bvse-Marktbericht Kunststoffe - Mai 2004

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Die Rohstoffe für Primärkunststoffe sind knapper und teurer geworden; dies wird an den Preisen für die direkten Vorprodukte und auch beim Erdölpreis deutlich. Daher sind in Folge dessen die Preise für Standard-Neukunststoffe im April 04 um durchschnittlich 26 €/t, gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe, angestiegen. So kosten im April je Tonne: LDPE-Folien 880-920 €, LLDPE-Folien 790-890 €, HDPE-Spritzguß 750-850 €, HDPE-Blasware 750-850 €, PS-glasklar 910-970 €, PS-schlagfest 960-1020 €, PP-Homopolymer 810-870 €, PP-Copolymer 860-920 €, PVC-Rohrqualität 740-760 €, PVC-Folien/Kabel 760-790 €. Im Vormonat haben viele Verarbeiter ihre Lager abgebaut und kaufen jetzt langsam nach.

Im April sind über alle angegeben Standard-Altkunststoffe nur fünf Preisveränderungen im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen. Die Preise schwanken dabei um maximal 20 €/t. Der Markt für Altkunststoffe in Deutschland wird als uneinheitlich und unübersichtlich bewertet. Die angebotenen Qualitäten bestimmen den Preis. Gerade bei den gelieferten Qualitäten werden immer wieder Klagen der Kunststoffverarbeiter laut, da diese teilweise nicht dem vereinbarten hohen Preisniveau entsprechen. Außerdem werden die angebotenen Qualitäten wie z.B. 80/20 oder 90/10 auf Grund der herrschende Marktlage teils anders vermarktet bzw. bewertet als früher; d.h. teilweise Einschätzung von 80/20-Qualität als 90/10-Qualität beim Verkauf u.a.m.. Mit diesen Meldungen stimmen auch die Sorgen der Verarbeiter von Standardaltkunststoffen bezüglich fehlender Mengen, nachlassender Qualitäten und hoher Annahmepreise überein, die während des Altkunststofftages des bvse vorgebracht wurden. Die hohen Annahmepreise für die Altkunststoffe könnten nur teilweise an die Preise der Verarbeitungsprodukte weitergegeben werden. Die Verarbeiter von Altkunststoffen müssten zudem mit den niedrigen Beseitigungskosten der Deponierung und Verbrennung im Inland sowie mit den geringen Produktions- und Beseitigungskosten aus Fernost konkurrieren.

Weiterhin unübersichtlich ist auch der Fernosthandel. Einerseits wird berichtet, dass der Export nach China durch die CCIC deutlich strenger kontrolliert wird. Die Zahl der festliegenden Container in Hongkong wird als hoch bezeichnet, wobei aber über deren Anzahl deutliche Uneinigkeit besteht. China Daily berichtet im Mai, dass China einen Importstopp für Altkunststoffe aus Japan verhängt habe. Andererseits wird im April eine stärkere Nachfrage von ausgewählten Altkunststoffen aus China gemeldet. Die vom Autor registrierten Kaufnachfragen aus Fernost nach Altkunststoffen (PET und PO) gehen seit Februar 2004 langsam aber stetig zurück.

Polyolefine PE und PP: Die Preise für PE-Produktionsabfälle sind seit Januar 04 unverändert! Dennoch erscheint der Markt als nicht ausgewogen. Gute HDPE-Qualitäten fehlen im Inland wegen der hohen Auslandnachfrage, wobei im Export deutlich höhere Preise zu erzielen sind. Zwei Preisveränderungen ergeben sich bei PE aus dem post-user-Bereich: LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) notiert mit 120-180 €/t und HDPE-Hohlkörper bunt (C29) mit 20-80 €/t. Für PE gilt allgemein: Bunte Warte ist nur schlecht absetzbar, während Naturqualitäten gesucht sind. Unter anderem auch Absatz von schlechteren Qalitäten an PE-Mahlgut bunt in Osteuropa. Im Jahr 2002 wurden aus Deutschland nach China 48.176 t an PE-Altkunststoffen ausgeführt. Dieser Anteil stieg im Jahr 2003 auf 105837 t an. Für April ist nur eine Preisveränderungen bei den PP-Produktionsabfällen zu melden: PP-Folie bunt (K59) notiert jetzt mit 90-125 €/t. Ansonsten zeigt sich der PP-Markt als stabil.

Eine Preisveränderungen ist bei den PS-Produktionsabfällen im April 04 zu verzeichnen, nämlich Standard glasklar mit 300-410 €/t. Die Preise und die Nachfrage für PVC-Mahlgut sind stabil. Es werden in den nächsten Wochen keine Änderungen erwartet.

In Fachpresse und bei Fachveranstaltungen werden der PET-Export bezüglich Mengen und Preise, die PET-Qualitäten, das PET Marktpotential sowie die PET-Innovationen thematisiert. Die Meldungen über den PET-Fernostexport sind weiter uneinheitlich. So wird gemeldet, dass der PET-Export von der chinesischen Seite her strenger kontrolliert werde. Als eine Konsequenz hieraus werden dann insgesamt nur noch bessere Exportqualitäten nach China gelangen. Die statistische Erfassung des PET-Export weist für das Jahr 2002 eine Exportmenge von nur 1700 t mit einem Marktwert von 655.000 € aus. Ein steigendes Marktaufkommen an PET-Verpackungen ergibt sich einerseits aus der Zunahme von PET als Verpackungsmaterial für Kosmetika und Wasch- und Reinigungsmittel, das sind die Mengen der Dualen Systeme, und andererseits aus dem Potential der Getränkedose vor der Einführung des Pflichtpfandes, das bisher nicht vollständig auf die Gewinner des Pflichtpfandes, nämlich PET und Kartonverbunde, umverteilt wurde. Die PET-Innovationen beziehen sich auf Bier und CO2-haltige Fruchtsäfte, wodurch für PET weiter steigende Mengen erwartet werden. Gleichzeitig wird sich der Anteil von schwer recyclierbarem PET erhöhen, da zur Produktidentifikation immer mehr opake PET-Verpackungen mit sehr starken Einfärbungen (silber, rot, grün) auf dem Markt drängen.

Im April hat sich der Preis von PET-Mehrweg hellblau verändert. Für PET-Altkunststoff-Flaschen gelten die nachfolgenden Preise: Mehrweg natur 210-270 €/t, Mehrweg hellblau 120-190 €/t, Einweg natur 150-230 €/t und Einweg bunt 90-140 €/t. Die Preise für die PET-Rohstoffe sind in den letzten Monaten stetig gestiegen. Die Primär-PET-Preise gehen in kleinen Schritten nach oben, allerdings nicht stärker als die Kosten, so dass die Hersteller noch immer nicht zufrieden sind. Im April 04 wird PET-Neuware wie folgt notiert: europäische Folien und Flaschenware (A- und C-PET) 1,07-1,20 €/kg, asiatische Ware 1,02-1,04 US$/kg, beide frei Haus. Dow Europe will die Preise für Lighter-PET-Typen ab 1. Mai um 100 €/t erhöhen.

Die angegebenen Altkunststoffpreise sind Preise für Ballenware und Mahlgut ab Station. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zw. Sortierern bzw. Händlern einerseits und Weiterverarbeitern andererseits genannt wurden. Die Preise beziehen sich auf Mengen größer 20 Tonnen. In Klammern sind die Sortenbezeichnungen aus dem Qualitätsverzeichnis für Altkunststoffe, Hrsg. bvse, BIR und BDE, angegeben. Alle Angaben ohne Gewähr.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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