bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2010

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Die Kunststoffverarbeiter leiden unter den hohen Rohstoffpreisen. Zusätzlich wirken die bestehenden Angebotsverknappungen immer noch, die kaum durch Importe ausgeglichen werden. Die weltweite Kunststoffnachfrage ist hoch. Eine Änderung der gegenwärtigen Situation ist vorerst nicht in Sicht. Allerdings verlangsamt sich der bisher zu verzeichnende steile Preisanstieg.

Die gute Nachfrage nach den Standardkunststoffen hält im Juni an. Gemäß EUWID zeigt der Mai-Preisspiegel einen weiteren Preisanstieg, und zwar um durchschnittlich 20 €/t, für alle Standardkunststoffe. So beträgt der Durchschnittspreis für Mai 2010 über die zehn unten gelisteten Kunststoffe 1278 €/t; damit liegt er um 20 €/t höher als im Vormonat. Preise für ausgesuchte Standardkunststoffe: LDPE-Folie 1300-1350 €/t, HDPE-Blasware 1190-1210 €/t, PP-Copolymer 1360-1400 €/t und PVC-Folien/Kabel 1100-1140 €/t.

Die Europa-Notierungen für PP und LLDPE der London Metal Exchange Börse (LME) liegen in der KW 24 für die Juli-, August- und September-Einkaufspreise von PP bei jeweils 1315 US $ und für die von LDPE bei jeweils 1350 US $. Damit liegen die Juli-Notierungen gegenüber dem Vormonat niedriger. Verpackungs-PET notiert im Mai um 40 €/t höher als im Vormonat, nämlich bei 1300-1400 €/t.

Die Preiserhöhungen bewegen sich in einem engeren Band als in den Vormonaten, sie reichen von 10 €/t bis 40 €/t. Angebotsverknappungen, die sich sogar noch weiter verstärkt haben, treiben die Preise nach oben. Als relativ stabil erweisen sich, mit Preissteigerungen um 10 €/t, LDPE und PVC. Kunststoffimporte zum Ausgleich des Nachfrageüberhangs unterblieben. Auch die LME-Angaben weisen eine Preisstabilisierung für die nächsten Monate aus. Die Nachfrage wird von den Experten als weiterhin hoch eingeschätzt. Weitere aber leichte Preiserhöhungen werden für den Juni-Preisspiegel prognostiziert. Aus den LME-Notierungen ist jedoch ersichtlich, dass demnächst mit Marktsättigungen und damit mit Preisstabilitäten zu rechnen ist.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Für das Kunststoffrecycling ist eine deutliche Besserung der Lage für die beiden ersten Quartale 2010 zu melden. Die Nachfrageschübe aus dem Primärkunststoffmarkt treiben weiterhin die Zweitmärkte voran. Seit Januar besteht erhöhte Nachfrage nach Ballenware. Die Recyclate, hier vor allem die Mahlgüter und Regranulate, finden schnell ihren Absatz. Obwohl Einbrüche bei der Exportnachfrage aus Fernost gemeldet werden, s.u., zeigen eigene Beobachtungen ein großes Interesse am Einkauf in Deutschland.


2.1 Preisspiegel EUWID

Die Phase der Preiskonsolidierung hält an. Gemäß EUWID-Preisspiegel sind sowohl Preiserhöhungen, als auch Preiskontinuität sowie Preisnachlässe zu melden. Dennoch ist der Markt insgesamt eher von einer guten Binnennachfrage geprägt. Zum ersten Mal seit November 2009 werden von Händlern rückläufige Aufträge im Fernostgeschäft gemeldet.

PE: Insgesamt zeigt PE sowohl Preiserhöhungen als auch Preisnachlässe. In der Tendenz notieren die Mahlgüter um 10-30 €/t höher, während Folie um 10-20 €/t im Preis nachgibt. Geringere Nachfrage nach Folie wird aus Fernost gemeldet. Dies führt umgehend zu Preisnachlässen. Bei den PE-Produktionsabfällen sind weitere Preiserhöhungen anzuzeigen. Eine deutliche Preiserhöhung um 40 €/t zeigt sich bei den HDPE-Hohlkörpern. Es besteht gute Nachfrage nach farbsortierter Kastenware.

Die Notierungen bei den PE post user lauten zum Beispiel: LDPE-Schrumpfhaube bunt (E49) 220-280 €/t, LDPE-Agrarfolie s/w > 70 µm 20-65 €/t, PE-Gewerbemischfolie (80/20) 180-200 €/t oder HDPE-Kastenware bunt 360-460 €/t.

PP: Die PP-Produktionsabfälle folgen weitgehend dem korrespondierenden PE-Trend. Gute Qualitäten legen im oberen Preisbereich um 10-20 €/t zu.

PS: PS zeigt für viele Qualitäten deutliche Preiserhöhungen Die Preiserhöhungen erfolgten sehr differenziert; sie reichen von 10-80 €/t. Insbesondere die Qualität Schlagfest wurde um 80 €/t höher notiert. So notiert Standard bunt bei 390-490 €/t und Standard glasklar bei 470-560 €/t.

PVC: Es sind nochmalige Preissteigerungen, und zwar 20-50 €/t, bei ausgesuchten PVC-Qualitäten zu melden. Die veränderten Mai-Notierungen für die PVC-Produktionsabfälle lauten: Hart bunt 300-400 €/t und Rohrqualität bunt 250-400 €/t. Bei der PVC-Fensterware notiert die Fensterqualität bunt um durchschnittlich 25 €/t höher.

PET post user: Der PET-Markt ist und bleibt überhitzt. Der PET-Markt ist von großen Begehrlichkeiten gekennzeichnet: Ein knappes Angebot an gebrauchten Flaschen steht einer hohen Binnenmarkt-Nachfrage gegenüber. Die hohen Neuwarepreise treiben die Preise für R-PET zusätzlich. Der Handel setzt die Einkaufspreise immer höher fest. Händler und Makler setzen vor allem auf Spot-Preise, die die Terminpreise treiben. Nur die Verarbeiter haben wenige Möglichkeiten, den hohen Einkaufspreisen zu entkommen. Da die hohen Input-Preise kaum noch an die Produkte weitergegeben werden können, drohen inzwischen sogar Produktionsrücknahmen. Experten berichten über Exportrückgänge wegen der geltenden hohen Preise.

Seit August 2009 steigen die PET-Preise kontinuierlich. Eine weitere Preiserhöhung kennzeichnet den PET-Markt im Juni. Die Preise für bunte PET-Flaschen haben ebenfalls Höchststände erreicht.


2.2 Preisspiegel plasticker

Der Mai-Preisspiegel von plasticker zeigt für die Standardkunststoffe eine Preiserhöhung an. Es überwiegen die Preiserhöhungen, die im Bereich von 10 €/t bis 120 €/t liegen; dennoch sind auch drei Preiskorrekturen im Bereich von - 20 €/ bis - 50 €/t zu melden. Ballenware tendiert niedriger, während Mahlgut und Granulat höher notieren. Bei PET ist die Tendenz zu höheren Preisen bei allen Qualitäten eindeutig. Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von Mai 2010 gegenüber April 2010 zu melden: PP-Mahlgut + 80 €/t, PP-Granulat + 120 €/t, PET-Mahlgut + 50 €/t und w_PVC-Mahlgut - 50 €/t. Ein erster Blick in die Juni-Notierungen ergibt weiter steigende Preise, und zwar um 10 €/t bis 130 €/t.

Standardkunststoffe

Die Technischen Kunststoffe zeigen im Mai höhere Preise für Mahlgüter und zwar um 50 €/t bis110 €/t. Granulate tendieren niedriger und zwar um - 120 €/ bis - 380 €/t. Ein erster Blick in die Juni-Notierungen ergibt höhere Preise.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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