bvse-Marktbericht Kunststoffe - Januar 2015

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der Bundesverband der Deutschen Industrie bewertet die Lage der Wirtschaft im Land derzeit als gut. Garant dafür sei, so BDI Chef Grillo, der stabile Arbeitsmarkt. Hinzu kämen die positiven Effekte durch den niedrigen Ölpreis. Außerdem behaupte sich die Exportwirtschaft erfolgreich, weil die Geschäfte vor allem mit den USA gut liefen. Aus diesem Grund geht der Verband davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr genauso wachsen wird wie 2014 - mit 1,5 Prozent.

In Deutschland beginnt das Wirtschaftsjahr 2015 recht ruhig. Die Auswirkungen des Preisrutsches beim Rohöl auf die Konjunktur werden breit diskutiert. In Europa sind die Auswirkungen der niedrigen Teuerungsraten der letzten Monate auf die Wirtschaft noch nicht absehbar.

1.1 Standardkunststoffe: Mit dem deutlich fallenden Ölpreis verbilligen sich auch die Vorprodukte sowie die Kunststoffe. Im Dezember notieren deshalb die Standardkunststoffe im Vergleich zum Vormonat nochmals deutlich niedriger und zwar um durchschnittlich 48 €/t, s. Tabelle 1. Für den Januar werden nochmals nachgebende Preise wahrscheinlich. Die geringe Nachfrage nach Standradkunststoffen wird mit weiter fallenden Preisen und den Feiertagen im Dezember und Januar begründet. Es wird berichtet, dass die Kunststoffverarbeiter nur geringe Lagebestände haben.

1.2 Technische Kunststoffe: Der nachgebende Rohölpreis zieht die Notierungen für Technische Kunststoffe nach unten. Die Technischen Kunststoffe, die in EUWID zweimonatlich notiert werden, s. Tabelle 2, geben im Durchschnittspreis um 30 €/t nach. POM notiert um durchschnittlich 25 €/t, PA 6 um durchschnittlich 100 €/t sowie PA 66 um durchschnittlich 50 €/t niedriger. PMMA, ABS und PC bleiben in den Notierungen vorerst unverändert. Die Kunststoffverarbeiter erwarten in den nächsten Monaten, vor allem wegen der fallenden Notierungen der Vorprodukte, weiter nachgebende Preise. Somit trifft eine verhaltene Nachfrage an Technischen Kunststoffen auf ein gutes Angebot.

EUWID-Notierungen Technischen Kunststoffe, die alle zwei Monate erscheinen, über die letzten sechs Monate hinweg; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im Dezember und Januar zeigen sich deutliche Marktverwerfungen, s. hierzu die unten ausgewiesenen EUWID-Notierungen! Die Kunststoffmärkte sind in großer Unruhe auf Grund der Rohölnotierungen. Im Januar haben sich die Rohölnotierungen auf niedrigem Niveau, also bei etwa 50 US $ je Barrel, stabilisiert. Die Recyclatpreise folgen dem Trend der Primärware zu nachgebenden Preisen. Allerdings sind die Preisforderungen für den Verarbeitungsinput, das ist v.a. die Ballenware, zu Mitte Dezember und auch noch zu Anfang Januar unverändert hoch. Die Kunststoffrecycler geraten dadurch unter beträchtlichen Druck, da sie die teuren Einkaufspreise für Kunststoffabfälle nicht bei den Recyclatpreisen kompensieren können. Erst im Januar weist EUWID deutlichere Preisnachlässe bei den Kunststoffabfällen aus. Jetzt geben die Preise für die Kunststoffabfälle nach. Allerdings ist deren Preisverfall immer noch nicht ausreichend um den Preisverfall der Recyclate zu kompensieren.

Beim Kunststoffrecycling besteht nach wie vor ein großer Mangel an Verarbeitungsinput. Dieser Mangel manifestiert sich in hohen Marktpreisen für Kunststoffabfälle. Darüber hinaus kann die Qualität der sortierten Ware über weite Strecken hinweg nur noch als sehr schlecht beschrieben werden. Verkaufsverpackungsmengen aus Dualen Systemen werden gezielt entweder in den Export oder in die Verbrennung abgesteuert, so dass oft nur noch die Lohnaufbereitung bleibt. Die DSD GmbH bedient mit den besseren Kunststoffabfällen zunächst nur noch ihre eigenen Verarbeitungsanlagen. In größerem Umfang wurden den systemunabhängigen Kunststoffrecyclern die Kontingente für 2015 gekündigt. Auch dadurch geraten die Kunststoffrecycler in beträchtliche Schieflage.

Die Nachfrage aus Fernost ist Anfang Dezember noch relativ hoch. Exportware erzielt zunächst gute Preise. Überdies ist auch noch der Euro-Dollar Wechselkurs für den Export vorteilhaft. Allerdings ändert sich die Situation ab Mitte Dezember laut EUWID dramatisch. Zunächst werden deutliche Preisabschläge bei Exportware vereinbart. Dann erfolgen Warenrückweisungen und schließlich wird bereits verschiffte Ware umgelenkt oder nachverhandelt.


2.1 Preisspiegel EUWID

Aus aktuellem Anlass weist der Januar-Preisspiegel für Altkunststoffe in EUWID die Notierungen für Dezember und Januar aus. Alle Qualitäten geben im Preis nach!

Der PET-Markt erweist sich im Dezember und Januar als schwierig, da die Preise der Mahlgüter und der Regranulate in Abhängigkeit von den Neuwarepreisen weiter unter Druck geraten. Feiertagsbedingt ist im Januar die Versorgung mit PET-Flaschen recht gut. PET-Verarbeiter haben ihre Winterpause verlängert, um den Marktverwerfungen auszukommen.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für Januar 2015, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben – diese sind also ein Zwischenstand, die erst im Februar 2015 endgültig werden. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten. Ballenware bezieht sich ausschließlich auf Kunststoffabfälle.

Standardkunststoffe

Im Dezember bleibt der Durchschnittspreis für die Standardkunststoffe, s. Tabelle 3, im Vergleich zum Vormonat nahezu unverändert. Bei den einzelnen Qualitäten gibt es nur geringe Preisveränderungen. So reichen die Preiserhöhungen von 10 €/t bis 70 €/t und die Preisnachlässe von 10 €/t bis 50 €/t. Der Dezember zeigt aufgrund der Feiertage eine verhaltene Nachfrage nach Standardkunststoffen. Im Allgemeinen gilt, dass Granulate im Preis nachgeben. HDPE-Mahlgut verzeichnet weiterhin Höchststände, während HDPE-Granulat fortlaufend im Preis nachgibt. Während h_PVC im Jahrestrend leicht niedriger tendiert, notiert w_PVC hier eher fester. Auch die PET-Ballenware bunt hat sich im Preis weiter gefestigt. Im Jahrestrend gibt das PET-Mahlgut bunt immer noch weiter im Preis nach. Laut plasticker verändern sich im Dezember die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±40 €/t z. B. bei: LDPE-Ballenware +70 €/t und PET-Ballenware +60 €/t.

Eine erste Vorschau in die Januar-Notierungen 2015, die allerdings abschließend erst Anfang Februar 2015 gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 592 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 13.01.2015 leicht nachgebende Preise aus. Der Januar zeigt bisher, trotz der Festtage, eine zufrieden stellende Nachfrage nach Standardkunststoffen.

Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht sder Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Im Dezember notieren die Technischen Kunststoffe im Durchschnittspreis um 12 €/t niedriger als im Vormonat, s. Tabelle 4. Die Technischen Kunststoffe geben schrittweise im Durchschnittspreis nach. Bei den einzelnen Qualitäten gab es die folgenden Preisveränderungen: die Preiserhöhungen reichen von 10 €/t bis 70 €/t und die Preisnachlässe von 30 €/t bis 140 €/t. Die Mahlgüter von ABS, PBT, PC und POM tendieren im Jahrstrend nachgebend. Der Dezember zeigt aufgrund der Feiertage eine verhaltene Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Laut plasticker verändern sich im Dezember die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t bei: PA 6.6-Granulat -80 €/t und POM-Granulat -140 €/t.

Eine erste Vorschau in die Januar-Notierungen 2015, die abschließend allerdings erst Anfang Februar 2015 gemeldet werden, zeigt einen Durchschnittspreis in Höhe von 1313 €/t. Damit geben die Technischen Kunststoffe weiter im Preis nach. Bis zum 13.01.2015 zeigt die Internetplattform plasticker eine feiertagsbedingte leicht verhaltene Nachfrage nach Technischen Kunststoffen.

Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t.

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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