bvse-Marktbericht Kunststoffe - September 2013

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Das DIW Berlin – das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung meldet in ihren Herbstgrundlinien 2013, dass die deutsche Wirtschaft den schwachen Jahresauftakt überwunden und wieder einen moderaten Aufwärtskurs eingeschlagen hat. Zwar wird das Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt dieses Jahres nur um 0,4 Prozent steigen, für das Jahr 2014 liegt das Wachstum mit 1,7 Prozent aber wieder deutlich höher. Es sind in erster Linie die zunehmenden Konsumausgaben, aber auch die sich langsam belebenden Investitionen, die die wirtschaftliche Entwicklung anschieben. Hinzu kommen allmählich anziehende Exporte, denn die konjunkturelle Entwicklung auf wichtigen Absatzmärkten wie den USA hat zuletzt an Dynamik gewonnen und der Euroraum dürfte die Rezession überwunden haben. Und dies alles dürfte insbesondere die Kunststoffnachfrage weiter beleben.

Standardkunststoffe: Hier ist die dritte Preiserhöhung in Folge, die in kleinen Schritten erfolgt, zu nennen. Für den September wird eine höhere Nachfrage als im August gemeldet. Zusätzlich wirken sich die gestiegenen Notierungen für die Vorprodukte preistreibend auf die Standardkunststoffe aus. Im August erhöhten sich der Durchschnittspreis für Standardkunststoffe um 25 €/t. Experten erwarten im September nochmals steigende Preise bei den Standardkunststoffen.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen von Standardkunststoffen der letzten vier Monate; Preise in €/t.

Technische Kunststoffe: Die Märkte für Technische Kunststoffe erweisen sich in den zweimonatigen Notierungen von EUWID für 2013 als stabil. Bis auf PC, das durchschnittlich um 100 €/t nachgibt, notieren im August die Technischen Kunststoffe in EUWID unverändert. Nach wie vor herrscht ein gutes Angebot an Technischen Kunststoffen. Eine verbesserte Konjunktur und verteuerte Vorproduktpreise lassen Preiserhöhungen in September und Oktober wahrscheinlich werden.

Tabelle 2: EUWID-Notierungen der Technischen Kunststoffe der letzten vier Monate; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Auch im August schwächeln die Märkte für Sekundärkunststoffe. Die Sekundärkunststoffmärkte zeigen zwar im August nur wenig Bewegung dennoch zeichnet sich eine positive Trendwende für den September ab. Die Märkte für Kunststoffabfälle werden sich immer mehr verändern, da vermehrt diejenigen Kunststoffabfälle in die deutschen Märkte gelangen, die auf Grund der Green Fence Politik nicht mehr nach China verkauft werden können. Inzwischen wird auch über angemietete Zwischenläger berichtet, um Platz für diese Abfälle zu schaffen. Auf diese Weise sollen die Märkte für Kunststoffabfälle stabilisiert werden. Die Recyclatmärkte erweisen sich als stabil. Recyclate finden in Ergänzung der Primärware ihren Absatz. Durch die restriktive Green Fence Politik steigt die Nachfrage nach Mahlgütern aus der VR China an. Die chinesische Green Fence Action bleibt also weiterhin wirksam. Ein Ende dieser Politik ist nicht abzusehen. Nur die besten Qualitäten an Kunststoffabfällen können noch nach China verbracht werden. Diese Regelungen treffen insbesondere auch die Kunststoffe aus WEEE und ELV. Bei einer Fortsetzung von Green Fence werden Preiseinbrüche für unaufbereitete Kunststoffabfälle erwartet.

Wegen fehlender Sortierkapazitäten können die oben genannten zusätzlichen Mengen an Kunststoffabfälle kaum nachsortiert werden. Immerhin sind jetzt die Recycler endlich in einer vorteilhafteren Situation als früher: die Recycler können sich jetzt nämlich zu günstigeren Preisen bei etwas besseren Qualitäten eindecken.

Die Zeitschrift EUWID weist bei den Standardkunststoffen für August 2013 geringe Preiserhöhungen im Vergleich zum Vormonat aus. Zwar weist plasticker deutlichere Preiserhöhungen als EUWID aus, aber im Trend stimmen die beiden Preisspiegel gut überein. EUWID und plasticker berichten jeweils von einer leicht besseren Kunststoffnachfrage als im Vormonat. Die oben genannten Zusatzmengen an Kunststoffabfällen, die die Preise drücken sollten, finden sich in den beiden Preisspiegeln bislang nicht.


2.1 Preisspiegel EUWID

Die Standardkunststoffe notieren im EUWID-Preisspiegel Altkunststoffe nur gering verändert; d.h. keine Preisveränderungen bei PE-Produktionsabfällen, bei PVC-Fensterware und PS-Produktionsabfällen. Dies bedeutet aber auch, dass die Preisveränderungen gering sind und durchschnittlich bei 5-10 €/t liegen. So notieren bei PE post user z.B. folgende Qualitäten höher: Folie transparent natur < 70 µm 410-445 €/t, Gewerbemischfolie (80:20) 240-280 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 660-830 €/t.

PP-Produktionsabfälle: Nach wie vor sind erstaunliche Verwerfungen in den PP-Märkten zu melden: so gibt es zwar mehr Verarbeitungsinput in den Märkten allerdings stockt mitunter der Absatz an PP-Recyclaten beträchtlich. Im oberen Preisbereich notieren um jeweils 20 €/t höher das Homopolymer natur zu 620-770 €/t und Copolymer natur ebenfalls zu 620-770 €/t.

Überraschenderweise notiert PS in EUWID unverändert und das obwohl nach PS-Recyclaten hohe Nachfrage besteht. Das Angebot an PS-Verarbeitungsware und somit auch an Recyclaten dünnt sich zunehmend aus, da erhebliche Materialverschiebungen hin zu HDPE und PP zu beobachten sind.

PVC: Während die PVC-Fensterware unverändert notiert zeigt sich bei den PVC-Produktionsabfällen eine geringe Preiserhöhung um 10 €/t im oberen Bereich bei Hart transparent mit 480-610€/t. Sowohl bei PVC wie auch bei PS lahmt die Nachfrage aus dem Baubereich.

Der PET-Markt ist im Sommer von einem größeren Angebot an Getränkeflaschen gekennzeichnet. Wegen fallender Neuwarepreise und größerem Flaschenangebot geben die Notierungen für gebrauchte PET-Einwegflaschen nach. In EUWID notieren PET klar um 35 €/t und PET bunt um 30 €/t niedriger. Die neuen Notierungen lauten: PET klar 310-350 €/t und PET bunt 130-160 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für September 2013, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Die August-Notierungen sind im Vergleich zum Juli um 25 €/t höher. Die Preiserhöhungen reichen von 10 €/t bis 180 €/t und die Preisnachlässe reichen von 10 €/t bis 50 €/t. PS-Granulat macht wiederum einen Preissprung, und zwar diesmal um +180 €/t auf 1420 €/t! Die Nachfrage war im August ausreichend; PP-Mahlgut und PP-Granulat waren stark nachgefragt. Die beiden PET-Notierungen geben in den Preisen weiter nach. Laut plasticker verändert sich im August die Preisnotierung um mehr als ±40 €/t im Vergleich zum Vormonat bei: HDPE-Granulat +90 €/t und PS-Granulat +180 €/t.

Eine erste Vorschau in die September-Notierungen, die allerdings erst im Oktober abschließend gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 638 €/t an. Damit zeigt die Internetplattform plasticker am 17.09.2013 bei den Standardkunststoffen eine Preisstabilisierung. HDPE reißt im September voraussichtlich die Marke von 1000 €/t! Auch PS bleibt ein Verkaufsschlager. Der September zeigt eine gute Nachfrage nach Standardkunststoffen aus.

Tabelle 3: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Der Preisverfall bei den Technischen Kunststoffen ist gestoppt. Im August notieren die Technischen Kunststoffe um durchschnittlich 29 €/t höher. Jetzt gilt es die Technischen Kunststoffe einzukaufen, da diese noch günstig angeboten werden. Die Preiserhöhungen reichen von 10 €/t bis 120 €/t und die Preisnachlässe reichen von 30 €/t bis 90 €/t. Laut plasticker verändern sich im August die folgenden beispielhaften Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t bei: ABS-Mahlgut -80 €/t, PBT-Mahlgut +100 €/t, PA 6-Granulat +100 €/t und PA 6.6-Mahlgut +80 €/t. Auch im August zeigt sich eine verhaltene Nachfrage nach Technischen Kunststoffen.

Eine erste Vorschau in die September-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang Oktober gemeldet werden können, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 1372 €/t an; dies ist eine Preisstabilisierung. So weist die Internetplattform plasticker am 17.09.2013 bei den Technischen Kunststoffen einen um 6 €/t höheren Preis zum Vormonat aus. Achtung: ABS-Granulat wird im September voraussichtlich um 130 €/t im Preis nachgeben. Der August zeigt eine zufrieden stellende Nachfrage nach Technischen Kunststoffen.

Tabelle 4: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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