bvse-Marktbericht Kunststoffe - Oktober 2005

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Markt für Primärkunststoffe

Deutliche Preiserhöhungen für alle Standardkunststoffe im September! Gemittelt über zehn ausgesuchte Standardkunststoffe erhöhten sich die Preise für Standardkunststoffe um durchschnittlich 92 €/t! Diese kosten dann per Tonne: LDPE-Folie 1110-1170 €, LLDPE-Folie 1050-1120 €, HDPE-Spritzguß 1000-1060 €, HDPE-Blasware 1000-1060 €, PS-glasklar 1180-1220 €, PS-schlagfest 1230-1270 €, PP-Homopolymer 1070-1110 €, PP-Copolymer 1120-1160 €, PVC-Rohrqualität 720-770 € und PVC-Folien/Kabel 770-800 €. Die Preise für PE und PP wurden insbesondere erhöht. Bei den Polyolefinen steht eine hohe Nachfrage einem relativ knappen Angebot gegenüber. Die Lager der Produzenten seien nur gering bevorratet, so Experten. Diese Situation wird auch durch die Anlagenstillstände für die Vorprodukteherstellung bedingt, die auf Grund der Hurrikane in den USA stillgelegt wurden. An der London Metall Exchange Börse (LME) haben sich in der KW 41 die November-, Dezember- und Januar-Notierungen für Käufer von PP auf 1355 US $ und von LLDPE auf 1355 US $ erhöht. Damit wird insgesamt auf eine weiter angespannte Preissituation bei den Standardkunststoffen geschlossen, die noch Preiserhöhungen nach sich ziehen kann.

Im PET-Markt ist im September das Verhältnis von Angebot zu Nachfrage noch ausgewogen. Der Einfluss auf die Vorprodukte durch Hurrikan-bedingte Anlagenstillstände ist auf Grund der gefüllten Lager noch relativ gering. Für Oktober werden jedoch steigende PET-Vorproduktepreise erwartet, die in der Folge zu höheren Erzeugerpreisen führen werden. Für September werden folgende PET-Marktpreise angegeben: Westeuropa 1150-1280 €/t, USA 1230-1340 €/t und Fernost 1000-1080 €/t. Gegenüber dem Vormonat hat sich somit europäisches PET nochmals um 25-30 €/t verteuert.


Markt für Sekundärkunststoffe

Im September sind die Preise für viele Standardaltkunststoffe nochmals weiter angestiegen. Die Preiserhöhungen im Primärmarkt schlagen auf den Sekundärmarkt durch. So sind teils deutliche Preiserhöhungen zu verzeichnen. Dies verfestigt sich dadurch, dass v.a. die Preise in der Spitze anziehen, während schlechtere Qualitäten stabil bleiben. Uneinheitlich bis unübersichtlich wird der Markt von Experten eingeschätzt, da vermehrt Abschlüsse außerhalb des monatlichen Preisspiegels getätigt werden. Dies mag einerseits an den zahlreichen Qualitätsunterschieden und –anforderungen innerhalb der Kunststoffsorten liegen, andererseits zeigt der Altkunststoffmarkt zur Zeit eine hohe Dynamik. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass ein verlässlicher Preisspiegel die Voraussetzung für Transparenz in den Märkten und bezüglich von Qualitätsvorgaben ist. Der Altkunststoffmarkt ist weiterhin ein Nachfragemarkt, der durch ein knappes Angebot insbesondere bei guten Qualitäten gekennzeichnet ist. Produktionsabfälle sind nach wie vor rar. Die Auslandsnachfrage nach Altkunststoffen aus Fernost nimmt ab. Der Importstopp für Kunststoffabfälle aus Japan nach China wurde zum 20. September aufgehoben. Für Oktober wird mit einem uneinheitlichen Bild gerechnet, das aber letztlich eine Preisstabilisierung bedeutet.

Die Regranulatpreise ziehen ebenfalls an. Aus verschiedenen Quellen lässt sich im Oktober für einige ausgesuchte Kunststoffarten das folgende Bild ableiten: PE-LD 650-930 €/t, PE-HD 600-730 €/t, PP-Homo 750-900 €/t, PP-Copo 680-890 €/t, PS 690-990 €/t, ABS 780-1050 €/t, PVC 530-810 €/t, PET 760-1020 €/t, PA 6 1680-2030 €/t, PA 6.6 1780-2080 €/t und PC 480-1570 €/t. Die Regranulate konkurrieren um die Neuware.

Bei PE sind Preissteigerungen für ausgesuchte Qualitäten festzustellen. Somit gilt für die PE-Produktionsabfälle: HDPE bunt 380-570 €/t, HDPE natur 400-600 €/t, LDPE bunt 400-550 €/t und LDPE natur 400-600 €/t. Beachtliche Preissteigerungen um etwa 50 €/t werden für die HDPE-Qualitäten erzielt. LDPE bunt konnte um durchschnittlich 55 €/t höher zeichnen. HDPE bunt, HDPE natur und LDPE natur wurden in der Spitze um jeweils 50 €/t teurer. Die hohe Nachfrage nach PE-Produktionsabfällen kann nicht befriedigt werden. Produktionsabfälle gelangen kaum noch auf den freien Markt.

Im PE post-user-Bereich sind im September folgende Preisränderungen zu melden: Damit wurden drei geringere Preiskorrekturen vorgenommen, nämlich bei: Folie transparent natur <70 mm 400-465 €/t sowie Gewerbemischfolie (90/10) 260-330 €/t und Gewerbemischfolie (80/20) 230-280 €/t. Preiserhöhungen bei: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 410-470 €/t, HDPE-Hohlkörper bunt (C29) mit 70-150 €/t, HDPE-Kastenware farbsortiert 460-650 €/t und HDPE-Kastenware bunt 400-540 €/t. Mischfolie gibt im Preis nach, da China überversorgt sei, so Händlerangaben. Die Qualitäten der Gewerbemischfolie bestimmen den Preis, wodurch die erzielbaren Marktpreise teils beträchtlich differieren. Mittelfristig lassen sich nur noch echte 80/20-Qualitäten absetzen. Der Abfallanteil wird kaum noch toleriert.

Im September sind folgende Preiserhöhungen bei den PP-Produktionsabfällen zu melden: Folie bunt (K59) notiert 60-200 €/t, Homopolymer bunt 350-500 €/t, und Homopolymer natur 380-580 €/t, Copolymer bunt 350-500 €/t, und Copolymer natur 380-580 €/t und Spritzgussware schwarz 350-500 €/t. PP-Produktionsabfälle sind besonders knapp. Uneinheitlich notieren bunte Folienabfälle.

Erneut sind deutliche Preissteigerungen bei allen PS-Qualitäten zu melden. In der Spitze wurden die Preise um etwa 50 €/t erhöht. So notieren jetzt die PS-Produktionsabfällen wie folgt: Standard bunt 370-500 €/t, Standard glasklar 400-600 €/t, Standard weiß 420-600 €/t Schlagfest bunt 440-550 €/t, Schlagfest schwarz 460-650 €/t und Schlagfest weiß 400-600 €/t.

Preiserhöhungen bei PVC. Bei den PVC-Produktionsabfällen sind folgende Veränderungen zu melden: Weich transparent 300-470 €/t, Weich bunt 250-400 €/t, Hart bunt 250-450 €/t und Rohrqualität bunt 360-460 €/t. Bei PVC-Fensterware ergibt sich folgendes Bild: Qualität weiß 550-690 €/t, Qualität bunt 360-460 €/t und Typware weiß 650-750 €/t. Die PVC Nachfrage ist auf überraschend hohem Niveau, wenn die allgemeine Situation in der Bauindustrie berücksichtigt wird. Inzwischen wird PVC zwar verstärkt aus Bauabfällen aussortiert, jedoch ist deren Aufbereitung wegen der höheren Verschmutzungen deutlich aufwändiger.

Nach wie vor von besonderer Bedeutung für den Kunststoffmarkt ist PET, das u.a. die Situation bei den Getränkeverpackungen und zur Pfandpflicht widerspiegelt. Der Trend zu PET-Gebinden bei Erfrischungsgetränken ist ungebrochen. PET übernimmt Marktanteile von Glas. Laut Gfk-Studie hat im Jahr 2004 im Gesamtmarkt der alkoholfreien Erfrischungsgetränke PET einen Marktanteil von 49,9 %, Glas von 32,8 % und Karton von 17 %,. Die Versorgungslage mit PET-Flaschen ist befriedigend, obwohl der Getränkeverbrauch im August nachgelassen habe. Die PET-Märkte sind europäisch bestimmt, der Export schlägt bisher nur vereinzelt durch. Im Export werden aber immer noch höhere Preise erzielt. Im September ergeben sich die nachfolgenden Notierungen für post-user PET: Mehrweg natur 310-370 €/t, Mehrweg hellblau ohne Notierung, Einweg natur 280-320 €/t und Einweg bunt mit 135-220 €/t. Blaue Mehrwegflaschen werden zusammen mit PET klar verkauft, wodurch deren Notierung zunächst ausgesetzt wird. Die Preise von PET bunt geben leicht nach, sie sind aber sehr von der Zusammensetzung der jeweiligen Buntfraktion abhängig. Die Vorbereitungen für ein einheitliches Rücknahmesystem, das ab Mai 2006 umgesetzt wird, werden zur Zeit getroffen. Die resultierenden PET-Qualitäten sind daher unklar. Über eine weitere Konzentration an PET-Flaschen bei wenigen Handelsketten wird spekuliert. Für Oktober wird nochmals mit Preiserhöhungen bei PET-Flaschen gerechnet.


Die angegebenen Preisen sind aus dem monatlichen EUWID Preisspiegel für Altkunststoffe entnommen. Die Preisangaben beziehen sich auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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