bvse-Marktbericht Kunststoffe - Dezember 2009

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Die Prognosen einer sich schnell erholenden Volkswirtschaft werden durch die Entwicklungen auf den Kunststoffmärkten relativiert. Hier zeigt sich, dass die Wirtschaftskrise noch keineswegs überstanden ist. Verschiedene Zwischenhochs bei den Kunststoffnotierungen lassen keine Prognosen für einen mittelfristigen oder längerfristigen Wirtschaftstrend zu. Nach wie vor ist die weltweite Kunststoffproduktion durch verschiedene Maßnahmen deutlich vermindert.

Die Nachfrage nach Standardkunststoffen ist zwar vorhanden allerdings auf einem relativ niedrigen Niveau. Weihnachten und Neujahr lassen bis Februar weltweit relativ ruhige Kunststoffmärkte erwarten. Seitwärtsbewegungen im Markt könnten aus dem Auffüllen von Lagerbeständen resultieren. Für die nächsten Monate ist keine Trendumkehr absehbar. Die Märkte werden sich weiter, allerdings auf einem niedrigeren Niveau, konsolidieren.

Im Novemberpreisspiegel geben die Preise für alle EUWID notierten Standardkunststoffe wiederum, und zwar um 20 €/t bis 60 €/t nach. Der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe beträgt 1017 €/t; somit liegt er um 42 €/t niedriger als im Vormonat. So liegt der Preis für LDPE-Folie beispielsweise bei 990-1040 €/t, für HDPE-Spritzguss und HDPE-Blasware jeweils 980-1020 €/t und PVC-Folien/Kabel 1030-1050 €/t. Nur Verpackungs-PET notiert im Mittel um 40 €/t höher als im Vormonat, nämlich bei 1100-1150 €/t. Die rückläufigen Kunststoffpreise werden auch mit nachgebenden Vorproduktpreisen begründet. Die weitere Entwicklung der Vorproduktpreise hängt letztlich auch vom Erdölpreis ab und damit vom weltweiten Verlauf des Winters. Längere Kälteperioden führen zu erhöhten Rohölpreisen, denen die Vorprodukte zeitversetzt folgen.

Die Europa-Notierungen der London Metal Exchange Börse (LME) bleiben preisstabil. In der KW 51 liegen die Dezember-, Januar- und Februar-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1055 US $. Die Dezember-, Januar- und Februar-Einkaufspreise von LLDPE erreichen jeweils 1115 US $. Damit erhöhen sich die Dezember-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP um 15 US $/t und diejenigen von LLDPE erniedrigen sich um 15 US $/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Die Sekundärkunststoffmärkte stehen vor allem wegen der nachgebenden Primärpreise unter Druck. Eine Preisfindung in den Märkten für Sekundärkunststoffe fällt im Dezember schwer, da die Exportpreise dominieren. Der Fernostexport hat sich stabilisiert und treibt die Märkte. Der Abstand zur Primärware setzt häufig die Preise im Binnenmarkt fest. Inzwischen klagen einzelne Verarbeiter sogar über mangelnden Input. So fehle hier der konstante Input an großen und qualitativ guten Mengen, bemängeln Verarbeiter. Insbesondere fehlt das hochwertige Aufkommen an Kunststoffen aus Produktion und Gewerbe, da wegen der Krise weniger produziert und umgeschlagen wird. Darüber hinaus führen Marktverschiebungen dazu, dass Teile der post-consumer Ware, v.a. aus Dualen Systemen, relativ hochpreisig angeboten wird. Die Kunststoffprodukte für den Baubereich und den Privatkonsum finden guten Absatz. Geringere Umsätze werden für die traditionell ruhigere Weihnachts- und Neujahr-Zeit erwartet. Die Winterpause könnte sogar bis Februar, wegen des Chinesischen Neujahrs, andauern.


2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Die PE-Produktionsabfälle zeigen geringe Veränderungen. Ballenware gibt im Preis um 10-30 €/t nach. LDPE-Mahlgut natur notiert um 20 €/t niedriger. So lauten die November-Notierungen beispielsweise für HDPE bunt 300-450 €/t, für LDPE natur 330-430 €/t und für LDPE-Folie bunt (K49) 130-220 €/t. Der Preisspiegel für PE post user zeigt sich als uneinheitlich; letztlich erweist er sich aber somit als preisstabil. Folie notiert höher wegen der Fernostnachfrage. Die Veränderungen sind moderat, d.h. Erhöhungen liegen im Bereich von 10-25 €/t. Die Preiskorrektur der LDPE-Schrumpfhaube beträgt 10 €/t.

PP: Keine Preisveränderungen bei PP. Die Situation bei den post user-Märkten und bei den Märkten für Produktionsabfälle hat sich nicht gebessert. PP folgt den Trends aus den PE-Märkten. Hochwertige PE- und PP-Mahlgüter und Regranulate werden zu vergleichsweise günstigen Preisen angeboten.

PS: Auch die relativ stabilen PS-Preise sind in Bewegung. Die Produktionsabfälle geben um 20 €/t nach. Fallende Neuwarepreise bei schleppendem Absatz drücken die Notierungen nach unten. Ansonsten sind die Notierungen im November für Standard bunt, Standard glasklar, Standard weiß, Schlagfest bunt, Schlagfest schwarz und Schlagfest stabil.

Im Novemberpreisspiegel gibt es keine Veränderungen bei den PVC-Notierungen. Die Nachfrage nach PVC wird als hinreichend gut eingeschätzt.

PET post user: Die Preisfindung bei gebrauchten Flaschen ist schwierig. Die tatsächlichen Kapazitäten für das Aufbereiten und Verarbeiten lassen sich europaweit nur schwer abschätzen. Das Flaschenaufkommen wird durch den Export mitbestimmt, dessen Mengen allerdings deutlich schwanken. Der Trend bei Getränkeflaschen zu PET ist ungebrochen und verdrängt weiter erfolgreich Glas und Verbunde. Auch außerhalb des Sommers ist der PET-Verbrauch auf gutem Niveau. Neben den PET-Flaschen gewinnt PET als höherwertiges Verpackungsmaterial, beispielsweise für Lebensmittel und Kosmetika, zunehmend an Bedeutung. Die EUWID -Preisnotierungen für gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen sind im November nahezu unverändert, zum Beispiel PET-Bunt 90-120 €/t. Nur PET-Klar zeigt im unteren Bereich eine Erhöhung um 10 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Preisspiegel von plasticker zeigt im November für die Standardkunststoffe eine uneinheitliche Preisentwicklung. Die Abweichungen reichen in der Spitze von - 70 €/t bis + 70 €/t. In der Gesamtschau ergibt sich ein leichter Trend zu nachgebenden Preisen. Die eingestellten Angebote sind leicht rückläufig. Ein erster Blick in die Dezember-Notierungen ergibt eine Preisstabilisierung auf dem Niveau des Vormonats. Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von November gegenüber Oktober zu melden: PP-Granulat + 70 €/t, Weich -PVC - 70 €/t und PET-Granulat + 60 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im November deutliche Preissteigerungen im Vergleich zu den Notierungen aus dem Vormonat. Die Vormonatsverluste werden dadurch ausgeglichen. Die Notierungen für Mahlgüter steigen um 80 €/t bis 170 €/t und diejenigen für Granulate um 160 €/t bis 290 €/t. Die Vorschau in die Dezember-Notierungen zeigt eine weitere aber geringerer Preissteigerung an.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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