bvse-Marktbericht Kunststoffe - August 2009

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der monatliche Aufwärtstrend hält an! Die Taktik der konstanten und kleinen bis mittleren Preisanhebungen wirkt. Die Preiserhöhungen liegen im Bereich von 40-100 €/t. Im EUWID-Preisspiegel beträgt der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe inzwischen 977 €/t; er liegt somit um 78 €/t höher als im Vormonat. Eine Reihe von Gründen werden für die letzte Preiserhöhung genannt, nämlich das Auffüllen von Lagerbeständen, Anlagenausfälle und Anlagenstillstände, erhöhte Vorproduktpreise sowie die Angebotsverknappung bei einer begrenzten aber stetigen Nachfrage. Die Experten können allerdings noch keine echte Konjunkturerholung feststellen.

PET: Im Juli notiert Verpackungs-PET aus Westeuropa bei 1000-1130 €/t und damit im Mittel um 10 €/t niedriger als im Vormonat! Das weltweit hohe Angebot an PET führt zu weiter fallenden Preisen. Bei PET greifen bislang die Versuche, über ein Stoffstrommanagement die verfügbaren Kapazitäten zu regulieren bzw. zu verknappen nicht.

Die Notierungen der London Metal Exchange Börse (LME) behaupten sich. Die hier angegebenen Preisnotierungen sind der Mittelwert aus den LME-Einkaufs- und Verkaufspreisen. In der KW 33 liegen die September-, Oktober- und November-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1075 US $. Die September-, Oktober- und November-Einkaufspreise von LLDPE erreichen 1190 US $, 1195 US $ und 1195 US $. Damit erhöhen sich die September-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP um 60 US $/t. Die Notierungen von LLDPE bleiben im Vergleich zum Vormonat unverändert. Aus den LME-Notierungen lässt sich ein Zwischenhoch ableiten, das zumindestens bei PE erreicht wurde. Die PP-Notierungen könnten noch um 100 US $ steigen.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Die Sommerpause wirkt - Juli und August erweisen sich als ruhig und somit als preisstabil. Die Gesamtsituation bleibt schwierig, da sich der Kunststoffmarkt noch nicht stabilisiert hat. Bei geringen Umsätzen werden die Preise jetzt wieder eher am Abstand zur Neuware festgemacht, als dass diese aus dem Marktgeschehen bestimmt werden. Daher gründen sich die Hoffnungen für den Sekundärmarkt auf die stetig steigenden Preise im Primärmarkt. Hochwertige Sammel- und Sortierware wird im Markt zu günstigen Preisen angeboten. Darüber hinaus können beste Recyclate zu vergleichsweise günstigen Preisen eingekauft werden. Die strategische Lagerhaltung, also der entsprechender Lageraufbau oder Lagerabbau, in Abhängigkeit der jeweiligen Verarbeitungsstufe, das sind das Sammeln, Sortieren, Aufbereiten und Verarbeiten sowie der Handel, wird optimiert. Der Fernostexport verläuft verhalten; europäische Ware, insbesondere PE und PET, wird weiterhin nachgefragt. Die Exportpreise stehen unter beträchtlichem Druck. Für den Kunststoffexport gewinnen weitere fernostasiatische Länder immer mehr an Bedeutung. Eine Trendwende hin zu erhöhtem Umsatz, stabileren Preisen und besseren Margen wird erst ab Oktober erwartet.


2.1 Preisspiegel EUWID

Der Markt für PE-Produktionsabfälle erweist sich auch im Juli wiederum als preisstabil. So notieren beispielsweise HDPE bunt bei 300-450 €/t und LDPE Folie natur (K40) bei 300-450 €/t.

Im Juli-Preisspiegel in EUWID notieren einige PE post user Kunststoffe höher. Die PE-Folien werden in den weltweiten Märkten nachgefragt. Ausgewählte Folienqualitäten notieren um etwa 10 €/t höher. So notiert Gewerbemischfolie (90/10) bei 170-210 €/t.

PP: Die PP-Märkte folgen mit Abstand nun den PE-Märkten; zwar bleiben die Preise noch stabil, aber die Nachfrage nimmt wieder zu. Die PP-Notierungen lauten: Folie bunt (K59) 0-90 €/t, Folie natur (K50) 150-200 €/t, Homopolymer bunt 230-450 €/t, Homopolymer natur 300-500 €/t, Copolymer bunt 240-400 €/t, Copolymer natur 350-500 €/t, Spritzgussware schwarz und gasfaserverstärkt jeweils ohne Notierung.

PS: Auch hier gibt es keine Veränderungen zu den Preisnotierungen im Vormonat. Die Nachfrage nach PS-Produktionsabfällen hat sich leicht gebessert. Allerdings sehen Experten hier eher noch Tendenzen zu nachgebenden Preisen bei Sekundär-PS. So notiert die Sorte Standard bunt bei 300-400 €/t.

Auch die PVC-Notierungen sind unverändert gegenüber dem Vormonat. Einige Experten sehen eine leichte Erholung für die PVC-Märkte voraus, während andere auf die schlechte Baukonjunktur verweisen.

PET post user: Der erwartete Sommerschub bleibt zunächst aus. Im Gegenteil - die nachgebenden Primärpreise drücken auf die Flaschenpreise. Guten Absatz finde klare Ware, so berichten die Experten. Bunte Ware lässt sich bevorzugt im Export absetzen. EUWID meldet im Juli wieder Preisnotierungen im Preisspiegel. Im neu strukturierten Preisspiegel werden die Pfandflaschenqualitäten PET-Klar mit 190-225 €/t und PET-Bunt mit 90-120 €/t gelistet.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Preise für Standardkunststoffe haben sich Juli 2009 gegenüber dem Juni 2009 behauptet. Bei den Preisveränderungen gibt es keinen einheitlichen Trend. Die Schwankungen reichen von - 150 bis + 100 €/t. PET notiert fester im Gegensatz zum Vormonat. Ein erster Blick in die August-Notierungen zeigt eine weitere Stabilisierung der Preise mit der Tendenz zu Preiserhöhungen bei ausgewählten Kunststoffen. Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von Juli gegenüber Juni zu melden: HDPE-Ballenware -70 €/t HDPE-Mahlgut +40 €/t, PP-Granulat +100 €/t, PS-Mahlgut -50 €/t und PS-Granulat -150 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im Juli für die Granulate deutliche Preisnachlässe, während die Mahlgüter stabil bleiben. Die Vorschau in die August-Notierungen weist allerdings durchwegs Preiserhöhungen aus, und zwar etwa 40 €/t für die Mahlgüter und 190-500 €/t für die Granulate. Für die Technischen Kunststoffe sind die folgenden Preisnachlässe größer/kleiner 70 €/t von Juli gegenüber Juni zu melden: PC-Granulat -230 €/t, PA 6-Granulat -180 €/t und PA 6.6-Granulat -110 €/t.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus plasticker, siehe www.plasticker.de, lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der alleinigen Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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