bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2004

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Trotz hoher Preise für Rohstoffe und Vorprodukte zeigt sich im Mai der deutsche Markt für Standard-Neukunststoffe ausgewogen. Die Preise konnten teilweise erhöht werden. In Folge dessen sind die Preise für Primärstandardkunststoffe um durchschnittlich 6,5 €/t, gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe, gestiegen. So kosten im Mai je Tonne: LDPE-Folien 880-930 €, LLDPE-Folien 790-900 €, HDPE-Spritzguß 750-850 €, HDPE-Blasware 760-850 €, PS-glasklar 930-980 €, PS-schlagfest 990-1040 €, PP-Homopolymer 810-870 €, PP-Copolymer 860-920 €, PVC-Rohrqualität 740-770 €, PVC-Folien/Kabel 760-800 €.

Der Markt für Standard-Altkunststoffe ist im Mai gekennzeichnet durch steigende Preise bei großer Nachfrage. Der Sekundärmarkt folgt den Tendenzen aus dem Primärmarkt zeitverzögert um etwa einen Monat. Die berechtigten Sorgen deutscher Verwerter von Polyolefinen und von PET bezüglich hoher Annahmepreise, fehlender Inlandsmengen, nachlassender Qualitäten und ungenügender Erlöse führen mitunter zu enormen Schwierigkeiten. Die Mengen, die künftig über die Dualen Systeme auf den Altkunststoff-Markt gebracht werden, werden von 630.000 t in 2003 auf voraussichtlich 400.000 t ab 2005, d.h. also um bis zu 42 % deutlich vermindert! Die Mengenreduktion bei Vermarktung durch die Dualen Systeme hat zur Folge, dass von Sortieren ab 2005 verstärkt freie Mengen angeboten werden. Auf dem Markt für Lebensmittel und Getränke haben sich inzwischen drei größere Mengenströme durchgesetzt. Zwei unterschiedliche Mengenströme werden durch die Sammlungen der Dualen Systeme generiert, dies sind die Mindestverwertungsmengen der Dualen Systeme und die genannten freien Mengen. Der dritte Mengenstrom wird aus dem Pflichtpfandsystem generiert. Die oben genannte Situation wird für die Kunststoffverarbeiter noch zusätzlich dadurch verschärft, dass die Zuzahlungen der DKR voraussichtlich weiter sinken werden. Der Fernostexport boomt im Mai. Trotz der ab Juli gültigen deutlich höheren Anforderungen hinsichtlich Registrierung und Lizenzierung für Exporte nach China haben deren Umfang stark zugenommen. Die hohe chinesische Kaufnachfrage in Europa, führt zu höheren Preisen im Export und nachfolgend im Inland. Obwohl die chinesische Regierung versucht, den Wirtschaftsaufschwung vorsichtig zu steuern, rechnet man in Europa nicht mit nachlassender Kaufnachfrage bei Sekundär-PET und PE-Folienabfällen. Es wird gemeldet, dass China den Import von PE-Folienabfall vorerst verboten habe. Japan gilt hier als wichtigster Lieferant der Volksrepublik China.

Preisveränderungen sind bei PE sowohl bei den Produktionsabfällen als auch im post-user-Bereich zu verzeichnen. Die PE-Folien und Mahlgut aus der Produktion zeigen steigende Preise für HDPE bunt 200 - 350 €/t, LDPE bunt 200 - 350 €/t und LDPE-Folien natur (K40) 250 - 370 €/t. Es wird berichtet, dass die Nachfrage nach Folien und Mahlgütern aus Produktionsabfällen geringer sei als nach den Folien aus dem post consumer Bereich. Für den post consumer Bereich ergeben sich somit folgende Änderungen: LDPE-Schrumpfhauben natur (E40) mit 230 - 300 €/t, Folie transparent natur < 70 µm 210 - 280 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 130 - 180 €/t, Gewerbemischfolie (80/20) 100 - 150 €/t und HDPE-Kastenware farbsortiert 300 – 380 €/t. Im Export wurden für die dünne Naturfolie in der Spitze Preise von bis zu 295 €/t erzielt.

Bei den PP-Produktionsabfällen sind im Mai Preiserhöhungen für Folien bunt (K59) 90 - 130 €/t, Copolymer bunt 235 - 350 €/t und Spritzgussware schwarz glasfaserverstärkt 300 - 350 €/t zu verzeichnen.

Keinerlei Preisveränderungen sind bei den PS-Produktionsabfällen im Mai 04 zu verzeichnen. Zum Vergleich werden hier die freien PS-Mengen aus DSD-Sammlungen angeführt, die mit etwa 50 €/t gehandelt werden, während die PS-Produktionsabfälle je nach Qualität bei 250 - 515 €/t liegen.

Bei PVC ist im Mai 04 nur eine Preiskorrektur zu melden, nämlich für PVC-Produktionsabfälle und hier die Qualität hart bunt, die mit 230-350 €/t notiert. Allgemein bleibt anzumerken, dass sich PVC im Jahresvergleich über alle Qualitäten hinweg als sehr preisstabil verhält.

Achtung, ein überschießender Markt kann bei PET gemeldet werden! Die sehr hohe Nachfrage nach PET führt im Mai 04 zu Preisanhebungen um durchschnittlich 20 €/t. Damit ergeben sich folgende Notierungen für PET-Flaschen: Mehrweg natur 220 - 270 €/t, Mehrweg hellblau140 -200 €/t, Einweg natur 170 - 230 €/t und Einweg bunt 90 - 160 €/t. Petcore gibt bekannt, dass in 2003 in Europa 612.00 t an PET-Ballen dem Recyclingmärkten zugeführt wurden, während in 2002 etwa 449.000 t gesammelt wurden. Hauptprodukte des PET-Recycling sind Flaschen mit 11.1%, Polyesterfasern mit 70,4% und Polyesterfolien mit 7.5%. In 2003 wurden aus Europa 136.000 t an RPET exportiert, während in 2002 nur 33.000 t ausgeführt wurden. Die Marktsituation bei PET wird in Deutschland in 2005 dadurch verschärft werden, dass neue Kapazitäten für das Recycling von PET-Flaschen in Frankreich geschaffen werden. So haben zwei französische Faserproduzenten den Aufbau von PET-Recyclinganlagen in Frankreich angekündigt. Es werden Anlagen mit einer Jahreskapazität von 24.000 t für die Herstellung von Fasern und Vliesstoffen bzw. Anlagen für die Produktion von Lebensmittelverpackungen aus gewaschenen PET-Flakes aufgebaut.

Die angegebenen Altkunststoffpreisen sind Preise für Ballenware und Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zw. Sortierern bzw. Händlern einerseits und Weiterverarbeitern andererseits genannt wurden. Die Preise beziehen sich auf in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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