bvse-Marktbericht Kunststoffe - August 2014

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1. Der Markt für Primärkunststoffe

Unterschiedliche Einschätzungen zum weiteren Konjunkturverlauf finden sich auf nationaler und europäischer Ebene. Während national die Aussichten, die der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands abbildet eher eingetrübt sind, erweisen sich die Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa für das zweite Quartal 2014 als positiv.

Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Juli von 109,7 Punkten des Vormonats auf 108,0 Punkte gesunken. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Die aktuelle Geschäftslage wurde weniger gut beurteilt als im Juni. Auch der Ausblick auf den zukünftigen Geschäftsverlauf fiel erneut weniger optimistisch aus.

Trotz aller Diskussionen und Krisen scheint sich der Aufschwung in den einzelnen Länder der EU und somit auch in der europäischen Union insgesamt zu verfestigen. Der Konsumklimaindex für die EU 28 ist im zweiten Quartal leicht auf jetzt 9,1 Punkte gestiegen. Das ist der höchste Wert seit April 2008.

Standardkunststoffe: Der Juli zeigt eine deutliche Preiserhöhung bei den Standardkunststoffen! Die Durchschnittspreise steigen um 35 €/t. Nur PP notiert unverändert. Die PE-Kunststoffe steigen um 50 €/t, PS sogar um 60 €/t. Bei PVC ist die Preiserhöhung mit 20 €/t vergleichsweise moderat. Auch Verpackungs-PET notiert um 35 €/t höher. Die Teuerungen bei den Juli-Notierungen werden mit den erhöhten Vorproduktpreisen begründet. Darüber hinaus wird von Anlagenausfällen berichtet, die zu einer Angebotsverknappung führen. Die Kunststoffverarbeiter reagieren auf die Verteuerungen zurückhaltend. Überdies ist die Nachfrage in der Sommerpause geringer als in den Vormonaten. Die Ölpreise geben im August allerdings deutlich nach, so dass auch die Vorproduktpreise in Kürze niedriger notieren sollten. Daher bleibt es spannend zu sehen, ob sich die Verteuerungen in den Märkten halten können.


2. Der Markt für Sekundärkunststoffe

Im Juli notieren die Standardkunststoffe in den Primärmärkten deutlich höher. Im Juli weisen die Sekundärkunststoffe in plasticker ebenfalls Preiserhöhungen aus, während EUWID Preisstabilität signalisiert. Insbesondere ist dabei die Nachfrage nach PP und PS gut. Die Nachfrage nach Sekundärkunststoffen ist in den Ferienmonaten vergleichsweise hoch. Im Fernostexport sind Folienabfall und Hohlkörper gesucht.


2.1 Preisspiegel EUWID

Still ruht der See. Im Preisspiegel in EUWID notieren im Juli alle Kunststoffe, bis auf die Ausnahme von HDPE-Hohlkörpern bunt, unverändert. Bei guter Nachfrage ist ein noch moderater Preisanstieg zu verzeichnen.

Der PET-Markt erweist sich ebenfalls als ruhig. Die Preiserhöhungen bei der Neuware finden bei der Flaschenware bislang keinen Widerhall. Sommerbedingt hat sich das Angebot an Flaschenware verbessert. Die Nachfrage nach Recyclaten ist gut. Im Juli notiert das Flaschen-PET gemäß EUWID weiterhin unverändert.


2.2 Preisspiegel plasticker

Die Internetplattform plasticker bildet tagesaktuelle Notierungen ab. Im vorliegenden Marktbericht sind die monatlichen Preisabschlüsse angegeben. Lediglich im jeweiligen Berichtsmonat, hier für August 2014, werden die bis dahin aufgelaufenen vorläufigen Notierungen angegeben - diese sind also ein Zwischenstand, die erst im Folgemonat endgültig werden.

Standardkunststoffe

Im Juli notieren die Standardkunststoffe durchschnittlich um 13 €/t höher als im Vormonat. Dies ist die zweite aufeinander folgende Preiserhöhung. Bei den einzelnen Qualitäten gab es sehr unterschiedliche Preisveränderungen; so reichen die Preiserhöhungen von 10 €/t bis 80 €/t und die Preisnachlässe von 10 €/t bis 90 €/t. Obwohl wir uns im Urlaubsmonat Juli befinden, zeigt der Juli eine relativ gute Nachfrage nach Standardkunststoffen. PS Granulat und PET-Mahlgut bunt geben immer weiter im Preis nach. Laut plasticker verändert sich im Juli die Preisnotierung um mehr als ± 40 €/t im Vergleich zum Vormonat bei: LDPE-Mahlgut +80 €/t, PP-Ballenware +70 €/t, PS- Mahlgut +60 €/t und PS-Granulat -90 €/t.

Eine erste Vorschau in die August-Notierungen, die allerdings erst Anfang September abschließend gemeldet werden, gibt den voraussichtlichen Durchschnittspreis zu 604 €/t an. Damit weist die Internetplattform plasticker am 12.08.2014 einen durchschnittlichen Preisnachlass um 10 €/t aus. Der Ferienmonat August zeigt eine verhaltene Nachfrage nach Standardkunststoffen. Größere Preisveränderungen zeigen sich bislang bei HDPE-Granulat um +80 €/t, und LDPE-Mahlgut um -50 €/t.

Tabelle 1: Notierungen für Standardkunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

*: Zu geringe Angebotszahl, um eine statistische Signifikanz zu erreichen; 1: entspricht der Qualität Produktionsabfall, bunt; 2: entspricht K49; 3: entspricht K59; 4: entspricht Standard bunt; 5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.

Technische Kunststoffe

Im Juli notieren die Technischen Kunststoffe durchschnittlich um 19 €/t niedriger als im Vormonat. Insgesamt können die Technischen Kunststoffe als preisstabil eingeschätzt werden. Bei den einzelnen Qualitäten gab es daher nur moderate Preisveränderungen; so reichen die Preiserhöhungen von 10 €/t bis 50 €/t und die Preisnachlässe von 10 €/t bis 90 €/t. Der Ferienmonat Juli zeigt eine relativ gute Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Laut plasticker verändern sich im Juli die folgenden Preisnotierungen um mehr als ±70 €/t nur bei PA 6-Mahlgut -90 €/t. Die Technischen Kunststoffe sind im Juli sehr preisgünstig.

Eine erste Vorschau in die August-Notierungen, die abschließend allerdings erst Anfang September gemeldet werden, zeigt einen Durchschnittspreis in Höhe von 1326 €/t. Der Urlaubsmonat August zeigt bislang eine gute Nachfrage nach Technischen Kunststoffen. Die Internetplattform plasticker weist am 12.08.2014 leicht anziehende Preise für die Technischen Kunststoffe aus.

Tabelle 2: Notierungen für Technische Kunststoffe in plasticker; Angaben in €/t

5: entspricht der Qualität Regranulat schwarz; 6: Vorschau, die sich durch weitere Angebote verändern kann.


Alle Preisangaben ohne Gewähr. Alle EUWID-Preise ab Station. Die Preise beziehen sich in der Regel auf Mengen größer 20 Tonnen. Aus den stündlich aktualisierten Monatspreisübersichten - erstellt aus den Angeboten in der Rohstoffbörse plasticker lassen sich monatliche Preisnotierungen für die Sekundärkunststoffe errechnen. Dieser Preisspiegel zeigt Notierungen, die allerdings unter dem Vorbehalt der Ermittlung aus den eingestellten Angeboten stehen. Darüber hinaus unterscheidet plasticker nicht zwischen den Qualitäten klar, bunt oder farbsortiert. Dadurch ergibt sich aus den plasticker-Angaben unter Umständen ein anderes Marktgeschehen als beim EUWID-Preisspiegel. Bei plasticker werden bei den Qualitäten Mahlgut und Granulat sowohl Neuware wie auch Sekundärware angeboten.


Die Informationen zur Marktlage von Kunststoffen wurden uns freundlicherweise bereitgestellt von:
bvse - Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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