bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juli 2005

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Markt für Primärkunststoffe

Zum sechsten Mal in Folge sind bei den Standardneukunststoffen deutlich nachgebende Preise zu melden. Die Preise des Vorjahresmonats werden nun deutlich unterschritten. Die Produktion läuft gedrosselt. Verarbeiter kaufen weiterhin zurückhaltend und kurzfristig. Gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe gaben im Juni die Preise um durchschnittlich 98,50 €/t nach! Diese Kunststoffe kosten dann per Tonne: LDPE-Folie 830-920 €, LLDPE-Folie 760-860 €, HDPE-Spritzguß 760-820 €, HDPE-Blasware 770-840 €, PS-glasklar 940-980 €, PS-schlagfest 980-1030 €, PP-Homopolymer 870-930 €, PP-Copolymer 920-980 €, PVC-Rohrqualität 580-640 € und PVC-Folien/Kabel 620-700 €. Der Markt ist immer noch schwer einschätzbar. Noch liegt das Angebot über der Nachfrage. Ende Juni stabilisierten sich die Preise. Die Vorräte der Kunststoffverarbeiter werden als gering eingeschätzt. Die Hersteller der Standardkunststoffe haben Preisanhebungen angekündigt. Die Rohölpreise befinden sich mit über 60 US $ je Barrel auf einem sehr hohen Niveau. Die Vorproduktpreise waren im Juni aber niedrig. Wegen der hohen Rohölpreisen haben Kunststoffhersteller zum 1. Juli Preiserhöhungen um 100 €/t angekündigt. Der Export belebt sich etwas. Die Monate Juli und August führen aber ferienbedingt zu geringerer Nachfrage im Inland. Die Notierungen für Kunststoffe haben im Juli an der LME auf über 1000 US $ angezogen. Deshalb wird für die Standardneukunststoffe im Juli und August mit einer Stabilisierung der Preise gerechnet.

Der PET-Markt leidet immer noch an ausbleibenden Wachstumsimpulsen. Die PET-Produzenten versuchen die Preise wenigsten zu halten. Die europäischen PET-Verarbeiter berichten im Juni von durchschnittlichen Preissenkungen um 50 bis 60 €/t. Flaschenmaterial werde inzwischen zu 1100-1250 €/t gehandelt. Asiatische Spotware wird auf den Märkten um 1000 €/t gehandelt. Für Juni werden folgende PET-Marktpreise angegeben: Westeuropa 1150-1250 €/t, USA 1150-1300 €/t und Fernost 800-950 €/t.

Die Preise für Technische Neukunststoffe haben im Juni, bis auf die Ausnahme von PC, nachgegeben. Der Markt verhält sich abwartend. Im Vergleich zu April 05 notiert PC höher um 100 €/t. Im Juni werden die folgenden Preise angegeben: PMMA glasklar 2500-2700 €/t, ABS natur 1550-1750 €/t, ABS weiß 1650-1850 €/t, ABS schwarz 1650-1850 €/t, ABS farbig 2250-2450 €/t, PC glasklar 2950-3100 €/t, PC GF verstärkt 3200-3350 €/t, POM natur 2250-2300 €/t, PA 6 natur 2550-2700 €/t, PA 6 schwarz 2550-2700 €/t, PA 6 GF verstärkt 2800-2950 €/t, PA 66 natur 2750-2900 €/t und PA 66 GF verstärkt 3000-3200 €/t.


Markt für Sekundärkunststoffe

Auch im Juni überrascht die Preissituation auf dem Markt der Standardaltkunststoffe. Während die Preise für Neukunststoffe deutlich und wiederholt nachgeben, behauptet sich der Sekundärkunststoffmarkt auf hohem Niveau. Dies geht aber v.a. zu Lasten der Kunststoffverarbeiter und der Kunststoffhändler. Gute Nachfrage bei knappem Angebot beeinflusst v.a. den Polyolefin-Markt. Bei den Polyolefinen sind deshalb entsprechende Preissteigerungen bei ausgewählten Qualitäten zu notieren. Der Preisspiegel weist keine Veränderungen bei PS, PVC und PET aus. Besonders gesucht sind gute Qualitäten aller Kunststoffarten. Der Exportmarkt belebt sich. Experten sprechen von erhöhter Nachfrage nach Standardkunststoffen aus China.

Die Entsorgungswirtschaft wird im Zuge des Stichtages zum Inkrafttreten der Abfallablagerungsverordnung neu geordnet. Dies hat auch direkte Auswirkungen auf die Kunststoffverwertung, da entsprechend größere Mengen an Kunststoffmaterialien aus Gewerbe & Industrie, die im stofflichen Recycling benötigt werden, langsam marktverfügbar werden. Die Kunststoffverarbeiter können dann die jeweils geeigneten Qualitäten auswählen. Dieser positive Trend wird einerseits jedoch überlagert von hohen Kosten für die Beseitigung von Ausschuss und Resten nicht verarbeitbarer Kunststoffmaterialien und andererseits durch die vorgenannten hohen Input-Preise.

Bei den PE-Produktionsabfällen entfällt weiterhin mangels Angebot die Notierung von LDPE-Folie bunt. Folgende Preisveränderungen sind für die PE-Produktionsabfälle zu melden: HDPE bunt 300-470 €/t, LDPE bunt 300-475 €/t, LDPE natur 300-525 €/t und LDPE-Folien natur (K49) 350-450 €/t. Im PE post-user-Bereich sind im Preisspiegel folgende Preisänderung zu melden: LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) 180-270 €/t, LLDPE-Stretchfolie (E70) mit 300-370 €/t und LDPE-Agrarfolie schwarz o. weiß > 70 mm (B41) 20-40 €/t und HDPE-Hohlkörper bunt (C29) mit 50-100 €/t. Die Notierung von LDPE Agrarfolie wird mangels Angebot wieder ausgesetzt. Von besonderem Interesse ist der Vergleich der Qualitäten innerhalb der Gewerbemischfolie, die als 80/20 mit 200-245 €/t, als 90/10 mit 240-280 €/t und als 98/02 mit 360-420 €/t notiert wird, denn hierdurch können die Kosten und Erlöse für das hochwertiges Sortieren im post-user Bereich abgeschätzt werden. Hierbei darf aber der obligate Hinweis auf das häufig unterschiedliche Verständnis der vorgenannten Prozentangaben nicht fehlen.

Eine gute Nachfrage bei knappem Angebot führte im Juni zu den folgenden Preiserhöhungen bei den PP-Produktionsabfällen: Folien natur (K50) 300-400 €/t, Homopolymer bunt 300-450 €/t und Copolymer bunt 300-450 €/t. Eine stabile Marktlage ist bei den PS-Produktionsabfällen zu verzeichnen, die durch eine weiter knappe Versorgung mit guten Produktionsabfällen gekennzeichnet ist. PS-Mahlgut natur sei kaum marktverfügbar, so berichten Experten. Für PVC gilt weiterhin, dass gute Ware knapp ist. Hierbei führen insbesondere die schwache Baukonjunktur sowie die Eigenverarbeitung der Produktionsabfälle zu geringen freien und marktverfügbaren Mengen.

Die Notierungen im PET-post-user Markt sind auch im Juni unverändert. Der Druck der Verwerter, um niedrigere Annahmepreise durchzusetzen und zwar unter Verweis auf die günstigere Neuware, auf die großen Anteile an PET bunt und auf Materialdurchmischungen, wächst. Der Marktanteil an Qualitätsflakes steigt. Das Angebot an bunten Qualitäten ist hoch. Im Zuge der Vereinheitlichung der Pfandrücknahme werden Sorgen über künftig weiter nachlassende PET-Qualitäten laut. Einwegflaschen natur besserer Qualitäten werden zunehmend im oberen Preisbereich der Mehrwegflaschen gehandelt. Zunehmend häufen sich die Exportanfragen an Flaschen aus Osteuropa. Im Fernostexport werden insbesondere saubere und farbsortierte Flakes nachgefragt.


Die angegebenen Altkunststoffpreisen sind Preise für Ballenware und Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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