bvse-Marktbericht Kunststoffe - August 2004

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Die hohen Erdölpreise bewirken in allen Bereichen der Kunststoffproduktion deutliche Preiserhöhungen. Der Standardkunststoffmarkt für Neukunststoffe zeichnet sich aus durch Mengenverknappungen und erheblich gestiegene Preise für die Rohstoffe und Energie. Bei verschiedenen Herstellern stehen Anlagen still bzw. wurde die Produktion zurückgefahren. Niedrige Lagerbestände sind bei Herstellern und Verarbeitern zu verzeichnen. Im August werden eine weitere Verschärfung der Situation und Preiserhöhungen erwartet. Die Preise, gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe, stiegen im Juli um durchschnittlich 45 €/t. So kosten je Tonne: LDPE-Folien 950-980 €, LLDPE-Folien 860-930 €, HDPE-Spritzguß 850-880 €, HDPE-Blasware 840-860 €, PS-glasklar 1050-1080 €, PS-schlagfest 1100-1120 €, PP-Homopolymer 880-930 €, PP-Copolymer 930-980 €, PVC-Rohrqualität 830-850 €, PVC-Folien/Kabel 850-870 €. Dow Chemical Company kündigt höhere Preise um bis zu 100 €/t für Technische Kunststoffe ab Mitte August an. Die BASF AG hat zum 1. August die Preise für Kunststoffe hier insbesondere Styrolkunststoffe und Polyamid angehoben.

Der Markt für Standard-Altkunststoffe ist im Juli gekennzeichnet durch Preiserhöhungen bei ausgesuchten Sorten, die im Bereich von 10-20 €/t liegen. Die Nachfrage im In- und Ausland ist weiterhin hoch nach Altkunststoffen. Die oben ausgeführten Teuerungen der Primärware schlagen im Juli verhalten auf die Sekundärware durch. Insgesamt wird der Markt als unübersichtlich eingeschätzt. In der Ferienzeit haben die Verwerter ihre Produktion teilweise verringert. Die Verwerter leiden über zu hohe Eingangspreise für die Altkunststoffe bei gleichzeitig rückläufigem Aufkommen aus Produktion und Konsum. Inzwischen werden die Produktionsabfälle vermehrt von den Herstellern selbst eingesetzt. Die künftig geltenden Anforderungen für die Registrierung von Exporten nach China, die bis zum 01. August 04 an die AQSIQ gemeldet sein müssen, werden inzwischen von den Händlern, Maklern und Exportunternehmen umgesetzt. In den letzten Juli-Tagen herrscht zudem große Aufregung hinsichtlich der Registrierungen, die ab dem 01. August 04 von Befördern, Einsammlern, Händlern und Maklern für gewerbliche und gefährliche Abfälle in den Niederlanden eingefordert werden. Beim Autor häufen sich inzwischen wieder die Anfragen aus Fernost nach den unterschiedlichsten Kunststoffsorten. Die Exportnachfrage ist nicht zu befriedigen. Es wird über stärkere und effiziente Kontrollen der Einfuhren nach China berichtet. Inzwischen werden auch höhere Kunststoffqualitäten aus Fernost angefordert.

Im PE-Markt können vorsichtige Preiserhöhungen vor allem für gute Qualitäten beobachtet werden. Dünne Naturfolie, die vor allem exportiert wird, verteuert sich weiter. Bei den PE-Produktionsabfällen sind folgende Erhöhungen zu melden: HDPE-Mahlgut natur 250-410 €/t, LDPE-Mahlgut natur 250-410 €/t und LDPE-Folie natur (K40) 250-380 €/t. Folgende Preisveränderungen ergeben sich bei PE aus dem post-user-Bereich: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 240-310 €/t, PE-Folie transparent natur < 70 µm 220-290 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 300-400 €/t und HDPE-Kastenware bunt 250-340 €/t. Kunststoffmischungen aus Produktionsabfällen, die sog. Windelfolie PE/PP weiß (V01), wird im Juli 04 mit 170-230 €/t gehandelt. Bei den PP-Produktionsabfällen sind im Juni zwei Preisveränderungen gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen: PP-Folie bunt (K59) 100-140 €/t und Homopolymer bunt 230-330 €/t. Folienabfälle und Mahlgut sollten den Preiserhöhungen der Neuware folgen. Erwartet werden weitere Preiserhöhungen ab August.

Bei den PS-Produktionsabfällen wird Standard bunt mit 260-300 €/t, Schlagfest bunt mit 300-410 €/t, Schlagfest schwarz mit 320-420 €/t Schlagfest weiß mit 350-525 €/t gehandelt. Die Preissteigerungen werden auch hier auf die Neuwarenpreise zurückgeführt.

Bei PVC zeigt sich der Preisspiegel als stabil, während insgesamt eher uneinheitliche Tendenzen für die einzelnen Sorten gemeldet werden. Bei guter Nachfrage werden aus den Preisstiegerungen der Neuware auch hier anziehende Preise für Alt-PVC abgeleitet.

Der PET-Preisspiegel zeigt Bewegung. Die Pflichtpfandmengen bereiten Entsorgern und Verwertern insofern Sorge als der Handel einerseits höhere Erlöse für die Getränkeflaschen fordern, während andererseits die Entsorgungsleistungen wie etwa das Sortieren, die Störstoffentfernung und die entsprechenden Mengenstrom- und Verwertungsnachweise zu gering honoriert werden. Die Farbsortierung von transparenten, farbig transparenten und farbig opaken Flaschen werden auf die Entsorger und Verarbeiter abgewälzt, meistens ohne entsprechende Vergütung dieser Leistung. Der Anteil der braunen Bierflasche (Mono- oder Multilayer) nimmt stetig zu. PETCycle-Abfüller wollen höhere Erlöse für ihre Flaschen erzielen und zwar je nach Verwertung! Für Altflaschen, die in der bottle-to-bottle Herstellung verwertet werden, werden als Indikator ca. 200 €/t, bei der Folienverwertung ca. 250 €/t und beim Fernostexport ca. 300 €/t im jeweils oberen Preisbereich genannt. In den Fernostexport gelangen jetzt vermehrt gewaschene Flakes. Die Exportnachfrage kann nicht befriedigt werden, die Inlandsnachfrage ist weiterhin unverändert hoch. Die einzelnen PET-Lieferungen müssen immer noch sehr genau beschrieben werden, da die einzelnen Chargen in ihrer Zusammensetzung stark schwanken. Trotz verschiedenster Meldungen ist die Verwertung der großen Mengen an PET-braun immer noch sehr schwierig. Im Juli 04 ergeben sich folgende Notierungen für PET-Flaschen: Mehrweg natur 220-270 €/t, Mehrweg hellblau150 -220 €/t, Einweg natur 170-230 €/t und Einweg bunt 90-160 €/t.

Im Juli 04 wird PET-Neuware wie folgt notiert: Westeuropa 1,12-1,15 €/kg, USA 1,10-1,15 €/kg und Fernost 0,95-1,00 €/kg. Im Juli wirkte die aufgrund des regnerischen und kühlen Wetters gebremste Nachfrage hemmend auf weitere Erhöhungen. Die Kosten für Rohstoffe und Energie schlagen auch auf die Neuware durch. Die Antidumping-Zölle der EU auf PET aus Pakistan, China und Australien greifen, der Markt ist dadurch ausbalancierter und der zuvor bestehende Preisdruck hat etwas nachgelassen.

Die angegebenen Altkunststoffpreisen sind Preise für Ballenware und Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zw. Sortierern bzw. Händlern einerseits und Weiterverarbeitern andererseits genannt wurden. Die Preise beziehen sich auf Mengen größer 20 Tonnen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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