bvse-Marktbericht Kunststoffe - Oktober 2009

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Insgesamt gestaltet sich die Situation bei den Standardkunststoffen, trotz eindeutiger Preistrends, als unübersichtlich. Der Trend aus den Preiserhöhungen wäre eindeutig, wenn nicht die Nachfrage als relativ verhalten eingestuft werden müsste. Auch die Vorproduktpreise sind uneinheitlich. Der angekündigte Konjunkturaufschwung, der den Kunststoffabsatz eigentlich positiv beeinflussen soll, zeigt sich bisher eher als zögerlich. Es gibt inzwischen genügend Anzeichen dafür, dass die angekündigten Verschiebungen und Erhöhungen der Produktionskapazitäten und der Produktionsmengen greifen, wodurch sich die weltweiten Kunststoffmärkte verändern.

Im September sind wiederum, mit Ausnahme von PS, Preiserhöhungen bei den Standardkunststoffen zu melden. Bei PS ist eine geringe Preiskorrektur von 20 €/t zu melden. Die Preiserhöhungen für alle Standardkunststoffe liegen im Bereich von 60-110 €/t. Im EUWID-Preisspiegel beträgt der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe inzwischen 1097 €/t; somit liegt er um 61 €/t höher als im Vormonat. Die Abweichungen bei den Notierungen über alle Standardkunststoffe hinweg sind erstaunlich gering mit nur ± 38 €/t. Anders ausgedrückt heißt das, die zehn gelisteten Kunststoffe haben innerhalb der genannten Standardabweichung alle den gleichen Preis. Der Preisspiegel für die zehn Standardkunststoffe lautet: LDPE-Folie 1070-1140 €/t, LLDPE-Folie 1070-1140 €/t, HDPE-Spritzguss 1050-1100 €/t, HDPE-Blasware 1070-1120 €/t, PS-glasklar 1050-1100 €/t, PS-schlagfest 1100-1160 €/t, PP-Homopolymer 1040-1100 €/t, PP-Copolymer 1090-1150 €/t, PVC-Rohrqualität 1050-1110 €/t und PVC-Folien/Kabel 1090-1150 €/t.

Auch PET gestaltet sich uneinheitlich: Im September notiert Verpackungs-PET bei 1100-1200 €/t und damit im Mittel um 25 €/t höher als im Vormonat. Im September und Oktober wird die PET-Nachfrage von Experten als eher gering eingeschätzt. Die Spotpreise geben bereits nach. Das saisonale Herbst- und Winterloch bei der Nachfrage nach PET wirkt sich negativ auf dessen Preise aus.

Die Europa-Notierungen der London Metal Exchange Börse (LME) geben nach. In der KW 43 liegen die November-, Dezember- und Januar-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1045 US $. Die November-, Dezember- und Januar-Einkaufspreise von LLDPE erreichen jeweils 1150 US $. Damit erniedrigen sich die November-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP um 80 US $/t und diejenigen von LLDPE um 70 €/t. Die LME-Notierungen weisen auf leicht nachgebende Preise hin.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Es gab Warnungen, dass sich der Preisverfall aus dem Herbst 2008 wiederholt. Während Anfang September die Preise und die Umsätze noch positiv waren, kam es Ende September und Anfang Oktober zu deutlichen Absatzeinbrüchen im Inland und auch im Export. Der Export in die VR China leidet unter einer Reihe von Faktoren, die jedoch letztlich alle auf den mangelnden Absatz von Produkten, wegen der noch andauernden Wirtschaftskrise, zurückzuführen sind. Immerhin können die Marktnotierungen über die Marktbewegungen festgesetzt werden und machen sich nicht nur aus dem Abstand zur Primärware fest. Seit Mitte Oktober stabilisieren sich die Kunststoffmärkte wieder. Hieraus kann allerdings kein weiterer Trend abgeleitet werden. Der Kunststoffmarkt ist spezifisch wie selten zuvor.


2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Die PE-Produktionsabfälle notieren auch im September unverändert. Mahlgut konnte verhältnismäßig gut bei stabilen Preisen abgesetzt werden. Der Preisspiegel für PE post user zeigt signifikante Veränderungen. Gewerbemischfolie gibt über alle hier notierten Qualitäten im Preis nach. Farbsortierte Kastenware konnte sogar Preisaufschläge um durchschnittlich 55 €/t durchsetzen. Somit ergeben sich die folgenden veränderten Notierungen: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 280-350 €/t, Gewerbemischfolie (98/2) 270-300 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 160-210 €/t und Gewerbemischfolie (80/20) 150-180 €/t und HDPE-Kastenware farbsortiert 440-520 €/t.

PP: Die PP-Märkte zeigen wieder mehr Bewegung. Der Absatz an PP-Produktionsabfällen hat sich etwas verbessert. PP-Folie wird um 10-20 €/t leicht erhöht notiert: Folie bunt (K59) 0-100 €7t, Folie natur (K50) 150-220 €/t.

PS: Es sind keine Veränderungen zu den Preisnotierungen im Vormonat zu melden. Die Situation bei PS und EPS wird als eher schwierig eingeschätzt.

Die veränderten PVC-Notierungen können noch nicht als eine relevante Marktbelebung eingeschätzt werden. Dennoch darf die Nachfrage aus dem privaten Baubereich nach PVC-Produkten nicht unterschätzt werden. So ergibt sich bei den Produktionsabfällen bei Hart bunt, das mit 200-370 €/t notiert, und für Rohrqualität bunt, das ebenfalls mit 200-370 €/t notiert, eine Erhöhung um 20 €/t im oberen Qualitätsbereich. Bei Fensterware notiert die Qualität bunt zu 320-420 €/t und damit um durchschnittlich 20 €/t höher.

PET post user: Der PET-Markt ist wieder hart umkämpft. Der Fernost-Export stagniert. Günstige Neuwarepreise drücken deutlich auf die PET-Preise. Gute PET-Ballenware findet schnell ihren Absatz. PET bunt ist im Inland und im Export nur wenig nachgefragt. Die Anfallstellen spekulieren auf eine europaweit hohe und konstante PET-Nachfrage wegen der aufgebauten Verarbeitungskapazitäten. Allerdings kann immer wieder eine erstaunlich flexible Anpassung der Verarbeitungsmenge, abhängig von den Marktgegebenheiten, bei den PET-Verarbeitern beobachtet werden. EUWID meldet seit Juli wieder Preisnotierungen in einem eigenen Preisspiegel. Im neu strukturierten Preisspiegel sind im September die Pfandflaschenqualitäten PET-Klar mit 190-230 €/t und PET-Bunt mit 90-120 €/t gelistet. EUWID weist ausdrücklich darauf hin, dass die neuen Notierungen nicht mehr denjenigen Qualitäten und Preisen entsprechen, die vor der Umstellung erhoben wurden.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Preisspiegel von plasticker zeigt für die Standardkunststoffe ausreichend Angebot und Nachfrage im September. Die Preise behaupten sich weitgehend; d.h. dass sich die Preiserhöhungen und die Preissenkungen in etwa die Waage halten. Die Schwankungen reichen von - 80 €/t bis + 100 €/t. PET-Ballenware, PET-Mahlgut und PET-Granulat gibt um 10 €/t, 40 €/t und 80 €/t nach. Die beiden PVC-Qualitäten geben um 40 €/t nach. Die Polyolefine notieren hingegen eher höher. Ein erster Blick in die Oktober-Notierungen zeigt bisher eine Stabilisierung der im September gefundenen Preise.

Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von August gegenüber Juli zu melden: HDPE-Granulat + 100 €/t, LDPE-Granulat + 100 €/t, PS-Granulat + 70 €/t und PET-Granulat - 80 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im September kaum Veränderungen zu den Notierungen aus dem Vormonat. Die Notierungen schwanken nur gering, und zwar von - 50 €/t bis + 20 €/t bis. Die Vorschau in die Oktober-Notierungen weist eine Marktstabilisierung für die Mahlgüter und deutlichere Preisnachlässe, und zwar um 100 €/t bis zu 300 €/t, für die Granulate aus.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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