bvse-Marktbericht Kunststoffe - November 2010

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Die positiven Wirtschaftsmeldungen für die Chemische Industrie und hier insbesondere für die Kunststoffhersteller häufen sich. Bei dieser positiv positiven Grundstimmung traut man sich kaum noch Wasser in den Wein zu schütten… Überraschend ist dann doch, dass bestimmte Wirtschaftszweige, die indirekte Kunststoffabnehmer sind, sehr verhalten in dieser prosperierenden Zeit agieren.

Die im Oktober gemeldete Preisstagnation setzt sich auch im November fort. Der Oktoberpreisspiegel in EUWID zeigt sich gemittelt über alle Standardkunststoffe unverändert. Bei den Standardkunststoffen greift die weltweite Ausweitung der Kunststoffkapazitäten, die die steigende Nachfrage ausgleicht und somit die Preise stabilisiert. Auch im Oktober 2010 beträgt der Durchschnittspreis über die unten gelisteten Kunststoffe 1274 €/t. Die Preise verschieben sich marginal um ± 10€/t bis ± 20€/t. So lautet beispielsweise der Preisspiegel für folgende Standardkunststoffe: LLDPE-Folie 1260-1290 €/t, HDPE-Blasware 1150-1190 €/t, PS-glasklar 1290-1340 €/t, PVC-Rohrqualität 1140-1200 €/t und PVC-Folien/Kabel 1200-1260 €/t. Verpackungs-PET notiert im Oktober mit 1280-1350 €/t um 40 €/t höher als im Vormonat. Die Kostensteigerungen werden durch die anhaltend gute Nachfrage nach PET erklärt. Für die November-Notierung wird ein weiterer, deutlicher Preisanstieg erwartet. Der Boom von PET für Flaschen und auch darüber hinaus als Verpackungskunststoff hält an.

Der EUWID-Preisspiegel für Technische Kunststoffe zeigt im Oktober weitere Preiserhöhungen an. Die Preiserhöhungen reichen dabei von 50 €/t bis 150 €/t. Die Nachfrage nach Technischen Kunststoffen korreliert gut mit dem erhöhten Bedarf an technischen Produkten. Im Oktober und November besteht zwar immer noch eine gute Nachfrage, wenn auch nicht mehr im dem Ausmaß der Vormonate. Weiterhin fehlen nachgefragte Mengen an Technischen Kunststoffen. Beispiele für die Notierung von Technischen Kunststoffen im Oktober-Preisspiegel in EUWID: PMMA glasklar 2400-2600 €/t, PC GF 3100-3200 €/t, PA 6 schwarz 2200-2400 €/t, PA 66 natur 3000-3200 €/t. Eine weitere Runde an Preiserhöhungen von ausgewählten Technischen Kunststoffen prognostizieren Experten.

Die Preise für die Kunststoffvorprodukte haben sich im Oktober verteuert. Noch zeigt sich das IV-Quartal wetterbezogen für die Nordamerika und Europa von seiner freundlichen Seite. Jeder milde Herbst- und Wintertag stabilisiert die Energiepreise und somit auch die Vorproduktpreise sowie letztendlich damit die Kunststoffpreise. Bei PVC und EPS zeichnet sich allerdings schon das Ende der Bausaison ab. Hierfür werden demnächst nachgebende Preise erwartet. Die Preise der Standardkunststoffe werden als stabil bis Jahresende eingeschätzt. Die Preise für die Technischen Kunststoffe sollten noch einmal eine Preiserhöhung, wenn auch geringeren Ausmaßes zeigen.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Die Nachfrage nach Sekundärkunststoffen, das sind die Ballenware, Mahlgüter und Regranulate, ist weiterhin stabil und auf gutem Niveau. Angebote und Nachfrage sind bei den Standardkunststoffen weitgehend ausgeglichen. Die Märkte erweisen sich im Vergleich zum Vormonat als nahezu unverändert. Das gefundene Preisniveau der Sekundärkunststoffe behauptet sich. Die Recyclate haben nach wie vor einen guten Absatz. Hochwertige Recyclate sind im Vergleich zur Virginware preiswert. In der Tendenz folgen die Sekundärmärkte schneller als früher den Trends der Primärmärkte; die Volatiliät der Sekundärmärkte nimmt zu. Bis Jahresende werden stabile Sekundärmärkte erwartet.

Die Exportnachfrage aus Fernost hat sich im Oktober und November stabilisiert. Die Nachfrage aus Fernost nach europäischer Ware ist insgesamt geringer als in den Jahren vor der Krise. Das Anfang Februar anstehende chinesische Neujahresfest wird die Nachfrage bereits im Januar verringern.

Die europäischen und weltweiten Aussichten für das Kunststoffrecycling werden von Experten als sehr positiv eingeschätzt. Recyclate werden für die Herstellung von Produkten ökologisch und ökonomisch sehr vorteilhaft eingesetzt; sie ergänzen dabei das Angebot an Primärware. Gerade das qualitativ hochwertige Material findet weltweit schnell seine Märkte. Neben China gewinnen andere asiatische Märkte, hier insbesondere Indien, für den Absatz an Sekundärkunststoffen und für deren Aufbereitung und Verarbeitung zunehmend an Bedeutung.


2.1 Preisspiegel EUWID

Der Oktober-Preisspiegel für Standardkunststoffe in EUWID zeigt sich stabil. Im Vergleich zum Vormonat sind nur wenige Veränderungen bei den Kunststoffnotierungen festzustellen. Die meisten Preisänderungen liegen im Bereich von 10 €/t bis 30 €/t. Unverändert notieren PE- Produktionsabfälle, PVC- Produktionsabfälle und PVC-Festerware.

Im Oktober-Preisspiegel erfolgten bei den PE-Produktionsabfällen keine Veränderungen gegenüber dem Vormonat. Der Absatz der PE-Produktionsabfälle ist stabil und gut. Insbesondere ist die Nachfrage nach den Mahlgütern hoch; dies schlägt allerdings nicht auf deren Preise durch. Einige wenige Änderungen sind bei PE- post user zu melden. Die Folienpreise gelangen wegen geringer Nachrage unter Druck. Einige veränderte Oktober-Notierungen lauten wie folgt: Folie transparent < 70 µm 360-390 €/t, Gewerbemischfolie (80/20) 180-220 €/t, HDPE-Kastenware 510-630 €/t. Deutliche Preiserhöhungen um 30 €/t sind bei der Kastenware zu melden.

PP: Die gute Nachfrage im PP-Markt hält an. Der PP-Markt gewinnt immer mehr an eigenständigem Profil und emanzipiert sich von den korrespondierenden PE-Märkten. Insbesondere werden die Mahlgüter gesucht. Im Oktober notiert PP-Folie bunt (K 59) im oberen Bereich um 20 €/t höher als im Vormonat.

PS: Eigentlich sollte eine sich abzeichnende, demnächst nachlassende Baukonjunktur auf die Preise durchschlagen. Tatsächlich folgt der Zweitmarkt aber recht unmittelbar den Einflüssen aus den Primärmärkten, wodurch Preiserhöhungen und zwar von 20 €/t bis 50 €/t zu melden sind, z.B.: Standard glasklar 490-580 €/t, Schlagfest weiß 520-730 €/t. Hochwertige PS-Recyclate sind gut nachgefragt.

PVC: Auch die PVC-Märkte profitieren von der noch stabilen Nachfrage im Baubereich. Die Preiserhöhung der Primärmärkte stabilisiert zusätzlich die PVC-Notierungen der Sekundärmärkte. Allerdings führt dies bei PVC nur zu unveränderten Notierungen.

PET post user: Der Wettbewerb bei PET, um marktgerechte Preise und um hinreichende Verarbeitungsqualitäten bei ausreichenden Mengen, ist nach wie vor hoch. In Europa ist der Trend zu PET als Verpackungsmaterial ungebrochen; insbesondere die PET-Flasche gewinnt weitere Marktanteile. Der saisonbedingte Rückgang in den Quartalen III und IV im PET-Flaschenaufkommen bleibt bisher aus. Positiv für die PET-Recycler in Europa ist die deutlich geringere Nachfrage aus Fernost. Im Oktober erhöhen sich die PET-Notierungen um 10 €/t. Die EUWID-Preisnotierungen für gebrauchte PET-Einweg-Pfandflaschen sind weiterhin auf Höchststand; sie lauten: PET klar 390-440 €/t und PET bunt 220-260 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Auswertung der Daten des Oktober-Preisspiegels von plasticker zeigt für die notierten Standardkunststoffe die Tendenz zu leicht steigenden Preisen. Die Anzahl der in 2010 eingestellten Angebote liegen allerdings immer noch unter denen aus den Zeiten vor der Krise. Mahlgüter notieren höher, Ballenware bleibt in etwa stabil und Granulate notieren uneinheitlich. PP und PS notieren jeweils um 20 €/t bis 40 €/t höher. Die Vorschau in die November-Notierungen ergibt die Tendenz zu leichten Preiserhöhungen.

Standardkunststoffe

Die Preise für die Technischen Kunststoffe notieren, mit Ausnahme von PA 6.6 Mahlgut, höher und zwar von 80 €/t bis 280 €/t. Die bestehende Nachfrage kann nicht alleine mit dem Material aus den Primärmärkten bedient werden. Mit Oktober 2010 werden für alle gelisteten Technischen Kunststoffen Höchstpreise ermittelt, wenn die letzten 18 Monate betrachtet werden. Für die Technischen Kunststoffe sind die folgenden Preisveränderungen größer 70 €/t von Oktober 2010 gegenüber dem Vormonat zu melden: PC Mahlgut 190 €/t, PC Granulat 110 €/t, PA 6 Mahlgut 80 €/t, PA 6.6 Mahlgut 110 €/t, und PA 6.6 Granulat 280 €/t. Die Vorschau in die November-Notierungen zeigt die Fortsetzung des Trends zu höheren Preisen.

Technische Kunststoffe

*Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen

Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Den angegebenen Preisen liegen vor allem die monatlichen Veröffentlichungen des EUWID Preisspiegels für Primär- und Altkunststoffe zu Grunde. Die Preisangaben Altkunststoffe beziehen sich hierbei auf Ballenware oder Mahlgut. Bei den Angaben handelt es sich um Preise, die für Abschlüsse zwischen Sortierern bzw. Händlern und Weiterverarbeitern genannt wurden. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Die im Handel erzielbaren Preise können je nach Qualität der angebotenen Kunststoffsorte von der angegebenen Preisspanne deutlich nach oben und nach unten abweichen. Die bei einigen Qualitäten angegebenen Kurzbezeichnungen verweisen auf die bvse/BIR-Sortenliste für Altkunststoffe. Dem Marktbericht selbst liegen unterschiedliche Quellen zu Grunde, die entsprechend journalistisch aufbereitet sind. Nicht zuletzt werden eigene Informationen und Recherchen im Marktbericht verwendet.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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