bvse-Marktbericht Kunststoffe - April 2006

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Markt für Primärkunststoffe

Im März konsolidiert sich der Markt für Standardkunststoffe. Preisveränderungen sind bei den PE-Kunststoffen und bei PS festzustellen. Während alle PE-Arten im Preis um durchschnittlich 20 €/t nachgeben, erhöhen sich die PS-Preise um durchschnittlich 30 €/t. Stabil notieren PP und PVC. So kosten nun die Standardkunststoffe pro Tonne: LDPE-Folie 1120-1170 €, LDPE-Spritzguss 1260-1290 €, LLDPE-Folie 1080-1120 €, LLDPE-Spritzguss 1240-1270 €, HDPE-Spritzguss 1060-1100 €, HDPE-Blasware 1060-1100 €, PS-glasklar 1150-1170 €, PS-schlagfest 1200-1230 €, PP-Homopolymer 1160-1200 €, PP-Copolymer 1210-1250 €, PVC-Rohrqualität 830-850 € und PVC-Folien/Kabel 880-900 €. Insgesamt ist im März der Angebotsmarkt durch eine relativ mäßige Nachfrage gekennzeichnet. Angesichts drohender Preiserhöhungen sollten die Verarbeiter ihre Rohstoffversorgung rechtzeitig sichern. Kunststoffhersteller haben Preiserhöhungen bei PE, PP und PS-Kunststoffen zum 1. April bzw. zum 1. Mai angekündigt.

Nachgebende PET-Preise im März um 75 €/t. Im Februar werden folgende PET-Marktpreise angegeben: Westeuropa 1200-1300 €/t und Asien 1000-1150 €/t. Im März lauten die Notierungen: Westeuropa 1100-1250 €/t und Asien 1000-1150 €/t. Der Primärmarkt ist uneinheitlich bezüglich der PET-Polymere und PET-Fabrikate. Die Vorprodukte notieren noch stabil. Deshalb lässt sich die weitere Preisentwicklung bei PET nur schwer abschätzen.

An der London Metall Exchange Börse (LME) notieren in der KW 16 die Mai-, Juni und Juli- Preise für Käufer von PP bei 1140 US $ bzw. 1150 US $ bzw. 1150 US $ sowie von LLDPE bei 1225 US $ bzw. 1225 US $ bzw. 1230 US $. Damit erhöhen sich die Mai-Notierungen um 50 €/t bei PP und um 35 €/t bei LLDPE im Vergleich zum Vormonat. Für April werden für die Standardkunststoffe mäßige Preiserhöhungen erwartet. Längerfristig werden steigende Preise durch deutlich steigende Kosten für Energie und Rohstoffe prognostiziert.


Markt für Sekundärkunststoffe

Der Markt für Sekundärkunststoffe zeigt sich bei den Märznotierungen als weitgehend stabil. Preisabschläge bei PE-Folien; geringe Preiserhöhungen bei PVC. Folien sind im Überangebot und verzeichnen eine unstete Nachfrage. Mahlgütern sind weiterhin knapp und gut nachgefragt. Als Alternative zur Beseitigung finden inzwischen die vagabundierenden Kunststoffe gezielter ihre Wege in die Kunststoffaufbereitung und die Kunststoffverarbeitung.

Der Exportmarkt ist weiterhin unbeständig. Einerseits häufen sich im März und April die Fernostexportnachfragen - dies zeigt sich aber noch nicht im Preisspiegel - andererseits aber ist der Export durch Preisrücknahmen gekennzeichnet. Die Bevorratung in China mit Kunststoffen sei immer noch gut, der Absatz der chinesischen Ware stocke so Experten. Experten charakterisieren den Fernostexport wie folgt: China reagiere schneller und ordere sehr kurzfristig. Hierdurch lassen sich keine Prognosen aufstellen. Die langfristige Situation wird in der Wirtschaftspresse als der große Hunger Chinas nach Rohstoffen beschrieben.

Der PE-Markt ist durch rückläufige Folienpreise gekennzeichnet. Exportware gibt zum Teil um 30-60 €/t nach. Bei den PE-Produktionsabfälle notieren Folien und Mahlgüter weiterhin unverändert. Der PE-post-user-Bereich ist durch folgende Preisabschläge gekennzeichnet: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 420-500 €/t, LLDPE-Stretchfolie (E70) 270-330 €/t, Folie transparent natur <70 mm 315-400 €/t, Folie transparent farbig <70 mm 80-150 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 220-250 €/t und Gewerbemischfolie (80/20) 160-220 €/t. Im März ist nur eine Preisanpassung bei den PP-Produktionsabfällen zu melden: Folie natur (K50) mit 310-440 €/t, ansonsten zeigt sich der Markt als stabil. Der Markt für PS-Produktionsabfälle erweist sich weiterhin als unverändert und notiert über die verschiedenen Qualitäten hinweg zwischen 400-600 €/t.

Vorsichtige Bewegungen bei PVC. PVC ein langfristiger und stabiler Markt zeigt nun Bewegung. Dies lässt einerseits auf eine anziehende Baukonjunktur schließen andererseits machen sich die Preiserhöhungen des Primärmarkts aus Februar bemerkbar. Der Preisspiegel zeigt bei den PVC-Produktionsabfällen eine Preiserhöhung, nämlich bei Rohrqualität bunt 330-480 €/t. Preiserhöhungen auch bei PVC-Fensterware, nämlich bei Fensterqualität weiß 600-700 €/t, Fensterqualität bunt 350-480 €/t und Typware weiß 350-480 €/t.

Der PET-Markt wird zur Zeit durch die Einführung des bundesweit einheitlichen Pfandsystems zum 1. Mai bestimmt. Die bisherige Situation werde drastisch verändert, so neuere Pressemeldungen. Rückkehr der Dose, Auslistungen und PET-Einweg sind einige der Hauptdiskussionspunkte. Darüber hinaus werden die Rücknahmesysteme, das sind v.a. die Automaten, das Pfandlabel und die Pfanderstattung, erneut diskutiert. Der Handel ist immer noch für last minute Überraschungen gut.

Der PET-post-user Bereich ist im März weiterhin preisstabil. Hochwertiger Input erzielt nach- wie-vor gute Preise. Der PET-Markt wird immer noch vom Binnenmarkt bestimmt. Bei PET ist der Fernostexport auf Grund des fehlenden Textilabsatzes durch Preisabschläge gekennzeichnet. Qualitätsflakes als der dritte Absatzweg erhalten sowohl im Binnenmarkt als auch im Export immer mehr an Bedeutung. Insgesamt zeigt sich wohl eher ein Trend zu nachgebenden PET-Flaschenpreisen, da der Export schwächelt und der Binnenmarkt über genügend Angebot verfügt. So gelten im März weiterhin die bestehenden Notierungen für die PET-Flaschen: Mehrweg natur 320-370 €/t, Mehrweg hellblau 260-290 €/t, Einweg natur 280-320 €/t und Einweg bunt 100-200 €/t.

Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegel für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zu letzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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