bvse-Marktbericht Kunststoffe - Juni 2013

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist von Mai auf Juni leicht von 105,7 Indexwerte auf 105,9 Indexwerte gestiegen. Damit behaupten sich Geschäftsklimaindex in einem schwierigem Umfeld. Die aktuelle Geschäftslage wird zwar etwas weniger positiv eingeschätzt. Mit Blick auf den zukünftigen Geschäftsverlauf nimmt der Optimismus aber weiter zu. Die deutsche Konjunktur hält Kurs. Diese Konjunkturentwicklung sollte sich auf die Kunststoffnachfrage positiv auswirken. Allerdings bleiben trotz nachgebender Kunststoffpreise noch eindeutige Nachrageschübe aus.

Standardkunststoffe: In diesem Monat werden die Preise der Standardkunststoffe der letzten vier Monate nochmals gemeldet, s. Tabelle 1. Seit März geben die Preise um durchschnittlich 117 €/t nach. Eigentlich sollten die Preisnachlässe einen Nachfrageboom auslösen. Trotz der Preisnachlässe melden EUWID und ki - Kunststoff Information nur eine verhaltene Nachfrage. Experten erhoffen, dass mit den Mai-Notierungen die Preisuntergrenzen erreicht sind. Für Juni und Juli wird mit Verteuerungen der Kunststoffpreise gerechnet. Bei PET sollte mit besserer Witterung eine zunehmende Nachfrage nach Getränkeflaschen einhergehen. Der PET-Anteil an Nichtgetränke-Verpackungen steigt weiter.

Tabelle 1: EUWID-Notierungen von Standardkunststoffen der letzten vier Monate; Preise in €/t.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Trotz erster positiver Anzeichen, haben sich die Monate April und Mai nicht so positiv entwickelt, wie einige Experten dies erhofft hatten. Auch im Mai und Juni bleiben bislang starke, positive Signale aus. Dies führt dazu, dass sowohl die Kunststoffabfälle wie auch die Kunststoffrecyclate vergleichsweise günstig eingekauft werden können. Erste Anzeichen gibt es, dass die Sommerpause 2013 nur sehr kurz ausfällt. Für Juli und August rechnen Kunststoffrecycler mit der Fortsetzung des bestehenden Trends.

Die chinesische „Green Fence Action“ ist weiterhin wirksam. Die Ware wird schon beim Verladen in Deutschland, dann in den europäischen Ausfuhrhäfen und nochmals bei der Einfuhr nach Hongkong bzw. in die VR China streng kontrolliert. Durch die strengen Kontrollen wer-den die Container aufgedeckt, die verschmutzte oder mit anderen Materialien vermischte Kunststoffe enthalten. Nur die besten Qualitäten finden noch ihren Weg nach China.

Die Zeitschrift EUWID weist für den Mai unveränderte Preise zum Vormonat auf, während plasticker leicht niedrigere Preise meldet. Damit stimmen die Preisspiegel im Trend gut überein. EUWID und plasticker berichten jeweils von einer verhaltenen Kunststoffnachfrage.


2.1 Preisspiegel EUWID

Die Zeitschrift EUWID weist im Mai drei geringe Preiserhöhungen aus. Die Preiserhöhungen betreffen die Massenware, das sind die PE post user Abfälle, die von durchschnittlich 5 €/t bis 10 €/t reichen. Alle anderen Standardkunststoffe notieren unverändert.

Bei PE post user notieren verändert: LDPE-Schrumpfhauben natur (E 49) 440-540 €/t, Folie transparent natur <70 μm zu 400-435 €/t und LDPE-Agrarfolie s/w >70 μm 40-70 €/t. Im Fernostexport ist Gewerbemischfolie 98/2 nachgefragt, die um 400-435 €/t notiert.

Die Nachfrage nach PP-Produktionsabfällen ist geringfügig besser als bei den PE-Märkten. Allerdings bleibt auch hier die sommerliche Nachfrage sehr verhalten. Unverändert notieren auch PS und PVC – bisher macht sich die Konjunkturbelebung im Frühjahr im EUWID-Preisspiegel noch nicht bemerkbar.

PET: Der PET-Markt bleibt schwierig. Verkäufer von Flaschen-PET können jetzt nicht mehr jeden Preis durchdrücken, da der Abfluss nach China stockt. Das Angebot an gebrauchten PET-Getränkeflaschen ist im Mai besser austariert als in den Vormonaten, da zwar der Getränkeabsatz weiterhin stagniert, die PET-Verarbeitungskapazitäten aber konsolidiert werden. EUWID hat eine erste kleine Preiskorrektur bei den PET-Einkaufspreisen vorgenommen. PET klar und PET bunt notieren jetzt im Mittel um jeweils 5 €/t niedriger. Die neuen Notierungen lauten: PET klar 400-430 €/t und PET bunt 220-235 €/t.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für Juni 2013, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen an-gegeben – diese sind ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden. Am 14.06.2013 weist die Internetplattform plasticker für Juni 2013 bei den Standardkunststoffen in etwa gleich bleibende Preise und bei den Technischen Kunststoffen um 30 €/t niedrigere Preise zum Vormonat aus.

Standardkunststoffe

Die Mainotierungen geben im Vergleich zum April um durchschnittlich 13 €/t nach. Die Preisnachlässe reichen dabei von 10 €/t bis 150 €/t. Die anfänglich gute Nachfrage nach Standardkunststoffen im Mai hat sich im weiteren Monatsverlauf eingetrübt. Laut plasticker verändern sich im Mai die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±40 €/t im Vergleich zum Vormonat bei: PS-Granulat -150 €/t, und w_PVC-Mahlgut +150 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juni-Notierungen, die allerdings erst im Juli abschließend gemeldet werden können, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 623 €/t an. Damit bleiben die Kunststoffpreise auf dem Stand von Mai. Der Juni zeigt in den beiden ersten Wochen eine gute Nachfrage nach Standardkunststoffen.

Tabelle 2: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Die Mainotierungen steigen im Vergleich zum April zwar um 12 €/t leicht an. Dieser Preisanstieg liegt jedoch noch innerhalb der unten definierten Schwankungsbreite von ±70 €/t, dies weist letztlich eine Preisstabilität aus. Im Mai zeigt sich eine gleich bleibende Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Die Preiserhöhungen und die Preisnachlässe reichen dabei jeweils von 10 €/t bis zu 90 €/t. Laut plasticker verändern sich im Mai die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t bei: ABS-Mahlgut -90 €/t und PA 6-Granulat +90 €/t.

Eine erste Vorschau in die Juni-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang Juli gemeldet werden können, prognostiziert leicht nachgebende Preise. Der Juni zeigt dabei eine zum Vormonat gleich bleibende Nachfrage nach Recyclaten aus Technischen Kunststoffen.

Tabelle 3: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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