bvse-Marktbericht Kunststoffe - März 2014

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der GKV – Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie gibt in seiner Pressemeldung vom 5. März, s. http://www.gkv.de, Folgendes bekannt. Die Branche hat das Vorjahr erneut mit einem Rekordumsatz abgeschlossen. Am Ende stand ein Wachstum von drei Prozent.

Der Branchenumsatz wuchs im Jahr 2013 auf 57,6 Mrd. Euro (2012: 55,9 Mrd. Euro), berichtete Verbandspräsident Dr. Bernd-O. Kruse. In allen wesentlichen Segmenten der Kunststoffverarbeitung – Verpackung, Bau, Konsumwaren, Technische Teile – sei es nach eher verhaltenen ersten Monaten zu stetigem Wachstum gekommen. Das vierte Quartal übertraf mit „einem fulminanten Endspurt im Dezember“ deutlich die Erwartungen, so Kruse.

Für das laufende Jahr rechnet der GKV auch aufgrund der allgemein guten Konjunkturlage mit einem nochmals leicht stärkeren Umsatzwachstum. Ein Umsatzplus zwischen vier und fünf Prozent sei möglich, erläuterte Dr. Kruse.

Standardkunststoffe: Die Preisnotierungen der Standardkunststoffen gemäß EUWID bleiben im Februar fast unverändert gegenüber dem Vormonat. Im Februar 2014 liegen die Preise der Standardkunststoffe nur um durchschnittlich 8 €/t unter denen des Vormonats. Die Nachfrage nach den Standardkunststoffen wird im ersten Monatsteil mit gut und im letzten Monatsteil mit deutlich nachlassend angegeben. Es wird vermutet, dass die Kunststoffverarbeiter auf weiter fallende Preise spekulieren.

Technische Kunststoffe: Im Februar 2014 können die Technischen Kunststoffe gemäß EUWID um 22 €/t leicht zulegen. Insgesamt erweisen sich die Kunststoffnotierungen aber als stabil. Eine gute Nachfrage nach Technischen Kunststoffen besteht seit Jahresbeginn. Der leichte Preisanstieg wird mit gestiegenen Rohstoffkosten begründet. Experten erwarten sogar noch weiter steigende Preise bis April. Nach Meinung von Experten steige inzwischen auch die europäische Binnennachfrage nach Technischen Kunststoffe wieder an.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen Technischen Kunststoffe, die alle zwei Monate erscheinen, über die letzten sechs Monate hinweg; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im Februar notieren in den Primärmärkten die Standardkunststoffe und die Technischen Kunststoffe nur wenig verändert zum Vormonat – sie können als weitgehend stabil bezeichnet werden. Auch die Sekundärkunststoffe scheinen diesem Trend zu folgen. Dennoch ist Vorsicht bei den Technischen Kunststoffen geboten: Im Zweitmarkt drohen die Technischen Kunststoffe abzukippen, während diese im Erstmarkt noch fest notieren.

Einige Auswirkungen der Green Fence Politik der VR China bestehen immer noch, wenn auch abgeschwächt. So klagen die Händler und Makler über zu hohe Anforderungen aus China, da dort nur gute Ware akzeptiert werde. Des Weiteren wird berichtet, dass sich die Frachten verteuern. Zusätzlich werde in Fernost weniger für die Standardkunststoffe bezahlt. Und dann ist der Dollar auch noch teurer geworden.

Die Zeitschrift EUWID weist bei den Standardkunststoffen für Februar 2014 nur relativ geringe Preisveränderungen im Vergleich zum Januar 2014 aus. Den gleichen Preisverlauf zeigt auch die Internetplattform plasticker. Auch die Nachfrage nach Standardkunststoffen wird in beiden Preisspiegeln als gut eingeschätzt. Die Preisveränderungen sind bei beiden Preisspiegeln in der Gesamtschau als gering einzustufen und weisen damit für Februar 2014 eine Preisstabilisierung aus.


2.1 Preisspiegel EUWID

Unverändert in EUWID notieren PS und PVC. EUWID weist bei den Standardkunststoffen PE und PP nur geringe Preisveränderungen und zwar um plus 10 €/t aus, die häufig auch nur einseitig sind.

PE notiert etwas höher. Die Veränderungen umfassen häufig einseitige Preiserhöhungen um 10 €/t. Im März rechnen Experten mit nachgebenden Preisen bei den Folienabfällen.

Die Preisveränderungen bei den PP-Produktionsabfällen umfassen drei PP-Qualitäten. Die Preiserhöhungen liegen hier durchschnittlich zwischen 5 €/t und 15 €/t. Bei PP gibt es zwei qualitativ recht unterschiedliche Angebote für die Mahlgüter und die Regranulate: die Einen bringen tendenziell niedrigere Qualitäten in die Märkte und die Anderen produzieren höherwertige Qualitäten, die aber kaum adäquate Preisen erzielt. Insgesamt haben sich die PP-Märkte aber wieder stabilisiert – einem reichlichem Angebot steht gute Nachfrage gegenüber.

Die PS-Produktionsabfälle zeigen keine Veränderungen im Preisspiegel. PS-Recycler suchen nach wie vor Verarbeitungsinput. Die Nachfrage nach PS-Mahlgütern und insbesondere nach PS-Regranulaten ist weiterhin hoch. PS-Granulate erzielen gute Preise, s. den Preisspiegel in plasticker. PVC: Der milde Winter und das gute Wetter zu Jahresbeginn führen dazu, dass der sonst übliche saisonale Nachfragerückgang kaum stattfindet.

Der PET-Markt: Weiterhin besteht ein ausreichendes Angebot an PET-Getränkeflaschen. Der Absatz an Recyclaten, also von Mahlgütern und Regranulaten, ist zufrieden stellend. Im Februar 2014 notiert gemäß EUWID PET jeweils um 5 €/t höher als im Vormonat. Während im Februar in EUWID das Flaschen-PET klar geringfügig höher notiert, hält der Preisverfall bei der Internetplattform plasticker bei PET-Ballenware nach wie vor an. Bei PET-Neuware wird berichtet, dass die Preise für Verpackungs-PET um durchschnittlich 25 €/t im Februar nachgeben.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für März 2014, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind also ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Im Februar bleiben die Preise für Standardkunststoffe im Vergleich zum Vormonat gleich. Dennoch gab es bei den einzelnen Qualitäten durchaus Preisveränderungen: So reichen die Preiserhöhungen von 10 €/t bis 70 €/t und die Preisnachlässe von 20 €/t bis 40 €/t. Im Februar kann eine etwas verbesserte Nachfrage gegenüber Januar festgestellt werden. LDPE-Ballenware und LDPE-Granulat erzielen gute Preise, währen das LDPE-Mahlgut eher niedriger gehandelt wird. Auch PP-Ballenware und PP-Granulat sind preiswert in den Märkten zu haben. Das PET-Mahlgut bunt hat einen Preistiefstand erreicht. Laut plasticker verändert sich im Februar die Preisnotierung um mehr als ± 40 €/t im Vergleich zum Vormonat bei: HDPE-Mahlgut + 60 €/t und PS-Granulat +70 €/t.

Eine erste Vorschau in die März-Notierungen 2014, die allerdings erst Anfang April 2014 abschließend gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 604 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 14.04.2014 leicht steigende Preise bei den Standardkunststoffen aus. Der März zeigt bisher eine nur befriedigende Nachfrage nach Standardkunststoffen.

Tabelle 2: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Im Februar 2014 notieren die Technischen Kunststoffe um durchschnittlich 39 €/t niedriger als im Vormonat. Bis auf PA 6.6 Granulat zeigen alle Technischen Kunststoffe Preisnachlässe. Die Preisveränderungen liegen dabei zwischen 10 €/t und 120 €/t. Laut plasticker verändern sich im Februar die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t bei: ABS-Mahlgut -120 €/t und PC-Granulat -180 €/t. Im Februar kann die Nachfrage als befriedigend eingeschätzt werden.

Achtung bei den Technischen Kunststoffen droht ein deutlicher Preisverfall im März! Eine erste Vorschau in den März-Notierungen 2014, die abschließend allerdings erst Anfang April 2014 gemeldet werden, zeigt einen Durchschnittspreis in Höhe von nur noch 1322 €/t. Damit geben die Märznotierungen, die die Internetplattform plasticker für die Technischen Kunststoffe am 14.03.2014 ausweist, um 85 €/t nach! Der Februar 2014 zeigt bisher eine verhaltene Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Dies ist natürlich auch die Chance, Technische Kunststoffe preisgünstig einzukaufen.

Tabelle 3: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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