bvse-Marktbericht Kunststoffe - April 2004

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Die Preise für Standard-Neukunststoffe zeigen sich im März 2004 uneinheitlich. Während bei LDPE, LLDPE und PS Preisnachlässe zu verzeichnen waren, ist bei PVC eine Preiserhöhung zu notieren. Die Preisspannen wurden bei PP und HDPE-Blasware deutlich erweitert. So kosten im März je Tonne: LDPE-Folien 850-920 €, LLDPE-Folien 780-850 €, HDPE-Spritzguß 780-840 €, HDPE-Blasware 760-850 €, PS-glasklar 840-880 €, PS-schlagfest 890-930 €, PP-Homopolymer 760-860 €, PP-Copolymer 810-910 €, PVC-Rohrqualität 720-760 €, PVC-Folien/Kabel 760 bis 780 €. Der bestehende Preisauftrieb aus den Vormonaten konnte im März abgefangen werden. Die Preise für Technische Neukunststoffe sind im April unverändert gegenüber Februar. Der von den europäischen Herstellern angekündigte Aufpreis hat sich bislang noch nicht durchgesetzt.

In mehreren Artikeln wird auf den hohen Bedarf an Kunststoffen in China und an deren Vorprodukten für die nächsten Jahre aufmerksam gemacht. Die Nachfrage nach petrochemischen Produkten wächst in China ungebremst. Rund die Hälfte des Bedarfs an Kunststoffen wird aus Importen gedeckt. In 2005 wird ein Kunststoffverbrauch von 27 Mio. t und in 2010 an 39 Mio. t prognostiziert. Hierdurch werden weltweit anhaltend hohe Rohstoffpreise erwartet, die sich letztlich auch auf die Altkunststoffpreise – hier besonders PE - durchschlagen werden.

Auch im März bleibt die Lage auf dem Markt für Standard-Altkunststoffe in Deutschland uneinheitlich. Insgesamt sind nur geringe Preiserhöhungen bei wenigen Kunststoffarten auszumachen. Die Preise bei PE-Produktionsabfällen, bei PVC-Produktionsabfällen und bei PET sind gänzlich unverändert! In Deutschland ist der erwartete Preisrückgang bei den Altkunststoffen ausgeblieben. Als Gründe hierfür werden eine weiter gute Nachfrage bzw. ein geringeres Aufkommen an Kunststoffen angeführt. So rechnet nicht zuletzt auch die DKR mit einem Rückgang der Garantiegebermengen in 2004. Der Fernosthandel wird als unübersichtlich beschrieben, da einerseits immer noch hohe Kaufnachfragen in Deutschland registriert werden, andererseits aber wird über hohe Lagerbestände berichtet. Üblicherweise wird in Fernost im 2. Quartal weniger produziert.

Im März sind zum zweiten Mal nacheinander keine Preisveränderungen bei den PE-Produktionsabfällen zu verzeichnen: Höhere Nachfrage besteht nun nach LDPE-Mahlgut. Preisveränderungen werden bei PE im post-user-Bereich festgestellt: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) notiert mit 225-295 €/t, LDPE-Stretchfolie (E70) mit 150-230 €/t, PE-Folie transparent natur <70 µm mit 190-260 €/t und PE-Folie transparent farbig <70 µm mit 50-120 €/t. Dünne PE-Folie natur, die vor allem nach Fernost exportiert wird, gab im oberen Bereich um 15 €/t nach. Gute Schrumpfhauben natur kosten jetzt bis zu 295 €/t.

Für März ist nur eine geringe Preisveränderungen bei den PP-Produktionsabfällen zu melden: PP-Folie bunt (K59) notiert jetzt für den oberen Qualitätsbereich um 5 €/t höher und zwar mit 80-120 €/t. Es wird berichtet, dass die Auslandsnachfrage nach PP sowohl im EU-Binnenmarkt als auch nach Fernost weiterhin hoch sei. Während Italien in 2003 als europäischer Hauptimporteur etwa 9.600 t einführte, wurden in Hongkong rund 12.800 t eingeführt.

Zwei Preisveränderungen sind bei den PS-Produktionsabfällen im März 2004 zu verzeichnen, nämlich standard-glasklar mit 300-400 €/t und schlagfest-weiß mit 330-515 €/t.

Bei PVC ist im März 2004 nur eine Preiskorrektur zu melden, nämlich bei PVC-Fensterqualität weiß mit 450-630 €/t. Entgegen der anfangs verhaltenen Nachfrage wird im März wieder mehr Marktbewegung beobachtet. Bestehende Wintervorräte werden abgebaut. Die Zeit der großen Marktbewegungen bei PET scheint nunmehr zu Ende zu gehen, da im März keinerlei Preisveränderungen zu melden sind. Dennoch steht immer noch eine hohe Inlands- und Auslands-Nachfrage einem zu geringen Angebot an PET gegenüber. Die unten genannten PET-Neuwarepreise, die zum März 2004 erhöht wurden, stabilisieren die Preise für die Altkunststoffe. Höherer Absatz der PET-Verarbeitungsprodukte, das sind vor allem die Mahlgüter und Regranulate, wird im März gemeldet. Für PET-Altkunststoff-Flaschen gelten daher immer noch die nachfolgenden Preise: Mehrweg natur 210-270 €/t, Mehrweg hellblau 120-180 €/t, Einweg natur 150-230 €/t und Einweg bunt 90-140 €/t. Auf Grund der vielfältigen Sortimente der Discounter ist wirklich glasklare Einwegware eher selten zu erhalten. Beimischungen entstehen durch Zugabe an bunten Flaschen. Nicht zu letzt werden die angebotenen Qualitäten durch PET-braun vermindert. PETCycle-Flaschen werden weiterhin mit etwa 150-170 €/t gehandelt. Die Definitionen für die angebotenen PET-Qualitäten sind sehr unterschiedlich: Dies gilt einerseits für PET-bunt, welches mit bzw. ohne Beimischung an PET-braun angeboten wird und andererseits für die 80/20- und 90/10-Qualitäten.

Im März 2004 wird PET-Neuware wie folgt notiert: europäische Folien und Flaschenware (A- und C-PET) 1-1,16 €/kg, asiatische Ware 1-1,05 €/kg, beide frei Haus. PET-Hersteller begrüßen die Entscheidung der EU-Kommission im Anti-Dumping-Verfahren. Danach werden PET-Importe aus Australien, China und Pakistan mit einem vorläufigen Antidumpingzoll belegt. Dieser beläuft sich für Einfuhren aus China auf 72-141 €/t. Für europäische Ware erwarten die Verarbeiter einen Preisanstieg. Die Auftragslage für Preforms und Flaschen aus PET wird als ruhig bis gut geschildert. Starke Nachfrage für Flaschen-PET wird spätestens ab Ende April erwartet. Gut gefragt sind Multilayer-Preforms für Bier sowie Preforms für Saft. In Deutschland besteht guter Absatz für die 1 L PETCycleflasche, während auf den übrigen Märkten 0,5 L und 1,5 L Preforms und Flaschen gekauft werden.

Die angegebenen Altkunststoffpreise sind Preise für Ballenware und Mahlgut ab Station. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern einerseits und Weiterverarbeitern andererseits genannt wurden. Die Preise beziehen sich auf Mengen größer 20 Tonnen. Alle Angaben ohne Gewähr.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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