bvse-Marktbericht Kunststoffe - September 2005

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Markt für Primärkunststoffe

Wie im letzten Marktbericht erwartet, sind Preiserhöhungen für alle Standardkunststoffe zu melden. Die künftigen Tendenzen am Markt für Standardkunststoffe lassen sich bisher, recht zuverlässig aus den wöchentlichen Notierungen von PP und von LLDPE an der London Metall Exchange Börse (LME) ableiten. An der LME haben sich in der KW 36 die Oktober-Notierungen von PP auf 1290 US $ und von LLDPE auf 1308 US $ erhöht. Gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe erhöhten sich im Juli die Preise für Standardkunststoffe um durchschnittlich 68 €/t. Diese kosten dann im August per Tonne: LDPE-Folie 970-1000 €, LLDPE-Folie 940-1000 €, HDPE-Spritzguß 900-930 €, HDPE-Blasware 900-930 €, PS-glasklar 1130-1180 €, PS-schlagfest 1180-1230 €, PP-Homopolymer 950-1020 €, PP-Copolymer 1000-1070 €, PVC-Rohrqualität 670-710 € und PVC-Folien/Kabel 710-740 €. Auch im August ist PS wiederum deutlich und zwar um 95 €/t erhöht worden. Die Preiserhöhungen für die Standardkunststoffe sind einerseits auf das knappe Angebot, das weiterhin durch Anlagenstillstände und Produktionskürzungen bedingt wird, und andererseits auf die erhöhten Rohöl- und die Rohstoffpreise zurückzuführen. Auch für September ist daher mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen; dies nicht zu letzt deswegen, da die Kunststoffhersteller weitere Preiserhöhungen ankündigen.

Die Preise für Technische Neukunststoffe sind im August, bis auf PA 66, gleich geblieben. Der Markt für Technische Neukunststoffe ist damit weitgehend unabhängig vom Markt für Standardkunststoffe. Im Vergleich zu Juni 05 notiert nur das PA 66 GF verstärkt mit 2950-3150 €/t etwas niedriger. Eine Differenzierung der Preise für Technische Neukunststoffe wird in den nächsten Monaten erwartet.

Während Hersteller versuchen, Preiserhöhungen für PET von 80 bis 100 €/t durchzusetzen, sprechen Verarbeiter und Händler von einer schwachen Saison. Europäische Preise für Flaschenware konnten wegen des Wettbewerbs nur moderat und zwar um 20-30 €/t gesteigert werden. Folienware bleibt stabil. Der Druck der Preise für die PET-Vorprodukte steigt und schlägt nun auch auf die PET-Primärware durch. Für August werden folgende PET-Marktpreise angegeben: Westeuropa 1125-1250 €/t, USA 1200-1300 €/t und Fernost 1000-1100 €/t. Für September werden nochmals leicht erhöhte PET-Preise erwartet. Gegenüber dem Vormonat hat sich europäisches PET um 25 €/t verteuert.


Markt für Sekundärkunststoffe

Die Preise für Standardaltkunststoffe sind im August für viele Altkunststoffe weiter angestiegen. Weiterhin stark nachgefragt sind gute Qualitäten aller Kunststoffarten, die dann auch entsprechend vergütet werden. Insbesondere die Produktionsabfälle sind nach wie vor rar. Im Zuge der veränderten Bedingungen nach dem 01.06.05 gelangen inzwischen auch deutlich bessere Qualitäten an Altkunststoffen in den Handel; insbesondere dann wenn zuvor entsprechend penibel sortiert wurde. Andererseits lassen aber häufig die Qualitäten bei Folienabfällen und Mischkunststoffen, die in großen Mengen auf dem Markt gelangen, deutlich nach, da diese teilweise mit unbrauchbaren Fraktionen vermischt sind. Die Kunststoffaufbereiter und -verarbeiter achten daher sehr auf die angelieferten Qualitäten und sind jetzt in der komfortablen Lage, Minderqualitäten zurückweisen zu können. Die Auslandsnachfrage nach Altkunststoffen aus Fernost wird von Marktkennern als sehr hoch angegeben. Auch hier wird sehr deutlich auf die angebotenen Qualitäten geachtet. Von den Kunststoffverarbeitern werden die Regranulate weiterhin stark nachgefragt. In der nächsten Zeit muss mit weiteren Preiserhöhungen für einzelne, ausgesuchte Qualitäten gerechnet werden.

Bei den PE sind Preissteigerungen über fast alle Qualitäten festzustellen. Wie gewohnt finden alle PE-Mahlgüter gute Absatzwege zu entsprechend hohen Preisen. Für die PE-Produktionsabfälle gilt somit: HDPE bunt 380-520 €/t, HDPE natur 400-550 €/t, LDPE bunt 350-490 €/t, LDPE natur 400-550 €/t und LDPE-Folie bunt (K49) 250-300 €/t. Beachtliche Preissteigerungen um etwa 50 €/t werden für die HDPE-Qualitäten erzielt.

Im PE post-user-Bereich sind folgende Preiserhöhungen zu melden: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 410-440 €/t, LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) 200-300 €/t, LLDPE-Stretchfolie (E70) 300-420 €/t, Folie transparent natur <70 mm 410-470 €/t, Folie transparent farbig <70 mm 140-200 €/t, LDPE-Agrarfolie s/w > 70 mm (B41) 20-50 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 280-330 €/t, Gewerbemischfolie (80/20) 240-280 €/t, HDPE-Hohlkörper bunt (C29) mit 70-120 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 460-600 €/t und HDPE-Kastenware bunt 380-500 €/t. Bei den Folien aus dem post-user Bereich differieren die Qualitätsauffassungen von Anlieferern, Händlern und Verarbeitern noch immer sehr weit, wodurch die erzielbaren Preise teils deutlich von dem hier angegebenen Preisindex abweichen. Bessere PE-Folienabfälle sind weiterhin knapp. PE-Mischfolie in der Qualität 98/02 wurden meist mit 425-460 €/t ab Station und bessere Qualitäten mit über 470 €/t gehandelt. Der Mangel an Gewerbemischfolie führte dazu, dass teilweise auch schlechtere Qualitäten akzeptiert werden. Selbst die LDPE-Agrarfolie s/w findet jetzt guten Absatz, wenn sie vorgereinigt angeliefert wird.

Die Ferienzeit führte bei PP zu einem ruhigen Markt. Im August sind daher nur zwei Preisveränderungen bei den PP-Produktionsabfällen zu melden: PP-Folie natur (K50) notiert gegenüber dem Vormonat höher und zwar zu 330-410 €/t und Spritzgussware schwarz notiert gegenüber Mai niedriger und zwar zu 350-460 €/t. Für PP werden mittelfristig Preiserhöhungen erwartet.

Deutliche Preissteigerungen bei fast allen PS-Arten! Im Mittel wurden die Preise im Mittel um etwa 30 €/t erhöht. So notieren jetzt die PS-Produktionsabfällen wie folgt: Standard bunt 370-440 €/t, Standard glasklar 400-550 €/t, Standard weiß 420-550 €/t Schlagfest bunt 440-530 €/t, Schlagfest und schwarz 460-600 €/t. Die Preiserhöhungen der Sekundärware werden auf ein knappes Angebot zurückgeführt. Hier sei auch auf die entsprechenden Preissteigerungen bei der Primärware verwiesen!

PVC wird weiterhin zu stabilen Preisen gekauft. Einzelne Steigerungen sind bei den PVC-Produktionsabfällen, nämlich für Weich transparent 270-470 €/t und Weich bunt 230-350 €/t zu melden. Experten rechnen demnächst mit weiteren Preissteigerungen nicht zu letzt auch unter Verweis auf die Neuwarenpreise. Auf die erhöhten Umlaufmengen von PVC, die jetzt aussortiert werden, um bessere Qualitäten im Bereich von Mischkunststoffen und Ersatzbrennstoffen zu schaffen, sei hingewiesen. Deshalb sollte der PVC-Preis zunächst weitgehend unverändert bleiben.

Die Notierungen für PET im post-user Bereich haben sich im August bei den Mehrwegqualitäten um etwa 15 €/t verändert. Es gelten nun folgende Notierungen für die PET-Flaschen: Mehrweg natur 310-370 €/t, Mehrweg hellblau mit 240-280 €/t, Einweg natur 220-320 €/t und Einweg bunt mit 135-220 €/t. Bei Mehrweg natur wird tendenziell über leichte Preiskorrekuren berichtet, während bei Einweg natur die Preise anziehen. Die PET-Preise werden in Europa festgelegt. In den Export nach China gelangen vor allem Flakes und kaum noch zerkleinerte Flaschen. Der Druck aus Fernost auf die europäischen PET-Preise besteht seit Monaten nicht mehr. Die Preise für Primär-PET sind seit längerem relativ stabil. Die so veränderte Lage am Primärmarkt hat sich bisher nur gering im Sekundärmarkt ausgewirkt. Der Handel erzielt immer noch relativ hohe Preise für seine Pflichtpfandware. Der Trend zu PET-Einweg ist nach-wie-vor sehr hoch. Die Marktanteile von PET-Flaschen, Verbunden, Glas und Dosen werden neu verteilt, wenn die bundesweite Pfandrückgabe eingeführt ist.


Die angegebenen Preisen sind aus dem monatlichen EUWID Preisspiegel für Altkunststoffe entnommen. Die Preisangaben beziehen sich auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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