bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juli 2004

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Die Erdölpreise bestimmen direkt die Preise der Vorprodukte und damit indirekt die Preise der Standard-Neukunststoffen. Im Juni haben viele Hersteller angesichts der knappen Rohstoffe mit Produktionsrücknahmen und Auftragstopps bei der Herstellung von Primärware reagiert. Die erhöhten Notierungen der Vorprodukte werden konsequent an die Neukunststoffpreise weiter gegeben. Weiter steigende Preise werden auch im 3. Quartal erwartet. Die Inlandslagerbestände werden als eher gering eingeschätzt. Ein reges Exportgeschäft verringert die Inlandsangebotsmengen zusätzlich. So steigen die Preise, gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe, um durchschnittlich27 €/t. Im Juni kosten je Tonne: LDPE-Folien 930-970 €, LLDPE-Folien 830-910 €, HDPE-Spritzguß 800-850 €, HDPE-Blasware 800-850 €, PS-glasklar 930-1000 €, PS-schlagfest 990-1070 €, PP-Homopolymer 850-890 €, PP-Copolymer 900-940 €, PVC-Rohrqualität 780-800 €, PVC-Folien/Kabel 800-830 €.
Die Preise für Technische Neukunststoffe, das sind PMMA, ABS, PC, POM und PA sind im Juni um bis zu 200 €/t gestiegen! Bei guter Nachfrage sind auf Grund höhere Kosten für Vorprodukte und Energie folgende Preisveränderungen zu melden: PMMA glasklar 2650-2850 €/t, ABS natur 1200-1300 €/t, ABS weiß 1300-1400 €/t, ABS schwarz 1300-1400 €/t, ABS farbig 1900-2000 €/t, PC glasklar 2500-2650 €/t, PC GF verstärkt 2700-2850 €/t, POM natur 2050-2150 €/t, PA 6 natur 1950-2200 €/t, PA 6 schwarz 1950-2200 €/t, PA 6 GF verstärkt 2150-2400 €/t, PA 66 natur 2400-2600 €/t und PA 66 GF verstärkt 2600-2800 €/t.

Der Markt für Standard-Altkunststoffe ist im Juni gekennzeichnet durch weitgehend stabile Preise bei guter Nachfrage. Die oben ausgeführten Teuerungen der Primärware schlagen im Juni noch nicht auf die Sekundärware durch. Kunststoffverarbeiter nutzen jetzt aber verstärkt Sekundärware, wodurch die Kapazitäten der Aufbereiter gut ausgelastet sind und die Lager geleert werden. Der Umsatz in den Monaten Juli und August leidet tendenziell unter den Ferien. Es besteht weiterhin Uneinigkeit über die vom Handel angebotenen Qualitäten und die zugehörigen Preisforderungen. Dies bezieht sich sowohl auf die Gehaltsangaben wie z.B 80/20 oder 90/10 als auch auf die Definition der Qualitäten >natur< und >bunt<. Durch die beschriebene schwierige Marktsituation kommen die Verwerter von Sekundärware in starke Bedrängnis, da die hohen Einkaufspreise nicht an die Produkte weitergegeben werden können.
Trotz der erhöhten Anforderungen für die Registrierung von Exporten nach China erweisen sich die Fernostexporte zunächst als stabil. Die Registrierung für den China Export wurde inzwischen auf den 01.11.04 verschoben; die amtlichen Unterlagen hierfür sind aber bereits bis zum 01.08.04 einzureichen. In Folge dessen wird eine vorsichtige Umorientierung der Fernostostexporte hin zu den EU-Märkten registriert.

Nur eine Preisveränderung, nämlich bei den PE-Produktionsabfällen, ist im Juni zu melden: LDPE-Folie bunt (K49) 120 - 230 €/t. Die im Markt beobachteten Preiserhöhungen von etwa 5 bis 10 €/t bleiben zunächst in den angegebenen Preisspannen des Vormonats. Bei den PP-Produktionsabfällen sind im Juni keinerlei Preisveränderungen gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen. Dennoch ist der Markt bei den Polyolefinen in Bewegung. Bei den PS-Produktionsabfällen wird Standard bunt nun im Bereich von 250 - 300 €/t gehandelt. Bei PVC zeigt sich der Markt weiterhin als stabil. Hier besteht gute Nachfrage im Bereich der Rohindustrie. Über anstehende Preisveränderungen bei Altkunststoffen aus PE, PP, PS und PVC im Zuge der oben ausgeführten Preiserhöhungen für Neuware wird spekuliert.

Im heißen Sommer 2003 wurden der Primär- und nachfolgend der Sekundär-PET Markt maßgeblich durch den erhöhten Getränkeverbrauch in PET-Flaschen bestimmt. Dieser Angebotsschub bleibt in Deutschland in 2004 bisher aus. Selbst bei Sekundär-PET sind die Preisbewegungen in Abhängigkeit der Qualitäten noch im Preisrahmen des Vormonats, siehe oben. Die angebotenen PET-Qualitäten sind für die Marktbeteiligten schwierig zu definieren, da die Gehalte an braunen Flaschen, die zusätzlich als Mono- oder Multilayer vorliegen können, und/oder an opaken Flaschen die Qualität der angebotenen transparenten Flaschen in natur oder gefärbt erheblich beeinflussen. Die Verwertung der anfallenden großen Mengen an braunen PET-Bierflaschen bereitet nach-wie-vor Schwierigkeiten, wenn hier auch vereinzelt neue Wege beschritten werden. Die hier auflaufenden Exportnachfragen nach PET sind im Juli rückläufig. Spannend bleibt der Umfang der künftigen Fernostexporte, von Sekundär-PET, der den europäischen Verwertungsmarkt maßgeblich bestimmt. Im Juni 04 wird PET-Neuware wie folgt notiert: europäische Folien und Flaschenware (A- und C-PET) 1,08-1,22 €/kg, asiatische Ware 1,02-1,09 €/kg, beide frei Haus.

Die angegebenen Altkunststoffpreisen sind Preise für Ballenware und Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zw. Sortierern bzw. Händlern einerseits und Weiterverarbeitern andererseits genannt wurden. Die Preise beziehen sich auf in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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