bvse-Marktbericht Kunststoffe - Dezember 2007

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1. Markt für Primärkunststoffe

Die Marktkapriolen bei Rohöl werden bei den Kunststoffvorprodukten und den Primärkunststoffen deutlich abgefedert, sie bilden keine direkte Korrelation ab. Der Markt für Primärkunststoffe gibt im November sogar nach! Im EUWID-Preisspiegel lautet jetzt der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe 1209 €/t, damit liegt er um 22 €/t niedriger als im Vormonat: LDPE-Folie 1250-1300 €, LLDPE-Folie 1220-1260 €, HDPE-Spritzguss 1220-1250 €, HDPE-Blasware 1260-1280 €, PS-glasklar 1200-1260 €, PS-schlagfest 1250-1310 €, PP-Homopolymer 1240-1280 €, PP-Copolymer 1290-1330 €, PVC-Rohrqualität 960-980 €, PVC-und Folien/Kabel 1010-1030 €. Die Preisnachlässe bei PVC betragen nur 10 €/t. Zwischen 20 €/t und 30 €/t liegen die Preisnachlässe bei den PE-, PP-, und PS-Kunststoffen. Die Nachfrage ist verhalten, Lagerbestände werden aufgebraucht. Ein leichter Angebotsüberhang senkt die Preise.

Der PET-Markt gestaltet sich nach wie vor als schwierig und uneinheitlich. Der internationale PET-Markt ist immer noch nicht ausgeglichen. Die Nachfrage ist verhalten. Zusätzlich befindet sich auch noch reichlich Ware im Markt. Dennoch sind die PET-Herstellungskosten deutlich gestiegen. Die Hersteller versuchen weitere Preiserhöhungen durchzudrücken. Im November resultiert eine PET-Preiserhöhung um 10 €/t, so dass Verpackungs-PET jetzt mit 1260-1310 €/t notiert.

Seitwärtsschritte an der London Metal Exchange Börse (LME). In der KW 50 notieren die Januar-, Februar- und März-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1360 US $ sowie die von LLDPE bei jeweils 1340 US $. Damit erhöhen sich die Dezember-Notierungen gegenüber dem Vormonat bei PP um 5 €/t und die von LLDPE um 10 €/t. Die langfristigeren LME-Notierungen spiegeln den generell positiven Trend bei Kunststoffen wieder. Kurzfristig werden eher stabile bis nachgebende Kunststoffpreise erwartet. Die Kunststoffhersteller haben allerdings Preiserhöhungen für Dezember für Standard- und Technische Kunststoffe angekündigt. Durch die Nachweihnachtsflaute wird im Januar und Februar ein rückläufiger Kunststoffverbrauch wahrscheinlich.

2. Markt für Sekundärkunststoffe

Der November-Preisspiegel für Sekundärkunststoffe aus EUWID zeigt sich wenig verändert. Vereinzelte Preiserhöhungen um 10-20 €/t bei einzelnen Kunststofftypen sind zu melden. Der Markt bleibt weiter auf seinem erreichten Niveau. Der Fernostexport verläuft nach wie vor auf hohem Niveau mit relativ konstanten Nachfragemengen. Preisnachlässe um 5-10 €/t werden im Export für die nächsten Monate bei Folie und PET erwartet. Die Margen im Export werden durch dem schlechten Dollarkurs, die Frachtkosten und den Druck auf die Exportpreise geringer.

2.1 Preisspiegel EUWID

PE-Produktionsabfälle: Die LDPE-Folie natur (K40) mit 450-530 €/t notiert im unteren Bereich um 10 €/t höher. Die HDPE- und LDPE-Mahlgüter liegen im Bereich von 450-700 €/t. Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Mahlgut weitet sich weiter aus. Regranulate werden zunehmend nachgefragt. Folgende Preiserhöhungen sind im PE-post user-Bereich ab Station zu melden: PE-Folie transparent farbig <70 μm (B40) 70-150 €/t und LDPE-Agrarfolie s/w >70 μm (B41) 20-60 €/t. Die Notierungen für Exportfolie lauten: Mischfolie (80/20) 170-220 €/t, Mischfolie (90/10) 210-270 €/t, Mischfolie (98/2) in der Spitze 425 €/t, Folie transparent natur < 70 μm 370-400 €/t. Bei Folien hat sich der Export stabilisiert.

PP: Die Lage bei den Produktionsabfällen ist nahezu unverändert. Das Copolymer bunt mit 450-580 €/t zeigt im unteren Bereich eine Preiserhöhung um 20 €/t. Mahlgüter notieren bei 450-650 €/t und in der Spitze bis um 50 €/t höher. Ballenware natur (K50) liegt bei 330-460 €/t und Folie bunt (K59) bei 120-240 €/t. Keinerlei Preisänderungen bei den PS-Sorten. Experten erwarten aber leicht nachgebende PS-Preise in den nächsten Monaten, trotz der hohen Nachfrage im Baubereich. PVC: Weiterhin ein stabiler und unveränderter Markt sowohl bei den PVC-Produktionsabfällen wie auch bei der PVC-Fensterware. Der Baubereich zeigt immer noch eine hohe Nachfrage nach PVC-Produkten. Es wird aber auch gemeldet, dass der Fensterabsatz um bis zu 15% im Vergleich zum Vorjahr rückläufig sei.

PET post user: Der PET-Sekundärmarkt gestaltet sich weiterhin als schwierig und uneinheitlich. Das zähe Ringen um die Preise der Pfandpflichtware hält an. Die Preisvorstellung von Großhandel, Entsorgern und Verarbeitern differieren deutlich. Zahlreiche Reklamationen über die gelieferten Qualitäten sind immer noch an der Tagesordnung. Längerfristige Abnahmebeziehungen des Handels zu Entsorgern und europäischen Verwertern könnten den Markt stabilisieren. Die europäischen Handelswege gewinnen weiter an Bedeutung. Die November-Notierungen lauten: Mehrweg hellblau 220-270 €/t, Einweg natur 280-300 €/t und Einweg bunt 40-190 €/t. Damit notiert PET-Einweg natur im unteren Bereich um 200 €/t höher. Die schon schwierige Situation im PET-Primärmarkt setzt sich also unter anderen Vorzeichen im Sekundärmarkt fort.

2.2 Preisspiegel plasticker

Aus den Angaben in plasticker.de lässt sich ein Preisspiegel für Sekundärkunststoffe, hier speziell für Ballenware, Mahlgut und Granulate, errechnen. So gelten für November folgende Notierungen: HDPE-Ballenware 280 €/t, HDPE-Mahlgut 590 €/t, HDPE-Granulat 960 €/t, LDPE-Ballenware 260 €/t, LDPE-Mahlgut 620 €/t, LDPE-Granulat 800 €/t, PP-Ballenware 340 €/t, PP-Mahlgut 710 €/t, PP-Granulat 930 €/t, PS-Ballenware -- €/t, PS-Mahlgut 650 €/t, PS-Granulat 920 €/t, w_PVC-Ballenware -- €/t, w_PVC-Mahlgut 430 €/t, w_PVC-Granulat -- €/t, h_PVC-Ballenware -- €/t, h_PVC-Mahlgut 400 €/t, h_PVC-Granulat -- €/t, PET-Ballenware 240 €/t, PET-Mahlgut 500 €/t, PET-Granulat -- €/t. Damit sind größere Preisveränderungen gegenüber dem Vormonat bei HDPE-Ballenware um - 40 €/t, HDPE-Granulat um + 40 €/t, LDPE-Mahlgut um – 30 €/t, PP-Ballenware um + 80 €/t, PP-Mahlgut um + 70 €/t, PS-Mahlgut um + 50 €/t, w_PVC-Mahlgut um - 50 €/t und PET-Mahlgut um - 40 €/t zu melden.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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