| 12.01.2026, 09:31 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) bewertet das von der Europäischen Kommission am 23. Dezember 2025 vorgelegte „Circular Economy Winter Package“ als politisches Signal zugunsten der Kreislaufwirtschaft, kritisiert jedoch das Ausbleiben wirksamer kurzfristiger Maßnahmen zur Stabilisierung des Kunststoffrecyclings in Europa. Nach Einschätzung des Verbandes beschreibt die Kommission die derzeitige Lage der Branche zutreffend. Europäische Kunststoffrecycler stehen unter erheblichem wirtschaftlichem Druck, ausgelöst durch fragmentierte Märkte, hohe Energiepreise und einen deutlichen Preisverfall bei Primärkunststoffen. Diese Faktoren belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Recyclingunternehmen seit Monaten. Das Maßnahmenpaket bleibt jedoch aus Sicht des BDE bei der Problemanalyse stehen und enthält keine Instrumente, die kurzfristig Nachfrage nach Rezyklaten erzeugen oder bestehende Recyclingkapazitäten absichern. Der Verband weist darauf hin, dass zahlreiche Unternehmen des Kunststoffrecyclings mit existenziellen wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Ohne zusätzliche regulatorische Leitplanken bestehe die Gefahr, dass europäische Recyclingziele weiterhin durch Importe erfüllt werden können. Dies könne zu einer Verlagerung von Wertschöpfung ins Ausland führen und die Recyclingwirtschaft in Europa strukturell schwächen. Die von der Kommission angekündigten Maßnahmen bewertet der BDE überwiegend als mittel- bis langfristig wirksam. Dazu zählen unter anderem die Einführung neuer Zollcodes für recycelte Kunststoffe – zunächst für PET –, die Weiterentwicklung von Abfallendekriterien für Rezyklate sowie strengere Kontrollen bei Importen von Kunststoffen für den Lebensmittelkontakt. Auch der geplante Neustart der Circular Plastics Alliance und Pilotprojekte für transregionale Kreislaufwirtschafts-Hubs könnten langfristig zu mehr Transparenz und besseren Rahmenbedingungen beitragen, seien jedoch nicht geeignet, die aktuelle Marktsituation kurzfristig zu entlasten. Als zentrales Defizit des Winterpakets benennt der BDE das Fehlen verbindlicher europäischer Vorgaben zur Beschaffung von Rezyklaten. Ohne klare Herkunftsanforderungen bestehe weiterhin das Risiko, dass gesetzliche Rezyklatquoten überwiegend durch außereuropäische Materialien erfüllt werden. Dies könne Investitionen in europäische Recyclinganlagen hemmen oder verzögern. Der Verband spricht sich daher für verbindliche „Made-in-Europe“-Regelungen für recycelte Kunststoffe aus. Solche Vorgaben hätten aus seiner Sicht kurzfristig Nachfrage schaffen, Planungssicherheit erhöhen und Investitionen in moderne Recyclinginfrastruktur absichern können. Diese Möglichkeit sei im Winterpaket nicht aufgegriffen worden. Der BDE fordert die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten auf, die identifizierten Lücken zeitnah zu schließen. Insbesondere der angekündigte Circular Economy Act müsse verbindliche Sourcing-Vorgaben enthalten und faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Recycler gewährleisten. Nur unter wirtschaftlich tragfähigen Rahmenbedingungen könne die Kreislaufwirtschaft in Europa ihren Beitrag zu Klimaschutz, Ressourcensicherung und industrieller Wertschöpfung leisten. Weitere Informationen: www.bde.de |
BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e.V., Berlin
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