Plasticker-News

Anzeige

Erschienen am 16.01.2018 um 15:05 Uhr Optionen:       

bvse: Plädoyer für wertvolle Recycling-Kunststoffe aus Elektroaltgeräten

Rund 1,2 Millionen Tonnen Kunststoffe werden in Europa jährlich aus Elektro(nik)-Altgeräten (EAG) gesammelt. Doch obwohl der so gewonnene Sekundärrohstoff in erheblichem Maß zur Einsparung von CO2-Emissionen, Energie und Primärressourcen beitrage, wird er aus Sicht des bvse durch die fortschreitende Chemisierung des Abfallrechts in einer Flut von Auflagen und Gesetzen zunehmend in die Ecke der Gefährlichkeit – und damit „ins Aus“ gedrängt.

„Dies geschieht völlig zu Unrecht“, monierte der Recycling-Experte der Müller-Guttenbrunn Group, Chris Slijkhuis, auf dem Elektro(nik)-Altgerätetag des bvse in Nürnberg.

Anzeige

Die Verwertungsindustrie von EAG-Kunststoffen liefert demzufolge wertvolle Sekundärrohstoffe. Gegenüber der Produktion von Neuware werde dabei bis zu 90 Prozent weniger Energie eingesetzt.

„Noch größer sind die Einsparungen von klimaschädlichem CO2. Bei einer Materialausbeute von ca. 60 Prozent werden im Recyclingprozess rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr weniger ausgestoßen. Dies entspricht den Emissionen einer Stadt mit 330.000 Einwohner“, erklärte Slijkhuis.

Doch trotz der guten Umweltbilanz würden Kunststoffe aus elektrischen Geräten zunehmend unter den Generalverdacht gestellt, gefährlich zu sein. In der Diskussion für die Einstufung als gefährliche Abfälle stehen momentan u.a. bromierte Flammschutzhemmer, die dort eingesetzt werden, wo sich potenzielle Hitzequellen befinden – also auch in Elektrogeräten.

„EAG-Kunststoffe müssen nur richtig gesammelt und verwertet werden, dann können sie als Recyclingwerkstoffe unbedenklich eingesetzt werden. Flammhemmer werden in den modernen Recyclingprozessen in einer separaten Schadstoffentfrachtungsstufe unter Beachtung der Vorgaben der WEEE-Richtlinie gesetzeskonform abgetrennt und ohne Gefahr für Mensch und Umwelt vernichtet. Für das ebenfalls ins Visier der Behörden geratene Element Brom gibt es dabei noch nicht einmal einen Hinweis auf gesundheitsgefährdende POP-Merkmale für langlebige Schadstoffe“, so der Recyclingexperte.

„Die Verwertung von EAG-Kunststoffen ist gut und sinnvoll, doch immer weniger Unternehmen sind bereit, in diese Industrie zu investieren. Die zunehmend komplexer werdenden Gesetze und hohen Auflagen auf europäischer und nationaler Ebene lassen nicht nur den Bürokratisierungsgrad immer weiter ansteigen, sie beschränken darüber hinaus zunehmend den freien Zugang zu Märkten und stehen somit der Kreislaufwirtschaft insgesamt im Weg“, kritisierte Chris Slijkhuis.

Weitere Informationen: www.bvse.de

Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn

  insgesamt 214 News über "bvse" im News-Archiv gefunden

Anzeige

Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!


  zurück zum Seitenanfang


Premium-Partner
Top News / Meist gelesen
Apps für die Kunststoffbranche
plasticker Newsletter
Wir informieren Sie schnell, umfassend und kostenlos über das, was in der Branche passiert.

Jetzt anmelden!

Jetzt Kosten im Einkauf senken!
Neuware-Restmengen, Regranulate oder Mahlgüter für Ihre Produktion erhalten Sie in der Rohstoffbörse.

Neue und gebrauchte Maschinen & Anlagen finden Sie in der großen Maschinenbörse.

Kostenfreie Nutzung aller Börsen! Registrieren Sie sich jetzt!

Neue Fachbücher
Understanding Polymer Processing

Das Fachbuch "Understanding Polymer Processing" liefert nicht nur Hintergrundwissen zum weiten Feld der Kunststoffverarbeitung, sondern auch zu den aufstrebenden Technologien des 21. [mehr]

Aktuelle Rohstoffpreise
Preise von Angeboten
in der Rohstoffbörse
PVC-w Mahlgut [€/kg]
Deutsches Kunststoff Museum
Das Exponat des Tages

Handelsvertreter-Börse
Benötigen Sie für Ihre Produkte und Dienstleistungen Vertriebspartner im In- und Ausland?
Oder können Sie selbst eine Vertretung anbieten?
Hier finden Sie das optimale Umfeld!

1 Anfragen von Unternehmen
0 Anfragen von Handelsvertretern

Eigene Anfragen kostenfrei inserieren