ifo Institut meldet im August, dass der Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands erneut gestiegen ist. Inzwischen beträgt der Index 107,5 Punkte; der Vormonatswert betrug 106,2 Punkte. Die Unternehmer sind zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch der Optimismus für die weitere Geschäftsentwicklung hat zugenommen. Die deutsche Wirtschaft schaltet einen Gang höher. Die Firmen erwarten deutliche Impulse vom Exportgeschäft. Und dies wird auch die Kunststoffnachfrage weiter beleben. Damit lässt sich die schlechtere Kunststoffnachfrage aus der ersten Jahreshälfte zum Teil ausgleichen.

Standardkunststoffe: Trotz des Beginns der Sommerpause erweist sich im Juli der Absatz der Standardkunststoffe als zufrieden stellend. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die beobachteten Belebungen der Kunststoffmärkte leider die mangelnden Aufträge aus dem ersten Halbjahr nicht mehr vollständig ausgleichen können. Die Preiserhöhungen für die Primärware lassen sich sowohl mit der gestiegnen Nachfrage wie auch auf durch die Erhöhungen bei den Vorproduktpreisen begründen.

Im Juli erhöhen sich der Durchschnittspreis für Standardkunststoffe um 12 €/t. Dies ist die zweite Erhöhung in Folge. Somit behaupten sich im Juli die Durchschnittspreise aus dem Vormonat, s. Tabelle 1. Die Erhöhungen betragen durchschnittlich 10 €/t bis 35 €/t. Die Juli-Preise 2013 übertreffen diejenigen aus dem Juli 2012 deutlich Flaschen-PET notiert bei EUWID 1220-1290 €/t und damit um 35 €/t tiefer als im Vormonat. Das gute Angebot an PET wird dafür verantwortlich gemacht, dass die PET-Preise im Juli nochmals nachgeben. Durch die in den Sommermonaten zu erwartenden erhöhte Nachfrage nach PET werden stabile bis höhere PET-Preise in den Folgemonaten wahrscheinlich.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen von Standardkunststoffen der letzten vier Monate; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Die Sekundärkunststoffmärkte zeigen im Juli nur wenig Bewegung; die Kunststoffmärkte erweisen sich als ruhig. Die Angaben der Kunststoffrecycler zur Sommerpause sind sehr unterschiedlich, dennoch können positive Marktimpulse für den August gemeldet werden. Die Zeitschrift EUWID weist bei den Standardkunststoffen für Juli 2013 nahezu unveränderte Preise zum Vormonat aus und plasticker meldet leicht niedrigere Preise. EUWID und plasticker berichten jeweils von einer verhaltenen Kunststoffnachfrage. Damit stimmen die beiden Preisspiegel im Trend gut überein.

Die chinesische „Green Fence Action“ bleibt weiterhin wirksam: so werden von den chinesischen Zollbehörden für Juli 2013 die Rückgänge bei der Einfuhr von Kunststoffabfällen zu 31 % angegeben. Chinesische Kunststoffrecycler klagen über einen Mangel an Verarbeitungsware. Nur die besten Kunststoffqualitäten können noch nach China verbracht werden. Inzwischen ist mehr Verarbeitungsware zu sehr unterschiedlichen Qualitäten in den Märkten. Bei einer Fortsetzung von „Green Fence“ werden weitere Preiseinbrüche für unaufbereitete Kunststoffabfälle erwartet.


2.1 Preisspiegel EUWID

Die Standardkunststoffe notieren im EUWID-Preisspiegel Altkunststoffe nahezu unverändert. Die Exportware wird weiterhin als stabil ausgewiesen. Nur bei post user Folie sind zwei Preiskorrekturen zu melden, nämlich Folie transparent farbig <70 m um durchschnittlich 5 €/t niedriger bzw. als Notierung zu 40-160 €/t sowie LDPE-Agrarfolie s/w >70 m um durchschnittlich 10 €/t niedriger bzw. als Notierung zu 30-60 €/t. EUWID meldet keine Preisabschläge bei Gewerbemischfolie. Die gehandelten Qualitäten von Mischfolie passen sich inzwischen den Marktveränderungen an, d.h. nur noch die beste Ware findet ihren Absatz zu günstigeren Preisen.

Die PE-Märkte erweisen sich im Juli als ruhig. Das Angebot an Hohlkörpern aus HDPE und PP hat sich verbessert. Bei PP ist mehr Verarbeitungsware im Angebot. Unverändert notieren PS und PVC – im Juli zeigt sich bei PS und PVC nur eine geringe Konjunkturbelebung. Positiv veränderte PS- und PVC-Märkte werden für August und die Folgemonate erwartet.

Der PET-Markt bleibt auch im Juli schwierig. Vermehrt kommen, wegen des höheren Getränkeverbrauchs im Sommer, inzwischen wieder mehr Flaschen in den Markt. Das Angebot an PET-Flaschen verbessert sich in den Sommermonaten deutlich. Recycler kämpfen trotz der günstigeren Einkaufspreise auch weiterhin um auskömmliche Margen, da die Neuwarepreise weiter nachgeben. In EUWID notieren PET klar und PET bunt um jeweils 35 €/t niedriger. Die neuen Notierungen lauten: PET klar 350-380 €/t und PET bunt 160-190 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für August 2013, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Die Juli-Notierungen sind im Vergleich zum Juni um 12 €/t niedriger. Die Preiserhöhungen reichen von 10 €/t bis 110 €/t und die Preisnachlässe reichen von 20 €/t bis 90 €/t. PS-Granulat macht einen Preissprung von +110 €/t! Die Nachfrage war im Juli ausreichend; PP-Mahlgut war stark nachgefragt. Laut plasticker verändert sich im Juli die Preisnotierung um mehr als ±40 €/t im Vergleich zum Vormonat z.B. bei: HDPE-Granulat –60 €/t und PS-Granulat +110 €/t. Die Änderungen bei w_PVC-Mahlgut um -100 €/t und bei PET bunt um -90 €/t stehen unter dem Vorbehalt niedriger Angebots- und Verkaufszahlen beim Vergleich zum Vormonat. In den mittelfristigen Trends zeigt sich, dass LDPE-Ballenware seit Mai 2013 und LDPE-Mahlgut seit November 2012 zulegen, während PET-Mahlgut seit Oktober 2012 im Preis nachgibt.

Eine erste Vorschau in die August-Notierungen, die allerdings erst im September abschließend gemeldet werden können, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 630 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 26.08.2013 bei den Standardkunststoffen um 21 €/t höhere Preise zum Vormonat aus Der August weist in der vierten Woche eine zufrieden stellende Nachfrage aus und das trotz der Sommerferien.

Tabelle 2: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Noch können Technische Kunststoffe preiswert eingekauft werden. Unter Umständen ist allerdings der Bodensatz schon durchschritten. Die Juli- Notierungen geben zum dritten Mal nacheinander im Preis nach. Der Preisnachlass im Vergleich zum Vormonat beträgt 56 €/t. Im Sommermonat Juli zeigt sich eine verhaltene Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Die Preisnachlässe reichen von 30 €/t bis 170 €/t. Nur eine einzige Preiserhöhung und zwar um 40 €/t ist bei PA 6 Granulat festzustellen. Laut plasticker verändern sich im Juli die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t, beispielsweise bei: PA 6.6-Mahlgut -120 €/t und POM-Mahlgut -100 €/t. In den mittelfristigen Trends geben ABS Mahlgut seit November 2012, PC Granulat seit Juli 2012 und POM Mahlgut seit Mai 2013 im Preis nach.

Eine erste Vorschau in die August-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang September gemeldet werden können, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 1363 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 26.08.2013 bei den Technischen Kunststoffen einen um 26 €/t leicht höheren Preis zum Vormonat aus. Der August zeigt in der vierten Woche eine zufrieden stellende Nachfrage nach Technischen Kunststoffen.

Tabelle 3: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWIDPreisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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