bvse-Marktbericht Kunststoffe - Februar 2010

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Im Januar ist gemäß EUWID-Preisspiegel ein kräftiger Preisanstieg um durchschnittlich 74 €/t für alle Standardkunststoffe zu melden! Der Durchschnittspreis über die zehn unten gelisteten Kunststoffe beträgt im Januar 1094 €/t gegenüber 1019 €/t im Dezember. Die Preiserhöhungen, die je nach Kunststoff sehr unterschiedlich ausfallen, reichen von 10 €/t bis 170 €/t. So verteuern sich zum Beispiel PE um 50-80 €/t, PS, aber PVC nur um 5 €/t. LDPE-Folie liegen bei 1070-1120 €/t, HDPE-Spritzguss 1040-1100 €/t und PS-glasklar 1180-1200 €/t. Verpackungs-PET notiert im Mittel um 25 €/t höher als im Vormonat, nämlich bei 1170-1220 €/t.

Leere Lager wurden im Januar und Februar wieder aufgefüllt. Die drastischen Angebotsverknappungen bei der Kunststoffproduktion bewirken, dass die laufende Produktionsnachfrage zu den höheren Preisen führt. Die erzielten Marktpreise für die verschiedenen Kunststoffe übertreffen dabei die Verteuerungen aus den Vorprodukten.

Auch die Europa-Notierungen der London Metal Exchange Börse (LME) zeigt Preiserhöhungen. In der KW 7 liegen die März-, April- und Mai-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1165 US $. Die März-, April- und Mai-Einkaufspreise von LLDPE erreichen jeweils 1220 US $. Damit erhöhen sich die Januar-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden, bei PP um 80 US $/t und bei LLDPE um 75 US $/t. Die PP-Preise in Europa liegen im März um 45 US $/t unter denen für Asien und um 385 US $/t unter denen für Nordamerika. Die LLDPE -Preise in Europa liegen im März um 120 US $/t unter denen für Asien und um 200 US $/t unter denen für Nordamerika.

Die andauernde Winterkälte stabilisiert die Rohölpreise. Dies könnte zu nochmals aber geringer steigenden Vorproduktkosten führen. Dies kann sich dann preistreibend auf die Kunststoffe auswirken. Eine Preisstabilisierung auf dem erreichten Niveau oder auch leicht höhere Preise wird daher für März und April prognostiziert. Mit einer höheren Kunststoffnachfrage aus den Bereichen Industrie, Gewerbe und Privatkonsum wird in den nächsten Monaten gerechnet. Allerdings warnen Experten auch davor, dass die Primärware überbewertet sei.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Der Nachfrageschub aus den Primärmärkten wirkte sich diesmal ohne Zeitverzögerung in den Sekundärkunststoffmärkten aus. Geringe Angebotsmengen an Primär- und an Sekundärware, ein stärkerer Dollar und die erhöhte Exportnachfrage treiben die Preise für Sekundärkunststoffe fast durchweg nach oben. Nach wie vor fehlt den Kunststoffaufbereitern und Kunststoffverwertern ausreichend und qualitativ guter Input. Insbesondere gute Folie wurde im Januar und Februar aus Fernost nachgefragt. Trotz der Feiertage in Fernost war die Exportnachfrage im Januar und Februar hoch.

Die Sekundärkunststoffmärkte werden allerdings auch als uneinheitlich beurteilt. Einerseits werden für die nächsten beiden Monate nochmals Preiserhöhungen erwartet, anderseits wird vor Marktüberhitzungen gewarnt. Der gegenwärtige Boom sei nicht auf eine echte Nachfrage gestützt. Experten vermuten außerdem, dass im Frühjahr fallende Neuwarepreise den Sekundärmarkt drücken werden. Kunststoffaufbereiter und Kunststoffverwerter kommen in Bedrängnis, da sich der Input verteuert, die Preiserhöhungen können aber nur bedingt an die Regranulate weitergeben werden.


2.1 Preisspiegel EUWID

PE: Insbesondere Naturfolie wird im Fernostexport nachgefragt. Im Export werden deutlich höhere Preise erzielt als im Inland. Der Exportnachfrage nach Folie sei in Teilen überdreht, urteilen Experten. Die PE-Produktionsabfälle zeigen durchschnittlich Erhöhungen um 20 €/t Erhöhungen, zum Beispiel für: HDPE bunt 330-450 €/t, HDPE, LDPE bunt 280-420 €/t, und LDPE-Folie bunt (K49) 150-230 €/t. Auch die PE post user Abfälle zeigen Preiserhöhungen in der Breite und zwar um 10-40 €/t: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40), Folie transparent natur < 70 µm 290-350 €/t, PE-Gewerbemischfolie (90/10) 190-230 €/t. Bunte Ballen aus HDPE-Flaschen erzielten Preissteigerungen um 70-110 €/t!

PP: Die Nachfrage nach PP spiegelt die Entwicklung in den Neuwaremärkten. Auch hier wird gewarnt, dass die Märkte überreagieren. Die PP-Produktionsabfälle verteuern sich um 10-50 €/t. Beispielsnotierungen: Folie bunt (K59) 30-100 €7t und Copolymer bunt 250-420 €/t.

PS: Einige Qualitäten in den Produktionsabfällen notieren um 20-40 €/t höher, beispielsweise: Standard bunt 300-400 €/t oder auch Schlagfest schwarz mit 350-500 €/t. Die Sekundärmärkte für PS folgen abgemildert den deutlichen Preiserhöhungen in den PS-Primärmärkten.

PVC: Weitgehend moderate Preiserhöhungen um 10-20 €/t sind bei einigen PVC-Produktionsabfällen zu melden. Allerdings wurde die Qualität Hart transparent im unteren Preisbereich um 50 €/t angehoben. Die PVC-Fensterware notiert unverändert. Die Nachfrage aus dem Baubereich ist im Winter unterbrochen.

PET post user: Der PET-Markt ist hart umkämpft. Der Inlandsnachfrage steht der große Fernostbedarf gegenüber. Dem Aufkommen an Getränkeflaschen stehen große Verarbeitungskapazitäten in Deutschland und Europa gegenüber. Der Getränkeverbrauch ist jahreszeitlich bedingt gering. Der Handel konnte daher Preissteigerungen durchsetzen. Weitere Preissteigerungen sind angekündigt. Die EUWID -Preisnotierungen für gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen ergaben für Januar PET-Klar eine Erhöhung um 10-15 €/t und für PET-Bunt um 10-20 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Preisspiegel von plasticker zeigt im Dezember für die Standardkunststoffe unterschiedliche Trends. Zwar überwiegen deutlich die Preiserhöhungen, die im Bereich von 10-140 €/t liegen, dennoch sind auch vier Preiskorrekturen im Bereich von - 10 €/t bis - 100 €/t zu melden. Ein erster Blick in die Februar-Notierungen ergibt eine Preisstabilisierung auf dem erreichten Niveau. Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von Januar 2010 gegenüber Dezember 2009 zu melden: LDPE-Ballenware + 60 €/t, LDPE-Mahlgut + 50 €/t, PP-Granulat - 100 €/t, PS-Mahlgut + 50 €/t, PS- und PS-Granulat + 140 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im Januar drastische Preisnachlässe. Die Abweichungen reichen dabei von - 60 €/t bis -330 €/t. Die Vorschau in die Februar-Notierungen ergibt eine Preisstabilisierung.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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