bvse-Marktbericht Kunststoffe - Mai 2014

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Erfreuliche Meldungen aus der Wirtschaft sollten die Kunststoffherstellung und die Kunststoffverarbeitung pushen. So melden übereinstimmend der GKV - Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie, s. www.gkv.de, und TecPart, s. www.tecpart.de, positives Marktgeschehen. Auch die Wirtschaftsdaten des ifo-Instituts und von Destatis - dem Statistischen Bundesamt sind positiv. Eine deutlichere Belebung der Kunststoffindustrie bleibt allerdings, wenn dies auch Ferien- und Feiertagen geschuldet ist, noch aus.

Standardkunststoffe: Die Preisnotierungen der Standardkunststoffe gemäß EUWID bleiben fast unverändert gegenüber dem Vormonat. PS notiert um durchschnittlich 10 €/t und PP um durchschnittlich 15 €/t höher. Die deutliche Preisrücknahme der März-Notierungen, gegenüber der im Februar mit 23 €/t, konnte im April gestoppt werden. Im April 2014 liegen die Durchschnittspreise der Standardkunststoffe um nur 5 €/t über denen des Vormonats. Die Nachfrage nach den Standardkunststoffen wird unterschiedlich beurteilt. Experten sprechen einerseits von einer befriedigenden und anderseits aber auch von einer schwächeren Nachfrage als im Vormonat. Bei einigen Olefinen war das Angebot knapp. Die geringen Preiserhöhungen werden auch auf leicht gestiegene Preise für die Vorprodukte zurückgeführt.

Technische Kunststoffe: Ein deutlicher Marktimpuls geht bei den Aprilnotierungen von den Technischen Kunststoffen aus. Die Kunststoffpreise steigen im April um 16 €/t gegenüber Februar. Zur Erinnerung: Im Februar konnten die Technischen Kunststoffe bereits um 22 €/t zulegen. Bei PMMA und PC wird die untere Preisgrenze um 50 €/t erhöht. Der Durchschnittspreis bei ABS legt 10 €/t zu. Während PA 6 im unteren Preisbereich um 50 €/t höher notiert, bleibt PA 66 unverändert. Die Nachfrage nach Technischen Kunststoffen ist gut. Ein weiterer Nachfrageschub wird erwartet.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen Technischen Kunststoffe, die alle zwei Monate erscheinen, über die letzten sechs Monate hinweg; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im April notieren in den Primärmärkten die Standardkunststoffe und die Technischen Kunststoffe nur wenig verändert zum Vormonat - sie können als stabil, mit einer leichten Tendenz zu höheren Preisen, eingeschätzt werden. Die Sekundärkunststoffe folgen abgeschwächt diesem Trend. Die Standardkunststoffe zeigen nur geringe Marktbewegungen. Ein positiver Marktimpuls geht jedoch von den Technischen Kunststoffen im Primärmarkt aus, der sich abgeschwächt auch im Sekundärmarkt findet. Die Zeitschrift EUWID Recycling und Entsorgung, No. 12, berichtet im März 2014: Die deutschen Altkunststoffexporte sinken in 2013 um 14,5 % auf 1,29 Mio To. Dies hat den Kunststoffrecyclern in Deutschland geholfen, mehr Material für ihre Anlagen, wenn auch zum Teil in schlechter Qualität, zu erhalten.

Die Auswirkungen der Green Fence Politik der VR China lassen sich jetzt an den Exportzahlen für 2013 belegen. Die Exporte in die VR China haben um 295.00 To und diejenigen nach Hongkong um 327.000 To im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Das China-Geschäft belebt sich im Vergleich zum Vorjahr langsam. Aus konjunkturellen Gründen ist allerdings die Nachfrage aus China geringer als in den Vorjahren.


2.1 Preisspiegel EUWID

Der Preisspiegel in EUWID notiert im April fast unverändert zum Vormonat. Nur drei Preiserhöhungen und zwar um durchschnittlich 5 €/t bzw. 10 €/t werden ausgewiesen. Eine stabile Nachfrage, wenn auch auf geringem Niveau gibt es für Ballenware und Recyclate. Deutliche Marktimpulse fehlen bei den Standardkunststoffen.

Selbst der PET-Markt erweist sich als ruhig. Angebot und Nachfrage sind weitgehend ausgeglichen.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für Mai 2014, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben - diese sind also ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Seit März geben die Preise der Standardkunststoffe in kleinen Schritten nach. Im April notieren die Standardkunststoffe um 8 €/t unter denen des Vormonats. Bei den einzelnen Qualitäten gab es Preisveränderungen: So reichen die Preiserhöhungen von 10 €/t bis 40 €/t und die Preisnachlässe von 20 €/t bis 60 €/t. Im April muss eine etwas schlechtere Nachfrage als im März festgestellt werden. LDPE-Ballenware, LDPE-Mahlgut, LDPE-Granulat und PVC können preisgünstig eingekauft werden. Das HDPE-Mahlgut hat mit 620 €/t seinen Höchststand seit Oktober 2012 erreicht. Das PET-Mahlgut bunt hat erneut einen Preistiefstand erreicht. Laut plasticker verändert sich im April die Preisnotierung um mehr als ± 40 €/t im Vergleich zum Vormonat z.B. bei: LDPE-Granulat -50 €/t und PET-Mahlgut bunt -60 €/t.

Eine erste Vorschau in die Mai-Notierungen, die allerdings erst Anfang Juni abschließend gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 587 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 16.05.2014 nochmals leicht nachgebende Preise und zwar um 6 €/t für die Standardkunststoffe aus. Der Mai zeigt bisher eine nur geringe Nachfrage nach Standardkunststoffen.

Tabelle 2: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Der bei den Technischen Kunststoffen prognostizierte Preisverfall für März 2014 ist wahr geworden und zwar i.H.v. 96 €/t. Im Mai ist die Nachfrage nach Technischen-Kunststoffen gut. Dies zeigt sich, wenn auch nicht ganz so deutlich, durch den Preisanstieg von März auf April mit 5 €/t und durch den Anstieg von April auf Mai mit 32 €/t. Im April liegen die Preiserhöhungen bei den Technischen Kunststoffen zwischen 20 €/t und 90 €/t und die Preisnachlässe zwischen 40 €/t und 270 €/t. Eine deutliche Preisrücknahme, und zwar i.H.v. 270 €/t, ergibt sich bei PA 6.6 Granulat! Laut plasticker verändern sich im April die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t beispielsweise bei: PC-Granulat +90 €/t und PA 6-Mahlgut -100 €/t.

Eine erste Vorschau in die Mai-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang Juni gemeldet werden, zeigt einen Durchschnittspreis in Höhe von 1344 €/t. Damit erhöhen sich die Notierungen, die die Internetplattform plasticker für die Technischen Kunststoffe am 16.05.2014 ausweist, um 32 €/t. Noch können Technische Kunststoffe preisgünstig eingekauft werden.

Tabelle 3: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.

Bonn, Donnerstag, 5. Juni 2014, Dr. Thomas Probst, bvse


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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