bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2006

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Markt für Primärkunststoffe

Die angekündigten Preiserhöhungen für Standardkunststoffe wurden durchgesetzt. Bis auf PP verteuerten sich alle Standardkunststoffe. Der verspätete Frühjahraufschwung greift jetzt. Außerdem erfährt der Konsum durch die Fußballweltmeisterschaft zusätzlich an Fahrt. Im Mai verteuerten sich alle Standardkunststoffe, gemittelt über die zehn hier angegebenen Kunststoffe, um 28 €/t. So kosten diese nun pro Tonne: LDPE-Folie 1180-1200 €, LLDPE-Folie 1130-1170 €, HDPE-Spritzguss 1130-1180 €, HDPE-Blasware 1140-1190 €, PS-glasklar 1140-1180 €, PS-schlagfest 1200-1240 €, PP-Homopolymer 1160-1200 €, PP-Copolymer 1210-1250 €, PVC-Rohrqualität 860-870 € und PVC-Folien/Kabel 910-920 €. Der Standardkunststoffmarkt wird als ausgewogen hinsichtlich Angebot und Nachfrage beschrieben. Erhöhter Absatz liege bei bestimmten PE- und PS-Typen vor, so Experten.

Im Mai steigen die PET-Polymerpreise um durchschnittlich 75 €/t. So werden folgende Marktpreise angegeben: Westeuropa 1200-1300 €/t und Asien 1100-1200 €/t. Auch hier zeigt sich der Frühsommereffekt, der zu einem erhöhten Getränkekonsum aus PET-Flaschen führt. Ein Nachfrageschub nach PET entsteht sowohl im Pfandbereich als auch im Fasermarkt. Weltweit wird eine weiter steigende Nachfrage nach PET-Produkten erwartet, so dass längerfristig mit weiter steigenden PET-Preisen zu rechnen ist.

An der London Metal Exchange Börse (LME) notieren in der KW 25 die Juli-, August- und September-Preise für Käufer von PP bei 1205 US $, 1200 US $ und 1200 US $ sowie von LLDPE bei 1210 US $, 1200 US $ und 1195 US $. Damit erniedrigt sich gegenüber dem Vormonat die Juli-Notierung von LLDPE um 55 €/t und erhöht sich die Juli-Notierung von PP um 10 €/t. Kunststoffhersteller haben erneut Preiserhöhungen für Technische Kunststoffen und für Standardkunststoffen angekündigt. Außerdem setzen sie auf eine weiter steigende Nachfrage. Dennoch lässt sich zur Zeit aus den oben genannten Gründen kein kurzzeitiger Markttrend für die Standardkunststoffe ableiten.


Markt für Sekundärkunststoffe

Der Markt für Sekundärkunststoffe dreht aus der Verharrung hin zu steigenden Preisen, jedoch unter Ausnahme von PET und von PS! Gute Qualitäten hochwertiger Produktionsabfälle sind stark nachgefragt. Die große Nachfrage nach guten Qualitäten bewirkt in der Folge auch Preiserhöhungen in der Breite. Zusätzlich substituiert beste und aufbereitete post-consumer Ware immer mehr post-industrial Material. Kunststoffverarbeiter achten sehr auf gefüllte Lager. Der Sekundärkunststoffmarkt ist europäisch bestimmt; der Fernostexport bleibt selektiv und verhalten. Die im Mai beschriebenen Exportabschläge sind im Juni nicht mehr gültig.

Bei den PE-Produktionsabfällen verengt sich die Preisspanne. Die Preiserhöhungen liegen durchschnittlich bei 15 bis 20 €/t, nämlich für HDPE bunt 400-550 €/t, HDPE natur 430-600 €/t, LDPE natur 430-600 €/t, LDPE-Folie bunt (K49) 290-360 €/t und LDPE-Folie natur (K40) 400-510 €/t. Beste, farbsortierte Mahlgutqualitäten erzielen Preise, die deutlich über dem hier genannten Bereich von 400-650 €/t liegen. Der PE-post-user-Bereich ist durch folgende Preisveränderungen gekennzeichnet: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 420-520€/t, LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) 200-320€/t, Folie transparent natur <70 mm 320-390 €/t, LDPE-Agrarfolie s/w >70 mm (B41) 20-70 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 190-250 €/t, HDPE-Hohlkörper bunt (C29) 100-220 €/t und HDPE-Kastenware farbsortiert 520-700 €/t. Im PE-Markt verzeichnen Folien seit Monaten eine stabile Nachfrage - hier wird insbesondere auf Qualität geachtet. PE-Mahlgüter sind knapp und gut nachgefragt. Die Nachfrage nach HDPE kann im Markt zur Zeit kaum befriedigt werden. Auch bei den Kunststoffmischungen notiert PE/PP-Windelfolie weiß (V01) mit 190-330 €/t und PE/PP-Windelfolie bunt (V02) mit 170-240 €/t deutlich höher, und zwar um 35-40 €/t. Im Mai sind folgende Preiserhöhungen bei den PP-Produktionsabfällen zu melden: Folie bunt (K59) 100-200 €/t, Folie natur (K50) 300-460 €/t, Homopolymer natur 450-620 €/t, Copolymer bunt 420-540 €/t, Copolymer natur 450-620 €/t und Spritzgussware schwarz 400-520 €/t. Das PP-Mahlgut ist weiterhin knapp und gut nachgefragt. In der Spitze erreichten die Preissteigerungen bis zu 80 €/t, so Experten. Gute Mahlgüter aus Produktionsabfällen konkurrieren mit Regranulaten. Im Markt ergibt sich ein hoher Bedarf an PP. Der Preisspiegel weist eine unveränderte Preisspanne von 400-600 €/t über alle PS-Produktionsabfällen aus. Auch die PS-Mahlgüter bleiben weiterhin gut nachgefragt. Die Mahlgüter sind knapp und werden je nach Qualität auch über den hier angegeben Preisen gehandelt. Beste Qualitäten an Mahlgütern konkurrieren mit den Regranulaten.

Der PVC-Markt ist in Bewegung! Deutliche Preissteigerungen um bis zu 80 €/t sind zu melden. Bei den PVC-Produktionsabfällen notiert nun Weich transparent mit 320-550 €/t, Weich bunt mit 300-400 €/t, Hart bunt mit 300-470 €/t und Rohrqualität bunt mit 350-480 €/t. Außerdem ist eine Preiserhöhungen bei der PVC-Fensterware, nämlich Typware weiß mit 660-810 €/t, zu melden. Eine anhaltend hohe Nachfrage aus dem Baubereich führt letztlich zu den Preissteigerungen. Bisher hält dieser Nachfrageschub unverändert an. Weitere Preiserhöhungen um 10-20 €/t seien daher möglich, so die Experten.

PET-Markt: Einerseits führen die allgemeine Pfandrücknahme und andererseits der erhöhte Getränkekonsum im Sommer zu einer erhöhten Verfügbarkeit von PET-Flaschen. Die seit Mai gültigen Rücknahmeregelungen für Pfandverpackungen bewirken deutliche Änderungen in der Zusammensetzung der angebotenen Materialien. Positiv ist, dass die Rücknahmeautomaten die PET-Flaschen teilweise farblich trennen, die dann auch in der beschriebenen Qualität auf den Markt gelangen. Außerdem bieten die Zählzentren die PET-Flaschen in guter Qualität an, also ohne Sammelsäcke und farblich getrennt. Dies führt zu einem Preisdruck auf die schlechten Qualitäten, d.h. auf die farblich vermischten und überdies mit Sammelsäcken verpressten PET-Flaschen. Am ungünstigsten für die Verarbeiter sind die in Schneckenpressen verpressten Materialien, die mit Sammelsäcken durchsetzt, kaum sortierbar und nur noch für Herstellung von bunten Endprodukte geeignet sind. Für diese Qualitäten ist mit deutlichen Preisabschlägen zu rechnen. Dieser Preisdruck wird durch zwei nachgebende Preise im PET-Preisspiegel, also für post user PET-Flaschen, abgebildet: Mehrweg natur 320-370 €/t, Mehrweg hellblau 250-290 €/t, Einweg natur 280-320 €/t und Einweg bunt 80-200 €/t. Auch Mehrweg gibt teils um 10-20 €/t nach. Bei bunten Qualitäten werden noch höhere Abschläge genannt. Eine schwache Abnahme von Flakes aus Fernost, setzt die inländischen Preise zusätzlich unter Druck.

Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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