bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juli 2006

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Markt für Primärkunststoffe

Eine weitere Preiserhöhungsrunde bei den Standardkunststoffen. Die angekündigten Preiserhöhungen wurden auch diesmal, allerdings mit Abschlägen, durchgesetzt. Im Juni verteuerten sich alle Standardkunststoffe, gemittelt über die zehn hier angegebenen Kunststoffe, um durchschnittlich 34 €/t. Um 100 €/t wurden die Polystyrolpreise angehoben, so dass die anderen Kunststoffe nur noch relativ moderate Erhöhungen, und zwar um durchschnittlich 18€/t, zeigen. Pro Tonne gelten hier die folgenden EUWID-Preise: LDPE-Folie 1180-1210 €, LLDPE-Folie 1150-1210 €, HDPE-Spritzguss 1170-1220 €, HDPE-Blasware 1160-1220 €, PS-glasklar 1240-1280 €, PS-schlagfest 1300-1340 €, PP-Homopolymer 1170-1210 €, PP-Copolymer 1220-1260 €, PVC-Rohrqualität 870-880 € und PVC-Folien/Kabel 920-930 €. Die Nachfrage ist für den Binnenmarkt der Standardkunststoffe bestimmend. Das Exportgeschäft wird als verhalten eingeschätzt, so die Experten.

Im Juni zeigen sich die PET-Polymerpreise unverändert mit: Westeuropa 1200-1300 €/t und Asien 1100-1200 €/t. Die PET-Nachfrage stieg saisonbedingt und zusätzlich durch die Fußball-WM an. Ein weiterer Anstieg des Kunststoffverbrauchs wird erwartet in diesem heißen Sommer. Die Erzeuger konnten bisher aber nicht die geforderten höheren Preise durchsetzen. Dennoch wird eine Preiserhöhung um 100 €/t auf Grund gestiegener Energie- und Rohstoffkosten bei zugleich guter Nachfrage wahrscheinlich.

Die Juni-Notierungen für Technische Kunststoffe zeigen Veränderungen, nämlich Erhöhungen bei ABS und POM um 50 €/t und geringe Preisnachlässe bei PC: ABS natur 1500-1600 €/t, ABS weiß 1600-1700 €/t, ABS schwarz 1600-1700 €/t, ABS farbig 2200-2300 €/t, PC glasklar 2900-2950 €/t, PC GF verstärkt 3150-3200 €/t und POM natur 2100-2200 €/t. Inzwischen wird der Markt für Technische Kunststoffe als nachfragebestimmt und kundenspezifisch beschrieben, so die Experten.

An der London Metal Exchange Börse (LME) notieren in der KW 30 die August-, September- und Oktober-Preise für Käufer von PP bei 1245 US $, 1250 US $ und 1250 US $ sowie von LLDPE bei 1245 US $, 1250 US $ und 1255 US $. Damit erhöht sich gegenüber dem Vormonat die August-Notierung von LLDPE sowie von PP um 45 €/t. Kunststoffhersteller haben wie inzwischen gewohnt erneut Preiserhöhungen angekündigt. Die Sommerpause wird sich auf die Märkte auswirken. Dennoch der weltweite Kunststoffboom ist ungebrochen. Die weltweite Nachfrage steigt stetig. Die Entwicklung der künftigen Energie- und Rohstoffpreise ist nicht absehbar. Benzol notiert im Juni gegenüber dem Maiwert um 125 €/t höher und Styrol notiert um 100 €/t höher. Aus den vorgenannten Gründen lässt sich jedoch kein einheitlicher, kurzzeitiger Markttrend für die Standardkunststoffe ableiten.


Markt für Sekundärkunststoffe

Der Markt für Sekundärkunststoffe zeigt bei den Juni-Notierungen nur geringe Änderungen und das trotz der zurückliegenden umsatzstarken Fußball-WM. Ob sich dieser Trend im so genannten Sommerloch noch ändern wird, ist fraglich. Der Sekundärmarkt gibt sich uneinheitlich; hierfür sind einige wenige Preiskorrekturen bei höheren Preisen für Primärware zu nennen sowie der anscheinend stagnierende Fernostexport. Der Fernostexport zeige sich sehr preis- und qualitätsbewusst, das Niveau aus den Vorjahren werde zwar immer noch nicht erreicht, dennoch stagniere er inzwischen auf einem relativ stabilen und gesunden Niveau, so Händler. Neben China etablieren sich andere Fernostmärkte. Im Export werden inzwischen andere und höherer Qualitäten nachgefragt als in den Vorjahren, berichten Exporteure. Hinsichtlich des Exports nach China ist zu berichten, dass die CCIC, Bremen Import & Export Commodities Inspection GmbH, ab Mitte Juli Gebührenveränderungen eingeführt hat. Der Sekundärkunststoffmarkt ist weiterhin europäisch bestimmt. Die europäischen Angebote sind weiterhin für den Sekundärmarkt preisbestimmend. Gute Kunststoffqualitäten sind vermehrt im Binnenmarkt verfügbar. Die Nachfrage nach gutem Input für die Kunststoffaufbereitung und -verarbeitung ist hoch. Hochwertige Recyclate und Mahlgüter konkurrieren verstärkt mit der teureren Primärware.

Bei den PE-Produktionsabfällen zeigt der Preisspiegel keine Veränderungen. Qualitativ hochwertiges Mahlgut erzielt sowohl im Inland als auch im Export beste Preise. Der Markt für PE-Produktionsabfälle wird längerfristig als stabil eingeschätzt. Der PE-post-user-Bereich ist durch die beiden folgenden Preisrücknahmen gekennzeichnet: LDPE-Agrarfolie s/w >70 mm (B41) 20-60 €/t und Gewerbemischfolie (80/20) 150-200 €/t. Folien aus dem Gewerbe werden als uneinheitlich eingeschätzt. Hinweise auf nachgebende Preise häufen sich, so die Experten. Der Preisdruck auf die Exportfolie werde stärker. Bei den PP-Produktionsabfällen notiert im Juni das Homopolymer bunt mit 400-540 €/t um 20 €/t niedriger für die unteren Qualitäten. Das PP-Mahlgut ist weiterhin knapp und somit gut nachgefragt. Im Markt ist der Bedarf an PP weiterhin hoch. Der Preisspiegel weist eine unveränderte Preisspanne von 400-600 €/t über alle PS-Produktionsabfällen aus. Auch die PS-Mahlgüter bleiben weiterhin gut nachgefragt. Die Mahlgüter werden je nach Qualität über den hier angegeben Preisen gehandelt. Die deutlichen Preissteigerungen bei der Primärware lassen demnächst Preissteigerungen im Sekundärmarkt wahrscheinlich werden.

Nach den Preissteigerungen im Vormonat im PVC-Markt sind nun zwei Preisrücknahmen zu melden. Bei den PVC-Produktionsabfällen notieren Weich transparent mit 300-550 €/t und Hart transparent mit 320-510 €/t um 50 €/t niedriger für die unteren Qualitäten. Keinerlei Preiserhöhungen bei der PVC-Fensterware. Die vorgenannten Preiskorrekturen erstaunen, da immer noch ein Nachfrageschub bei PVC besteht.

Der PET-Markt wird neu geordnet. Das PET-Angebot an post-user-Flaschen steigt weiter. Die Gründe sind eine erhöhte Abfüllmenge, der verbesserte Pfandrücklauf sowie der deutlich erhöhte Konsum an Getränken während der Fußball-WM und im heißen Sommer. Das gute Angebot an PET-Flaschen führt letztlich zu einem erheblichen Preisdruck auf alle Qualitäten. Erstmals seit langem waren im Mai nachgebende PET-Preise zu verzeichnen. Der Juni-Preisspiegel notiert jedoch unverändert, und zwar: Mehrweg natur 320-370 €/t, Mehrweg hellblau 250-290 €/t, Einweg natur 280-320 €/t und Einweg bunt 80-200 €/t. Preisnachlässe um 10-20 €/t scheinen sich über alle PET-Qualitäten hinweg durchzusetzen. Die Nachfrage aus China nach PET-Materialien ist verhalten.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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