bvse-Marktbericht Kunststoffe - August 2008

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Im Juli sind deutliche Preiserhöhungen im Primärmarkt für alle Standardkunststoffe zu melden! Die Preiserhöhungen sind durch wegschießende Ölpreise bedingt, die die petrochemischen Rohstoffe exorbitant verteuern. Zum zweiten Mal nacheinander konnten Preiserhöhungen durchgesetzt werden. Im EUWID-Preisspiegel beträgt nun der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe 1371 €/t; damit liegt er um 116 €/t höher als im Vormonat: LDPE-Folie 1500-1560 €/t, LLDPE-Folie 1490-1550 €/t, HDPE-Spritzguss 1440-1520 €/t, HDPE-Blasware 1450-1530 €/t, PS-glasklar 1340-1390 €/t, PS-schlagfest 1390-1440 €/t, PP-Homopolymer 1290-1380 €/t, PP-Copolymer 1340-1430 €/t, PVC-Rohrqualität 1050-1090 €/t, PVC-und Folien/Kabel 1100-1130 €/t. PET: Anfang Juli notiert Verpackungs-PET bei 1340-1460 €/t und damit im Mittel um 90 €/t höher als im Vormonat. Hohe Nachfrage führt zu massiven Preissteigerungen: PE wird um 150-210 €/t, PS um 40-50 €/t, PP um 50-100 €/t und PVC um 90 €/t teurer. Für August werden weitere Preissteigerungen prognostiziert.

Preiskorrektur an der London Metal Exchange Börse (LME). In der KW 32 liegen die September-, Oktober- und November-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1795 US $ sowie die von LLDPE bei jeweils 1675 US $. Damit geben die September-Notierungen gegenüber dem Vormonat bei PP um 35 €/t und die von LLDPE um 45 €/t nach.

2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Der Sekundärmarkt für Standardkunststoffe zeigt im EUWID-Preisspiegel für Juli einige Veränderungen. Moderate Preiserhöhungen sind bei ausgesuchten PE- und PP-Qualitäten zu melden; deutlichere Preiserhöhungen bei PS. Mahlgüter werden, mit Ausnahme von PVC, teurer gehandelt. Qualitativ hochwertige Folie wird im Export gut nachgefragt. Die Nachfrage ist, trotz der Sommermonate, gut und wird auch weiterhin zum Füllen von Lagern genutzt.

Die beobachteten Preiserhöhungen im Juli werden mit dem Anstieg der Neuware begründet. Für August und September werden weitere Preiserhöhungen erwartet, die mit den höheren Kosten für Energie, Transport und Löhne begründet werden. Preiserhöhungen werden für die qualitativ hochwertigen Altkunststoffe, das sind die Produktionsabfälle und der post-user-Bereich, vorhergesagt. Die angekündigten Preiserhöhungen für Recyclate sollten auf Grund der Verteuerungen im Primärmarkt gut durchsetzbar sein.

Bei plasticker sind im Juli folgende Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t bei Standardkunststoffen gegenüber Juni zu melden: HDPE-Granulat +70 €/t, PS-Mahlgut +60 €/t und PET-Ballenware -40 €/t. Bei den Technischen Kunststoffen sind folgende Veränderungen größer/kleiner 50 €/t gegenüber dem Vormonat zu melden: PC-Granulat -60 €/t, PA 6.6-Mahlgut +70 €/t, sowie PA 6.6-Granulat -60 €/t.

2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Geringe Preiserhöhungen um durchschnittlich 13 €/t für alle PE-Produktionsabfälle: HDPE bunt 460-620 €/t, HDPE natur 570-700 €/t, LDPE natur 500-700 €/t, LDPE-Folie bunt (K49) 300-400 €/t und LDPE-Folie natur (K40) 480-550 €/t. Geringe Preiserhöhungen im PE post-user Bereich für folgende Kunststoffe: Folie transparent natur < 70 μm 380-435 €/t, LDPE-Agrarfolie natur < 70 μm (B40) 20-60 €/t, Gewerbemischfolie (80/20) 180-225 €/t und (98/2) 390-435 €/t sowie HDPE-Hohlkörper bunt (C29) 150-250 €/t. Die LDPE-Agrarfolie (B40) geht aus dem Zuzahlungsbereich für niedrige Qualitäten in positive Markterlöse über.

Die PP-Produktionsabfälle notieren durchweg um 10-30 €/t höher. Die Preise für PP-Mahlgüter über alle Qualitäten und Typen hinweg variieren nun zwischen 460 und 660 €/t. Im Einzelnen gilt: Folie bunt (K59) 130-250 €/t, Folie natur (K50) 350-490 €/t, Homopolymer bunt 460-600 €/t, Homopolymer natur 570-660 €/t, Copolymer bunt 460-600 €/t und Copolymer natur 570-660 €/t.

Die Preise der PS-Produktionsabfälle liegen nun über alle Qualitäten hinweg bei 510-740 €/t. Es wurden Preiserhöhungen von 20-30 €/t durchgesetzt. Im Einzelnen gilt: Standard bunt 510-550 €/t, Standard glasklar 530-700 €/t, Standard bunt 520-660 €/t, Schlagfest bunt 520-650 €/t, Schlagfest schwarz 540-650 €/t und Schlagfest weiß 570-740 €/t. Beste Ware konnte auch deutlich höhere Preise erzielen.

PVC: Die Fensterware und die PVC-Produktionsabfälle notieren unverändert. Die Preiserhöhungen aus dem Primärmarkt sind hier noch nicht angekommen. Die Nachfrage nach PVC-Produkten ist auf Grund der Bautätigkeit gut.

PET post user: Die Lage auf dem PET-Markt bleibt angespannt. Die wärmeren Temperaturen haben zu einem erhöhten Getränkeverbrauch und damit zu mehr Ware geführt. Die Verarbeitungskapazität im Juli und August ist auf Grund von Stillständen erniedrigt. Zudem lässt im Fernostexport die Nachfrage nach PET weiter nach. Der Markt reagiert aber nicht einheitlich und die Marktbewertungen differieren immer noch stark. Die beiden Juli-Notierungen in EUWID lauten: Einweg natur 310-340 €/t, Einweg bunt 30-190 €/t. Bunte Pfandware wird mit 150-190 €/t bewertet. Leicht sinkende Input-Preise um 10 €/t konnten für PET-Einweg bunt durchgesetzt werden. Geringwertige Mischqualitäten sind nur noch schlecht vermarktbar.

2.2 Preisspiegel plasticker

Aus den Angeboten der Rohstoffbörse in www.plasticker.de lässt sich ein Preisspiegel für Sekundärkunststoffe hier speziell für Ballenware, Mahlgut und Granulate, über jeweils alle Qualitäten hinweg, errechnen. So gelten folgende Juli-Notierungen: HDPE-Ballenware 350 €/t, HDPE-Mahlgut 630 €/t, HDPE-Granulat 920 €/t, LDPE-Ballenware 290 €/t, LDPE-Mahlgut 580 €/t, LDPE-Granulat 860 €/t, PP-Ballenware 300 €/t, PP-Mahlgut 590 €/t, PP-Granulat 970 €/t, PS-Mahlgut 630 €/t, PS-Granulat 960 €/t, w_PVC-Mahlgut 480 €/t, h_PVC-Mahlgut 490 €/t, PET-Ballenware 280 €/t, PET-Mahlgut 530 €/t und PET-Granulat - €/t. Auch dieser Preisspiegel zeigt die Tendenz zu nachgebenden PET-Preisen.

Die Notierungen der Technischen Kunststoffregranulate lauten PC-Mahlgut 1040 €/t, PC-Granulat 2280 €/t, PA 6-Mahlgut 880 €/t, PA 6-Granulat 1760 €/t, PA 6.6-Mahlgut 920 €/t sowie PA 6.6-Granulat 1910 €/t.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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