bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2005

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Markt für Primärkunststoffe

Der Markt für Standardneukunststoffe ist im Mai durch eine schlechte Auftragslage und fallende Preise gekennzeichnet. Verarbeiter kaufen zurückhaltend und kurzfristig, so dass nur geringe Vorräte vorhanden sind. Gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe gaben die Preise um durchschnittlich 60,50 €/t nach. Diese Kunststoffe kosten dann per Tonne: LDPE-Folie 960-1040 €, LLDPE-Folie 900-970 €, HDPE-Spritzguß 860-930 €, HDPE-Blasware 890-930 €, PS-glasklar 1060-1100 €, PS-schlagfest 1110-1150 €, PP-Homopolymer 940-1010 €, PP-Copolymer 990-1060 €, PVC-Rohrqualität 620-700 € und PVC-Folien/Kabel 700-780 €. Die Produktion läuft gedrosselt; Anlagenstillstände werden nur vereinzelt gemeldet. Im Juni ist mit Wartungspausen zu rechnen. Primärware ist reichlich verfügbar, knapp sind lediglich einzelne Spezialitäten. Die Nachfrage aus Fernost ist weiterhin gering. Im Gegensatz zu den jährlich zur Sommersaison stark erhöhten Benzinpreisen geben die Vorproduktpreise deutlich nach. Insgesamt ist also für die Standardneukunststoffe im Juni eher mit weiter nachgebenden Preisen zu rechnen.


Markt für Sekundärkunststoffe

Der Preisspiegel für Standardaltkunststoffe stagniert im Mai. Mit nur einer Ausnahme, nämlich bei HDPE-Kastenware, ergaben sich im Mai über alle Kunststoffarten hinweg keine Preisveränderungen! Der Altkunststoffmarkt verhält sich abwartend, ob die Abwärtsbewegungen anderer Sekundärmärkte im Juni durchschlagen werden. Ein Abwärtstrend bei Sekundärkunststoffen ist im Mai nicht aus dem Preisspiegel ersichtlich, da bis Ende des Monats die Sekundärkunststoffe zu unverändert hohen Preisen gehandelt wurden. Darüber hinaus werden Produktionsabfälle immer noch sehr hoch gehandelt, da die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigt. Die Hinweise der Verarbeiter von Sekundärkunststoffen auf sinkende Preise bei Primärkunststoffen hatten im Mai nur geringe Auswirkungen auf die Preisgestaltungen. Die Lage für die deutschen Kunststoffaufbereiter und -verarbeiter ist immer noch auf Grund der hohen Preise für die Eingangsware schwierig. Spannend wird das Auslaufen der Übergangsfrist aus der Abfallablagerungsverordnung. Das Kunststoffangebot sollte nach dem 31.05.06 insgesamt steigen. Damit steigt sowohl der Ausschuss an Kunststoffresten als auch die im Markt verfügbaren Qualitäten an höherwertigen Kunststoffen. Die beiden Trends werden sich jedoch beim einzelnen Verwerter nicht neutralisieren. Verwerter kalkulieren daher mit höheren Kosten für die Beseitigung der Sortierreste.

Zunehmend drängen osteuropäische Recycler in den deutschen Markt. Die osteuropäischen Recycler konkurrieren mit den deutschen Recyclern sowohl um die Produkte als auch um die Sekundärkunststoffe. Der Export nach Fernost wird sehr uneinheitlich eingeschätzt. Während PE-Mischfolien im Exportpreis nachgeben, werden für andere Kunststoffarten noch immer hohe Preise gezahlt.

Bei den PE-Produktionsabfällen entfallen weiterhin mangels Angebot die Notierungen von LDPE-Folie bunt. Im PE post-user-Bereich kann im Preisspiegel nur eine einzige Preisänderung, nämlich bei HDPE Kastenware farbsortiert ausgemacht werden, die jetzt höher, nämlich mit 400-570 €/t gehandelt wird. Wieder notiert werden LDPE-Agrarfolie natur < 70 μm (B40) mit 0-25 €/t und LDPE-Agrarfolie natur > 70 μm (B41) mit 10-50 €/t. Zum Vergleich wird die Notierung von B41 angegeben, die im Februar 05 -10-40 €/t betrug. Mahlgüter aus Produktionsabfällen sind knapp. HDPE fehle am meisten. Die aus Fernost gefragte Naturfolie lag Ende Mai häufig bei 360 €/t. Bei 80/20 und 90/10-Folienmischabfälle blieb die Spanne mit 200-245 €/t und 240-280 €/t die Spanne unverändert. Ende Mai gaben bei 80/20-Qualitäten die Preise nach und zwar auf 220-225 €/t ab Station.

Eine gute Nachfrage und ein knappes Angebot führten im Mai zu stabilen Preisen bei den PP-Produktionsabfällen. Verweise auf die günstigere Neuware greifen bisher nicht. Die Preise für PP-Mahlgüter liegen überwiegend zwischen 330 und 530€/t. Die Spanne für Mahlgüter aus PS-Produktionsabfällen sind unverändert weit. Saubere Produktionsreste gelten als knapp und gefragt. Je nach Typ werden im Mai meistens zwischen 330 und 600 €/t genannt.

Auch bei PVC gilt, dass die gute Nachfrage und das knappe Angebot im Mai zu stabilen Preisen führen. Produktionsabfälle werden stark nachgefragt. Je nach Typ werden diese Mahlgüter mit 200-720 €/t gehandelt.

Der PET-post-user Markt zeigt sich im Mai unverändert zum Vormonat. Die Verwerter üben Druck auf die Annahmepreise aus unter Verweis auf die günstigere Neuware. Die Lagerbestände der inländischen Verwerter seien hoch, so Experten. Bunte Qualitäten werden verstärkt angeboten. Auch hinsichtlich der Vereinheitlichung der Pfandrücknahme wurde über eine künftige Zunahme an PET bunt spekuliert. Gerade bei PET bunt schwanken die Preise sehr in Abhängigkeit der Qualität und Verpressung. PET bunt wird mit 135-220 €/t ab Station gehandelt. Schlechter Qualitäten an PET bunt wurden teils unter 100 €/t gehandelt. Mehrweg natur wurde im unteren Rahmen mit 300 €/t und Einweg natur mit 220 €/t gehandelt. Weiterhin bestimmt der EU-Binnemarkt die Preise und nicht der Export. In den Fernostexport gelangen nun verstärkt höhere und aufbereitete Qualitäten.

Die angegebenen Altkunststoffpreisen sind Preise für Ballenware und Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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