bvse-Marktbericht Kunststoffe - September 2010

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der Boom auf den deutschen, europäischen und internationalen Märkten hält weiterhin an. Selbst in der Sommerpause war die Nachfrage nach Kunststoffen hoch. Allerdings werden stillgelegte Kapazitäten der Kunststoffkette jetzt langsam wieder hochgefahren, wodurch das Angebot an Kunststoffen steigt; dadurch geben die Preise für die Standardkunststoffe nach.

EUWID weist für die Standardkunststoffe bei den August-Notierungen überwiegend sinkende Preise und zwar um durchschnittlich 10 €/t aus. Die Preisnachlässe reichen dabei von -20 €/t bis -30 €/t. PVC zeigt leichte Preiserhöhungen und zwar um 10 €/t bis 20 €/t. PS notiert unverändert. So ermittelte EUWID beispielsweise für LLDPE-Folie einen Preis zwischen 1280-1340 €/t, für PP-Homopolymer 1310-1360 €/t und für PVC-Rohrqualität 1110-1160 €/t. Verpackungs-PET notiert im Juli um 40 €/t niedriger als im Vormonat. Damit geben die PET-Preise zum dritten Mal in Folge nach.

Die Europa-Notierungen für PP und LLDPE der London Metal Exchange Börse (LME) liegen in der KW 38 für die Oktober-, November- und Dezember-Einkaufspreise von PP unverändert bei jeweils 1290 US $/t und die für LDPE bei jeweils 1400 US $/t. Damit verändern sich die Oktober-Notierungen gegenüber denen, die hierfür im Vormonat notiert wurden weder bei PP noch bei LLDPE. Die LME zeigt also stabile Märkte an, die sich in den Folgemonaten wenig ändern werden. Die Nachfrage nach Kunststoffen wird von den Experten bei einem leichten Angebotsüberhang als weiterhin gut eingeschätzt.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Die Nachfrage nach Sekundärkunststoffen war in der Sommerpause recht gut. In den Sommermonaten waren bei den Aufbereitern und Verarbeitern teils Produktionsstillstände, teils Abverkäufe aus den Lagern aber auch eine unveränderte Produktion zu beobachten. Die Lagerbestände in der Kunststoffkette, also bei Sortierern, Aufbereitern und Verarbeitern, sind relativ gering. Recyclate notieren auf Grund der besseren Nachfrage deutlich höher als im Vormonat. Hochwertige Recyclate können bei Vergleich mit der Virginware immer noch recht vorteilhaft eingekauft werden.

Der Binnenmarkt konkurriert wieder verstärkt mit Fernost um die Sekundärkunststoffe. Die Nachfrage aus China nach deutscher Ballenware hält an. China kauft über verschiedene Wege sehr gezielt bestimmte Kunststoffqualitäten ein. Die Importstrategie der V.R. China verändert sich, wodurch in Recyclingzentren kontrollierter Input besserer Qualität eingeführt wird.

Die Kunststoffrecycler haben noch freie Kapazitäten und könnten weiteren Input aufbereiten und verarbeiten. Für das Quartal III und das Quartal IV wird eine gute Nachfrage nach Sekundärkunststoffen erwartet, die das gefundene Preisniveau stabilisieren sollte.


2.1 Preisspiegel EUWID

Die EUWID-Notierungen vom August 2010 haben, mit Ausnahme von PET, noch nicht den Stand von August 2008 erreicht. Auffällig bei den August-Notierungen von 2008 ist, dass die Preisspannen deutlich breiter waren als diejenigen des Augusts 2010; dies lässt u.a. auch auf einheitlichere Qualitäten nach der Krise schließen. Der EUWID-Preisspiegel zeigt im August Preissteigerungen - und dies obwohl PE und PP aus den Primärmärkten niedriger notieren. Die Preiserhöhungen liegen zwischen 10 €/t und 50 €/t. Unverändert, wie auch im Primärmarkt, notiert PS.

PE: Der Markt zeigt teils deutliche Preiserhöhungen, und zwar bei fast allen PE-Notierungen. Gute Folie findet jetzt wieder verstärkt ihren Absatz in Fernost. Bei den PE-Produktionsabfällen betragen die Erhöhungen 10 €/t bis 20 €/t. Im August 2010 liegen die Preise für Produktionsabfälle um durchschnittlich 70 €/t unter denen des Augusts 2008. Der Bereich PE- post user zeigt Preiserhöhungen von 10 €/t bis 50 €/t. Die August-Notierungen für PE- post user beispielsweise für: LDPE-Schrumpfhaube natur (E40) 430-480 €/t, Folie transparent < 70 µm 330-370 €/t, LDPE-Agrarfolie s/w > 70 µm (B41) 30-70 €/t, HDPE-Hohlkörper bunt 100-270 €/t und HDPE-Kastenware farbsortiert 500-600 €/t. Im August 2010 liegen die post user-PE-Preise bei großer Variation um durchschnittlich 60 €/t unter denen des Augusts 2008.

PP: Das PP folgt weitgehend dem PE-Trend. Ballenware notiert um 20 €/t höher als im Vormonat. Bei den Kunststoffaufbereitern und Kunststoffverarbeitern liegt PP im Trend - die PP-Verabeitungsmengen steigen.

PS: Im August sind keine Preisänderungen zu melden. Im August 2010 liegen die PS-Preise um durchschnittlich 77 €/t unter denen des Augusts 2008.

PVC: Bei PVC sind Preiserhöhungen im Bereich von 20 €/t bis 30 €/t zu melden. Bei PVC ist im August 2010 in etwa das Preisniveau aus August 2008 erreicht, allerdings mit dem Unterschied, dass im August 2010 die Preisbereiche enger liegen. Auch die PVC-Bau- und Abbruchfälle finden ihren Weg in die Verwertung. Die anhaltende gute Baukonjunktur stabilisiert die PVC-Nachfrage.

PET post user: Die Preisnachlässe der Neuware schlagen bisher kaum auf die gebrauchte Flaschenware durch. Insgesamt ist das Aufkommen an PET-Getränkeverpackungen steigend, allerdings werden parallel hierzu auch die Verarbeitungskapazitäten ausgeweitet. Die PET-Aufbereiter und PET-Verarbeiter stehen nach wie vor unter großem Druck, da die hohen Input-Preise kaum aufgefangen werden können. Der erhöhte Getränkeabsatz in den Sommermonaten hat die prekäre Situation der Aufbereiter und Verarbeiter etwas verbessert. Die Nachfrage aus Fernost nach PET-Flaschenware war in diesem Jahr uneinheitlich; zur Zeit steigt die Nachfrage aus Fernost wieder.

Die EUWID-Preisnotierungen für gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen sind nach wie vor auf Höchststand; sie lauten im August 2010: PET klar 390-440 €/t und PET bunt 220-260 €/t. Die Preise für bunte PET-Flaschen erzielen immer noch Höchstpreise. PET klar hat um 10 €/t nachgegeben.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Auswertung der Daten des August-Preisspiegels von plasticker zeigt für alle Standardkunststoffe die Tendenz zu stabilen Preisen. Deutliche Preiserhöhungen mit 60 €/t bis 120 €/t sind bei den Granulaten zu melden. Mahlgut gibt in der Tendenz eher nach und Ballenware behauptet sich. Für die Standardkunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 40 €/t von August 2010 gegenüber dem Vormonat zu melden: HDPE-Granulat + 120 €/t, LDPE-Ballenware + 50 €/t, LDPE-Mahlgut - 140 €/t, LDPE-Granulat + 70 €/t, PP-Granulat + 60 €/t, PS-Granulat + 70 €/t und PET-Ballenware + 60 €/t. Die Vorschau in die September-Notierungen zeigt eine Fortsetzung der Preiskonsolidierung.

Standardkunststoffe

Die Preise der Technischen Kunststoffe haben sich im August stabilisiert. Granulate zeigen Preiserhöhungen, und Mahlgüter haben Tendenz zu leicht nachgebenden Preisen. Für die Technischen Kunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer/kleiner 70 €/t von August 2010 gegenüber dem Vormonat zu melden: PA-Mahlgut -90 €/t, PA 6 Granulat +140 €/t, PA 6.6 Granulat +80 €/t. Die Vorschau in die September-Notierungen zeigt, dass die Technischen Kunststoffe auf dem erreichten Niveau stabil notieren.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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