bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juli 2014

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der KI Dialog hat seine Halbjahresumfrage veröffentlicht die zu folgenden Ergebnissen kommt. Die positiven Impulse für die gesamte deutschsprachige Kunststoffindustrie der zweiten Hälfte 2013 haben sich nahtlos im ersten Halbjahr 2014 fortgesetzt. Auch der KI-Entwicklungsindex ist deutlich positiv. Der KI-Entwicklungsindex weist Mitte die-ses Jahres mit rund 115 Punkten die gute Lage deutlich aus. Allerdings zeigt der KI-Erwartungsindex für die kommenden sechs Monate mit einem Wert von 95,6 Punkten eine doch recht deutliche Abkühlung der Stimmung an.

Auch der Export zeigt sich verbessert. Die stärker exportorientierten Unternehmen verzeichneten im ersten Halbjahr deutlich bessere Auslandsgeschäfte. Das gleiche eindeutige Bild zeigt sich auch bei den Erwartungen, wenn auch in etwas abgemilderten Form. Es deutet sich an, dass die Konjunktur in Europa wieder substanziell und nachhaltig aufwärts strebt.

Standardkunststoffe: Im Juni bleiben die Preisnotierungen der Standardkunststoffe gemäß EUWID beim Vergleich mit dem Vormonat gleich. PS gibt durchschnittlich um 40/t im Preis nach. Alle anderen hier notierten Standardkunststoffe verteuern sich um durchschnittlich 10 €/t. Auch Verpackungs-PET notiert mit durchschnittlich 20 €/t leicht erhöht gegenüber dem Vormonat. Die Juni-Notierungen folgen somit den Verteuerungen der Vorprodukte. Die Markteinschätzung durch die Experten ist nicht einheitlich hinsichtlich Angebot und Nachfrage. Spannend bleibt, ob es in der doch recht langen Sommerpause im Juli und August zu größeren Marktbewegungen kommen wird.

Technische Kunststoffe: Die Technische Kunststoffe, die in EUWID alle zwei Monate notiert werden, bleiben im Juni unverändert zum April. Allerdings erwarten Experten, dass die Notierungen in den kommenden Monaten nachgeben. Einige Experten sprechen davon, dass im Mai und Juni ein Abverkauf stattgefunden hat. Die Brücken- und Feiertage im Mai und Juni könnten sich in eine ruhige Sommerzeit für Juli und August fortsetzen.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen Technischen Kunststoffe, die alle zwei Monate erscheinen, über die letzten sechs Monate hinweg; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im Juni notieren die Standardkunststoffe in den Primärmärkten stabil. Die Sekundärkunst-stoffe weisen für Juli leichte Preiserhöhungen aus. Die Märkte für Sekundärkunststoffe er-weisen sich im Juni als stabil bei einer besseren Nachfrage als im Vormonat. Die Märkte der Sekundärkunststoffe sind bezogen auf den Verarbeitungsinput, das ist die Ballenware, im Angebot limitiert. Die Kunststoffrecycler haben im Output, das sind die Recyclate, einen guten Absatz. Oder anders ausgedrückt fehlt den Kunststoffrecyclern immer noch ausreichen-der Input bei hinreichender Qualität. Die Exportnachfrage hat sich erhöht. Das knappe Angebot führt dazu, dass auch im Export höhere Preise gezahlt werden.

Weiterhin besteht eine Sondersituation bei PP. Duale Systeme sichern sich, zum Nachteil der freien Kunststoffmärkte, das Verpackungs-PP. Es gibt kaum PP aus dem Verpackungsbereich in den freien Märkten. Kunststoffverarbeiter können deshalb kaum ihre PP-Linien auslasten. EUWID weist folgerichtig auch leichte Preiserhöhungen für die PP-Produktionsabfälle aus, während die PP-Märkte gemäß plasticker im Juni wenig verändert notieren.


2.1 Preisspiegel EUWID

Im Preisspiegel in EUWID notieren im Juni PVC und PS unverändert zum Vormonat. Geringe Preiserhöhungen um durchschnittlich 10 €/t sind bei PE post user und PP-Produktionsabfälle festzustellen. Weitere Preiserhöhungen sind bei LDPE-Folie bunt (K49) und die LDPE-Folie natur (K40) bei den den PE-Produktionsabfällen auszuweisen.

Preiserhöhungen um durchschnittlich 10 €/t sind bei den PP-Produktionsabfällen zu melden.

Der PET-Markt erweist sich weiterhin als ruhig. Die Nachfrage nach Recyclaten ist gut. Das Flaschenangebot sollte sich im Sommer verbessern. Recycler könnten durchaus noch mehr Ware aufbereiten und im Markt absetzen. Im Juni notiert das Flaschen-PET gemäß EUWID weiterhin unverändert.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für Juli 2014, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind also ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Im Juni notieren die Standardkunststoffe um durchschnittlich 15 €/t höher als im Vormonat. Bei den einzelnen Qualitäten gab es einige Preisveränderungen; so reichen die Preiserhöhungen von 30 €/t bis 160 €/t und die Preisnachlässe von 10 €/t bis 40 €/t. Der Juni zeigt eine geringere Nachfrage als der Vormonat. Im Markt wird berichtet, dass alle PP-Qualitäten knapp sind – dies zeigt sich aber bisher kaum in den Juni-Notierungen von plasticker. PET notiert immer noch sehr niedrig. Laut plasticker verändert sich im Juni die Preisnotierung um mehr als ± 40 €/t im Vergleich zum Vormonat, z.B. bei: LDPE-Mahlgut +70 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juli-Notierungen, die allerdings erst Anfang August abschließend gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 611 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 24.07.2014 einen weiteren Preisanstieg und zwar um durchschnittlich 15 €/t aus. Der Juli zeigt bislang eine etwas bessere Nachfrage nach Standardkunststoffen als der Vormonat. Größere Preisveränderungen zeigen sich bei LDPE-Mahlgut, PP-Ballenware und PS-Mahlgut. Das PS-Granulat stabilisiert sich bei 1190 €/t.

Tabelle 2: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Im Juni notieren die Technischen Kunststoffe durchschnittlich um 34 €/t niedriger als im Vormonat. Bei den einzelnen Qualitäten gab es deutliche Preisveränderungen; so reichen die Preiserhöhungen von 20 €/t bis 120 €/t und die Preisnachlässe von 40 €/t bis 140 €/t. Der Juni zeigt eine geringere Nachfrage als der Vormonat. Laut plasticker verändern sich im April beispielsweise die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t PA 6-Mahlgut -110 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juli-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang August gemeldet werden, zeigt einen Durchschnittspreis in Höhe von 1315 €/t. Der Juli zeigt bislang eine etwas bessere Nachfrage nach Technischen Kunststoffen als der Vormonat. Damit bleiben die Notierungen, die die Internetplattform plasticker für die Technischen Kunststoffe am 13.07.2014 ausweist, in etwa konstant und niedrig. Oder anders ausgedrückt: immer noch können Technische Kunststoffe sehr preisgünstig eingekauft werden.

Tabelle 3: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker, siehe www.plasticker.de, lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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