bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2014

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

PlasticsEurope, s. www.plasticseurope.de, veröffentlicht für das Geschäftsjahr 2013 eine positive Jahresbilanz die betitelt ist „Positive Jahresbilanz 2013, aber auch Wolken am Horizont: Kunststofferzeuger zwischen Hoffen und Bangen“. 2013 war insgesamt ein gutes Jahr für die Kunststofferzeuger in Deutschland: Die Produktion wuchs um 1,7 Prozent auf 19,8 Millionen Tonnen, die Umsätze um 5,8 Prozent. Sie erreichten so 26,7 Milliarden Euro. Im Inlandsgeschäft stiegen die Umsätze um 3,7 Prozent, im Ausland um 7,5 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten blieb stabil. Der Außenhandelsüberschuss lag bei 3,7 Millionen Tonnen oder 8,2 Milliarden Euro. Als Risiken für das Geschäftsjahr 2014 werden steigende Energiekosten, die Krise in der Ukraine und negative Konnotationen von Kunststoffen, die auch von der aktuellen EU-Politik ausgehen, angegeben.

Standardkunststoffe: Die Preisnotierungen der Standardkunststoffe gemäß EUWID erhöhen sich gegenüber dem Vormonat um durchschnittlich 10 €/t; dabei notiert PS um durchschnittlich 20 €/t und PP um durchschnittlich 23 €/t höher. A- und C-PET notieren im Mai unverändert mit 1120- 1180 €/t. Seit März verteuern sich die Standardkunststoffe in kleinen Schritten. Angebot und Nachfrage sind bei den Standardkunststoffen weitgehend ausgeglichen. PP und PS zeigen eine gute Nachfrage. Die Mai-Notierungen folgen den Verteuerungen der Vorprodukte. Für Juni wird weiterhin eine Fortschreibung der recht stabilen Preisnotierungen erwartet.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im Mai notieren in den Primärmärkten die Standardkunststoffe gering erhöht zum Vormonat – sie können als stabil, mit Tendenz zu höheren Preisen, eingeschätzt werden. Die Sekundärkunststoffe folgen kaum dem Trend der Primärmärkte. Die Märkte für Sekundärkunststoffe erweisen sich also als ruhig. Die Standardkunststoffe zeigen zwar im Mai eine stabile bis gute Nachfrage, die aber im Juni stagniert. Die Märkte der Sekundärkunststoffe sind bezogen auf den Input, das ist die Ballenware, im Angebot limitiert. Die Kunststoffrecycler haben im Output, das sind die Recyclate, einen guten Absatz. Oder anders ausgedrückt fehlt den Kunststoffrecyclern ausreichender Input bei hinreichender Qualität.

Sondersituation bei PP: Duale Systeme sichern sich, zum Nachteil der freien Kunststoffmärkte, das Verpackungs-PP. Es gibt kaum noch PP aus dem Verpackungsbereich in den freien Märkten. Kunststoffverarbeiter können deshalb kaum ihre PP-Linien auslasten.

Die Fernostexporte verlaufen auf einem stabilen Niveau. Größere Nachfrageimpulse aus der VR China fehlen bislang. In dem Vortrag von Herrn Yu PENG, CIQAR - China Entry-Exit Inspection and Quarantine Association Reused and Recycling Branch, auf dem 17. Internationalen Altkunststofftag in Bad Neuenahr zur gegenwärtigen Situation in der VR China bezüglich des Kunststoffrecyclings wurden die folgenden Zahlen für das Jahr 2014 genannt: gesamte genehmigte Einfuhrmenge von Altkunststoffen 12,3 Mio. Jahrestonnen, die von 700 hierfür zugelassenen Unternehmen eingeführt werden können. Die Anzahl der genehmigten Kunststoffrecyclingunternehmen in der VR China beträgt 920.


2.1 Preisspiegel EUWID

Der Preisspiegel in EUWID notiert auch im Mai fast unverändert zum Vormonat. Nur vier Preiserhöhungen und zwar um durchschnittlich 5 €/t werden ausgewiesen. Eine gute Nachfrage gibt es bei der Ballenware. Die Recyclate werden in Deutschland und den Binnenmärkten gut nachgefragt. Immer noch fehlen deutliche Marktimpulse bei den Standardkunststoffen.

Der PET-Markt erweist sich ebenfalls als ruhig. Angebot und Nachfrage sind weitgehend ausgeglichen. Auch im Mai notiert gemäß EUWID das Flaschen-PET unverändert.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für Juni 2014, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind also ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Seit März geben die Durchschnittspreise der Standardkunststoffe in kleinen Schritten nach. Im Mai notieren die Standardkunststoffe um 7 €/t unter denen des Vormonats. Bei den einzelnen Qualitäten gab es geringe Preisveränderungen; dabei reichen die Preiserhöhungen von 20 €/t bis 30 €/t und die Preisnachlässe von 20 €/t bis 80 €/t. Der Mai zeichnet sich durch eine verbesserte Nachfrage gegenüber dem Vormonat aus. Im Mai konnten PVC und alle LDPE-Qualitäten, das sind Ballenware, Mahlgut sowie Granulat, sehr preisgünstig eingekauft werden. Das LDPE-Granulat hat mit 790 €/t seinen Tiefststand seit Februar 2012 erreicht. Auch die PET-Notierungen erreichen einen Preistiefstand. Laut plasticker verändert sich im Mai die Preisnotierung um mehr als ± 40 €/t im Vergleich zum Vormonat z.B. bei: LDPE-Granulat -80 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juni-Notierungen, die allerdings erst Anfang Juli abschließend gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 601 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 23.06.2014 zwar um 15 €/t steigende Preise für die Standardkunststoffe aus, allerdings unter dem Vorbehalt der stark erhöhten Notierung von PS-Granulat. Ohne Berücksichtigung des PS-Granulats ergibt sich ein weiterer Preisverfall. Der Juni zeigt bislang eine verhaltene Nachfrage nach Standardkunststoffen.

Tabelle 1: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Im Mai notieren die Technischen Kunststoffe durchschnittlich um 45 €/t höher als im Vormonat. Bis auf PC-Granulat zeigen alle Technischen Kunststoffe Preiserhöhungen. Im Mai ist die Nachfrage nach Technischen Kunststoffen gut. Die Preiserhöhungen für Technische Kunststoffe liegen zwischen 10 €/t und 180 €/t. Laut plasticker verändern sich im April die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t beispielsweise bei: PBT-Granulat +130 €/t, PA 6 Granulat -100 €/t und PA 6.6 Mahlgut +180 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juni-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang Juli gemeldet werden, zeigt einen Durchschnittspreis in Höhe von 1313 €/t. Damit geben die Notierungen, die die Internetplattform plasticker für die Technischen Kunststoffe am 23.06.2014 ausweist, um 44 €/t gegenüber dem Mai nach. Immer noch können Technische Kunststoffe sehr preisgünstig eingekauft werden. Die Preisnachlässe sind bei PA 6.6 Mahlgut sowie bei POM-Granulat mit 100 €/t €/t bzw. 120 €/t €/t deutlicher als bei den anderen Notierungen.

Tabelle 2: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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