bvse-Marktbericht Kunststoffe - August 2005

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Markt für Primärkunststoffe

Wie im Marktbericht für Juli erwartet, stabilisierten sich die Preise für alle Standardneukunststoffe. Anlagenstillstände und -ausfälle sowie Produktionskürzungen führten zu einem knappen Angebot. Den Verarbeiter war es bisher kaum möglich, ihre Lagerbestände zu günstigen Konditionen zu füllen. Wegen geringer Lagerbestände war die Nachfrage in der ersten Monatshälfte sehr hoch, jedoch ab Monatsmitte wieder abgeschwächt. Die Versorgung mit Standardware ist zu gegebenen Preisen gesichert, während Sondertypen schwierig zu bekommen sind. Gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe erhöhten sich im Juli die Preise um durchschnittlich 53,50 €/t. Diese Kunststoffe kosten dann per Tonne: LDPE-Folie 880-970 €, LLDPE-Folie 820-880 €, HDPE-Spritzguß 820-880 €, HDPE-Blasware 830-910 €, PS-glasklar 1040-1080 €, PS-schlagfest 1090-1130 €, PP-Homopolymer 910-970 €, PP-Copolymer 960-1020 €, PVC-Rohrqualität 610-650 € und PVC-Folien/Kabel 650-700 €. Die Preisspannen haben sich teilweise verkürzt. PS hat um 100 €/t angezogen, während PVC nur geringe Preiserhöhungen und zwar um durchschnittlich 20 €/t zeigt. Ab Ende August sollte die Inlandsnachfrage wieder steigen. Die asiatischen Märkte bestimmen durch ihre inzwischen erhöhte Nachfrage maßgeblich die Preise der Inlandsmärkte. Die Notierungen an der LME haben sich zum 29.07.05 für die Monate Sep., Okt. und Dez. für PP auf 1090 US $ und für LLDPE auf 1070 US $ erhöht. Bei den Standardneukunststoffen wird für August mit einer weiteren Preisstabilisierung bzw. Preiserhöhung gerechnet.

PET-Hersteller sprechen von einer regen Nachfrage bei niedrigen Lagerbeständen. Viele Betriebe hatten ihre Produktion zurückgenommen und ihre Anlagen erst jetzt wieder hochgefahren. Die Verarbeiter berichten, dass sie noch gut versorgt seien und auf den Märkten noch keine Knappheit herrsche. Im Juni hatten die Preise deutlich nachgegeben. Im Juli wurde die Preise um durchschnittlich 45 €/t erhöht. Die PET-Preise werden für Folien- und Flaschenware (A- und C-PET) mit 1100-1160 €/t frei Haus angegeben. Im August versuchen die Produzenten eine weitere Preiserhöhung durchzusetzen.


Markt für Sekundärkunststoffe

Die Preise für Standardaltkunststoffe ziehen im Juli an, wobei nur noch PET unverändert notiert. Die Tendenz zu höheren Preisen scheint ungebrochen zu sein. Der Markt für Sekundärkunststoffe entkoppelt sich immer mehr vom Primärmarkt. Besonders gesucht sind gute Qualitäten aller Kunststoffarten. Gute Qualitäten sind dann auch dementsprechend zu bezahlen. Frei gehandelte Produktionsabfälle sind nach wie vor rar. Die Regranulate erzielen inzwischen höhere Preise. Die Verarbeiter setzen verstärkt Regranulate ein. Die Qualitäten aller angebotenen post-consumer Kunststoffe leiden deutlich. Überraschenderweise schlägt bisher der Entsorgungsnotstand nur sehr abgemildert auf das Kunststoffrecycling durch. Zwar wird das Angebot an Sortierresten und an unsortierten Mischkunststoffen größer, doch lassen deren Qualitäten sehr zu wünschen übrig. Außerdem sind bei den angebotenen Qualitäten die inzwischen nochmals erhöhten Beseitigungskosten miteinzuberechnen. Der Exportmarkt hat sich deutlich erholt. Über alle Kunststoffarten hinweg, kann inzwischen wieder eine hohe Nachfrage aus China festgestellt werden.

Bei den Polyolefinen sind weiter Preissteigerungen, und zwar jetzt über fast alle Qualitäten hinweg, zu notieren. Folgende Preisveränderungen sind für die PE-Produktionsabfälle zu melden: HDPE bunt 330-470 €/t, HDPE natur 350-500 €/t, LDPE-Folie bunt (K49) 220-300 €/t und LDPE-Folien natur (K49) 380-480 €/t. Bei den PE-Produktionsabfällen wird inzwischen auch die LDPE-Folie bunt wieder notiert. Im PE post-user-Bereich sind folgende Preisänderung zu melden: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 380-440 €/t, LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) 190-290 €/t, LLDPE-Stretchfolie (E70) mit 300-380 €/t, Folie transparent natur <70 mm 390-450 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 250-300 €/t, Gewerbemischfolie (80/20) 220-260 €/t, HDPE-Hohlkörper bunt (C29) mit 65-100 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 430-570 €/t und HDPE-Kastenware bunt 380-480 €/t. Die Notierung von LDPE Agrarfolie bleibt mangels Angebot ausgesetzt. PE-Folienabfälle sind weiterhin knapp. Gewerbemischfolien notieren um 10 bis 20 €/t höher. PE-Mischfolien sind stärker verschmutzt als früher, was auf die schlechteren Qualitäten zurückzuführen ist, die bisher deshalb deponiert wurden. Im Juli sind folgenden Preiserhöhungen bei den PP-Produktionsabfällen zu notieren: Homopolymer natur 380-530 €/t, Homopolymer bunt 350-450 €/t, Copolymer natur 380-530 €/t und Copolymer bunt 350-450 €/t. Für PP werden weitere Preiserhöhungen erwartet.

Für ausgewählte Qualitäten sind Preissteigerungen bei PS und PVC festzustellen. So notieren jetzt bei den PS-Produktionsabfällen Standard glasklar mit 380-530 €/t und Schlagfest bunt mit 400-500 €/t. Die Preisnennungen je nach Sorte reichen bei PS von 350-600 €/t. Einzelne Typen liegen je nach Qualität deutlich über den notierten Preisen. Bei PVC wird trotz des knappen Angebots zu relativ stabilen Preisen verkauft. Einzelne Steigerungen sind bei den PVC-Produktionsabfällen, nämlich für Weich transparent 250-450 €/t und Hart transparent 300-500 €/t, und bei PVC-Fensterware für Fensterqualität bunt 360-440 €/t und Typware weiß 650-720 €/t zu verzeichnen. Die Nachfrage nach PVC-Mahlgut ist deutlich höher als das Angebot.

Die Notierungen im PET-post-user Markt sind im Juli weiterhin unverändert. Jedoch kann eine Tendenz zu leicht nachgebenden Preisen ausgemacht werden, die sich aber nicht im Preis widerspiegelt. Bei Mehrweg natur baut sich besonderer Druck zu nachgebenden Preisen auf und zwar unter Verweis auf die günstigere Neuware. Der Trend zu PET-Einweg ist ungebrochen, führt aber noch nicht zu größerem Angebot und damit zu fallenden Preisen. Bei PET-bunt aus Pflichtpfand werden Abschläge um 10-40 €/t durchgesetzt, wenn die Ware größere Anteile an PET-fremden Materialien enthält. Schlecht PET-bunt Ware mit hohem Anteil an PET-braun wird auch unter 100 €/t gehandelt. Die Diskussionen um die Vereinheitlichung der Pfandrücknahme haben Auswirkungen auf die künftigen Rücknahmegeräte und damit auf die Behandlung der PET-Flaschen. Sorge bereiten Bemühungen zur Zerstörung der Pfandmarke und der Einwegflasche, da dies unweigerlich zu Farbvermischungen führt, die nur noch über automatische Sortiersysteme auftrennbar wären. Die Exportnachfrage nach PET aus Fernost ist wieder hoch.


Die angegebenen Altkunststoffpreisen sind Preise für Ballenware und Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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