bvse-Marktbericht Kunststoffe - November 2009

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Aus Sicht der Kunststoffe gestaltet sich die wirtschaftliche Entwicklung unerfreulich. Die Märkte sind gesättigt - d.h. eine konstante Abnahme der Kunststoffe auf ein bestimmtes aber im Vergleich zu September 2008 deutlich niedrigeres Niveau ist zwar weltweit garantiert, allerdings fehlen die Wachstumsimpulse. Der Privatkonsum stabilisiert die Kunststoffnachfrage. Die verschiedenen, weltweit bestehenden Kunststoffmärkte werden nicht weiter entwickelt - die Ideen und die Impulse fehlen. Die weltweiten Erhöhungen der Produktionskapazitäten für Vorprodukte und Kunststoffe überkompensieren die kurzfristigen Erholungen und Erfolge in den europäischen Märkten. Auch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft kommt deshalb kaum in den nationalen Märkten an.

Im Oktoberpreisspiegel geben die Preise für alle EUWID notierten Standardkunststoffe um 10 €/t bis 50 €/t nach. Der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe beträgt 1059 €/t; somit liegt er um 38 €/t niedriger als im Vormonat. Die Abweichungen bei den Notierungen über alle Standardkunststoffe hinweg sind erstaunlich gering mit nur ± 33 €/t; d.h. der Trend zur Vereinheitlichung der Preise hält somit an. Die Preisnotierung für LDPE-Folie liegt beispielsweise bei 1030-1110 €/t, für PVC-Rohrqualität bei 1020-1060 €/t und PVC-Folien/Kabel bei 1080-1100 €/t. Diese Preise können eigentlich gerade noch als eine Preisstabilisierung gewertet werden, wenn da nicht die schwache Nachfrage wäre. Alle Vorhersagen über weitere Trends sind obsolet, da diese von den kurzfristigeren Schwankungen überlagert werden.

Im Oktober notiert Verpackungs-PET bei 1050-1120 €/t und damit im Mittel um 65 €/t niedriger als im Vormonat. Eine weiter rückläufige Nachfrage bei einer guten Versorgung mit PET sollte zu stabilen bis rückläufigen Preisen führen. Allerdings könnte der deutliche Anstieg der Kosten für Paraxylol die PET-Preise wieder leicht nach oben korrigieren.

Der Oktober-Preisspiegel in EUWID notiert die Technischen Kunststoffe unverändert. Der Preisverfall der Technischen Kunststoffe konnte gestoppt werden. Die Nachfrage hat sich auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Die Läger sind abgearbeitet und werden langsam wieder gefüllt. Die zweimonatlichen Notierungen lauten zum Beispiel für PMMA glasklar 2150-2350 €/t, für ABS farbig 1950-2100 und für PA 66 GF 2450-2400 €/t. Die aktuelle Wirtschaftslage signalisiert einen ersten Aufwärtstrend für die Technischen Kunststoffe.

Die Europa-Notierungen der London Metal Exchange Börse (LME) haben sich stabilisiert. In der KW 46 liegen die November-, Dezember- und Januar-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1040 US $. Die November-, Dezember- und Januar-Einkaufspreise von LLDPE erreichen jeweils 1130 US $. Damit erniedrigen sich die November-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP um 5 US $/t und diejenigen von LLDPE um 20 US $/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Eine Standortbestimmung für den Markt für Sekundärkunststoffe fällt schwer, da eindeutige Trends in 2009 nicht auszumachen sind. Die Sekundärkunststoffe reagieren weiterhin sehr empfindlich auf Veränderungen, d.h. Preiserhöhungen aus dem Primärmarkt kommen kaum an, während Preissenkungen relativ schnell durchschlagen. Insgesamt könnte die Nachfrage als eher gering bezeichnet werden, wenn da nicht eine Reihe von Sondereffekten wären: hochwertiger Input für die Kunststoffaufbereitung und die Kunststoffverarbeitung findet weiterhin relativ schnell seinen Absatz; allerdings schwankt die Auslandsnachfrage stark. Die Outputnachfrage der Kunststoffaufbereitung, das sind die Recyclate, ist kunststoffartenspezifisch sehr unterschiedlich und insbesondere für gute Qualitäten abhängig von der Entwicklung der Primärmärkte. Teilweise wird sogar geklagt, dass hochwertiger Input in ausreichenden Mengen fehle und so die Herstellung von Endprodukten für den privaten Konsum merklich limitiere. Die Qualität der in Europa angebotenen Input-Ware ist durchweg gut. Niedrigere Qualitäten haben eigene Absatzwege, die weitgehend unabhängig von den Kunststoffprimärmärkten sind.

Gegen Jahresende erfolgen noch einige Marktbereinigungen. Duale Systeme verändern die Angebotsmengen durch zusätzliche Verkäufe in das In- und das Ausland. Exportbelebungen fehlen. Die Läger aller Marktbeteiligten sind gut gefüllt. Spannend ist es, die weitere Entwicklung des Kunststoffrecyclings in der Winterpause zu beobachten.


2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Die PE-Produktionsabfälle notieren im Oktober weiterhin unverändert. Mahlgut konnte bei stabilen Preisen abgesetzt werden. Der Preisspiegel für PE post user zeigt signifikante Preisnachlässe. Folie gibt im Preis deutlich nach. Somit ergeben sich folgende beispielhafte Notierungen: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 280-350 €/t, Folie transparent farbig < 70 µm 20-70 €/t, LDPE-Agrarfolie s/w > 70 µm 10-30 €/t, Gewerbemischfolie (98/2) 280 €/t, Gewerbemischfolie (90/10) 160-190 €/t und Gewerbemischfolie (80/20) 140-170 €/t.

PP: Die PP-Märkte folgen inzwischen wieder weitgehend den PE-Märkten. Der kurze Nachfrageschub aus dem September findet im Oktober und November keine Fortsetzung. Bunte Ware gibt im Preis nach: Folie bunt (K59) notiert jetzt zu 0-90 €/t.

PS: Es sind keine Veränderungen zu den Preisnotierungen im Vormonat zu melden. Die Situation bei PS und EPS wird nach wie vor als schwierig eingeschätzt. Die Renovierungen im privaten Baubereich wirken sich kaum auf das PS-Recycling aus.

Im Oktoberpreisspiegel gibt es keine Veränderungen bei den PVC-Notierungen. Die PVC-Märkte erwiesen sich bisher in der Krise als erstaunlich stabil. Die Nachfrage nach PVC wird als hinreichend eingeschätzt.

PET post user: Der PET-Markt ist nach wie vor hart umkämpft. Günstige Neuwarepreise drücken deutlich auf die PET-Preise. Die Lager der Verarbeiter sind gefüllt. Die Nachfrage in den nächsten Monaten wird eher als verhalten eingeschätzt. Überkapazitäten können zeitlich befristet stillgelegt werden. Die Preise im Fernost-Export kommen unter Druck und geben weiter nach. Die neuen EUWID -Preisnotierungen für gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen sind im Oktober unverändert gegenüber dem Vormonat; sie lauten: PET-Klar 190-230 €/t und PET-Bunt 90-120 €/t. EUWID weist ausdrücklich darauf hin, dass die neuen Notierungen, die seit Juli gemeldet werden, nicht mehr denjenigen Qualitäten und Preisen entsprechen, die vor der Umstellung erhoben wurden.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Preisspiegel von plasticker zeigt für die Standardkunststoffe rückgehende Angebotszahlen im Oktober. Die Preise stabilisieren sich - allerdings auf niedrigerem Niveau. Die Schwankungen reichen von - 50 €/t bis + 40 €/t. LDPE-Mahlgut gibt um 50 €/t deutlich im Preis nach. PS-Mahlgut, Hart-PVC und PET-Mahlgut zeigen Erhöhungen um 30 €/t, 20 €/t und 40 €/t. Ein erster Blick in die November-Notierungen bestätigt die Stabilisierung aus dem Vormonat, wobei die Preise hier nochmals leicht nachgeben.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im Oktober deutliche Preisnachlässe im Vergleich zu den Notierungen aus dem Vormonat. Die Notierungen für Mahlgüter geben um 20 €/t bis 50 €/t und die für Granulate um 100 €/t bis 390 €/t nach. Die Vorschau in die November-Notierungen zeigt eine Preisstabilisierung.

Für die Technischen Kunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 70 €/t von Oktober gegenüber September zu melden: PC-Granulat - 390 €/t, PA 6-Granulat - 100 €/t und PA 6.6-Granulat - 240 €/t.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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