Geschichte des Kunststoffs

Biografien von Pionieren der Kunststofftechnik

Otto Röhm

* 14.03.1876 in Öhringen/Heilbronn
† 17.09.1939 in Berlin

Otto Röhm war u.a. der Entwickler des Werkstoffs Polymethylmethacrylat (PMMA), auch „Plexiglas“ genannt.


"Otto Röhm - Vom Glück mit (organischem) Glas"

(Quelle: "Portraits in Plastik – Pioniere des polymeren Zeitalters", 1998, Siegfried Heimlich, Frankfurt am Main - mit sehr freundlicher Genehmigung des Autors)

Glück und Glas, wie leicht bricht das! So weiß es der Volksmund. Doch der konnte nicht ahnen, daß dieser Spruch eines Tages so uneingeschränkt nicht mehr gelten würde. Spätestens dann nicht mehr, wenn es sich um organisches Glas, um beispielsweise Acrylglas handelt. 65 Jahre ist es her, daß der Chemiker Otto Röhm mit seinem "Plexiglas" das nach seiner Definition "erste organische Glas" auf den Markt brachte. Zu den Exponaten der Berliner Ausstellung "Deutschland" im Jahre 1936 gehörte denn auch als besonderer Clou eine "gläserne Geige". Sie war wie die ebenfalls gezeigten Fenster eines Zeppelins aus genau diesem "Plexiglas" und sorgte für einiges Aufsehen. Zwar zeigte sich, daß die aus Acrylglas gefertigten Streichinstrumente wegen ihres relativ niedrigen Elastizitätsmoduls allenfalls für Kammermusik geeignet waren. Doch im Dachgarten des eleganten Berliner Hotels "Eden" spielte in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg ein sogenanntes "Plexiglas-Quartett". Und wann immer Röhm in der deutschen Metropole geschäftlich zu tun hatte, stieg er dem "Eden" aufs Dach und lauschte den Klängen dieser Combo. Vielleicht erinnerte er sich bei dieser Gelegenheit daran, daß eigentlich Gummi werden sollte, was ihm am Ende als synthetisches bzw. organisches Glas Glück und - ja auch das - Erfolg brachte.

Es sind überwiegend Herren im dunklen Zwirn und mit dezent gemusterter Krawatte, Geschäftsleute also, die morgens um 6 Uhr, zu einer fast mitternächtlichen Zeit, den Lufthansa-Flug 002 nach Hamburg nehmen. Kapitän Meier und seine Crew begrüßen die Gäste an Bord ihres ,;Airbus 320". Die Flugzeit wird etwa eine Stunde betragen. Richtig ausgiebig frühstücken kann man dann schon im Alsterpavillon oder an den Landungsbrücken von St. Pauli. Für den Zielort ist leichter NieseIregen vorausgesagt. Von wegen "Hoch im Norden". Es macht sich rar.

Pünktlich und kurz nach sieben landet die Maschine in der Hansestadt. Ein prüfender Blick aus dem Fenster macht deutlich, daß man in norddeutschen Gefilden als nieselnd verharmlost, was in anderen Breiten schon als handfester Wolkenbruch eingeordnet wird. In langen Streifen perlt das Wasser, das aus dem einheitlichen Grau des Himmels wie aus Eimern schüttet, an den Außenscheiben des Flugzeugs ab. Aber wer ahnt schon bei diesem Blick in den trüben hanseatischen Regentag, daß die Fenster des "Airbus" - wie die Fenster des Zeppelin schon vor 60 Jahren - und die der meisten anderen Flugzeugtypen aus Acrylglas sind. Und wem schon ist bekannt, daß eigentlich ein künstlicher Kautschuk werden sollte, was dann unter dem Zungenbrecher Polymethylmethacrylat (PMMA) als chemische Bezeichnung und unter dem gängigen Handelsnamen "Plexiglas" Furore machte?

Wie die Alchimisten des späten Mittelalters, die in endlosen Experimenten nach Gold suchten und am Ende doch nur das Schießpulver erfanden, so hatte auch der Chemiker Otto Röhm bei seinen Forschungen ursprünglich ganz andere Absichten. Mit seinen Untersuchungen der Acrylsäure spekulierte er auf ein Material, das den damals sehr begehrten Naturgummi ersetzen sollte. Und er schien auf dem richtigen Weg: Bei seinen Arbeiten hatte der promovierte Naturwissenschaftler entdeckt, daß sich mit Estern, also mit organischen Verbindungen der Acrylsäure, eine Art durchsichtiger Gummi gewinnen ließ. Die weiteren Tests ergaben, daß dieses polymere Produkt von zuweilen dermaßen fester Konsistenz war, daß es sich wie biegsames Glas verhielt.

Dazu berichtet eine von der heutigen Röhm GmbH, Darmstadt, herausgegebene Publikation, daß sich Qtto Röhm bereits in seiner Promotionsarbeit mit den Polymerisationsprodukten der Acrylsäureester beschäftigte. Das war quasi der Grundstein für die spätere Kunststoff-Forschung bei dem 1907 von ihm und seinem Freund Otto Haas gegründeten Unternehmen Röhm & Haas. Für das von Röhm dann entdeckte Polymer des Acrylsäuremethylesters, das sich irgendwo "zwischen einem zähen, biegsamen Glas und einem steifen Kautschuk einstufen ließ", sah der emsige Forscher erste technische Verwertungsmöglichkeiten.

Aufgrund der kautschukähnlichen Eigenschaften dieses Polymerisats glaubte sich Röhm seinem Ziel, der Herstellung von künstlichem Gummi, schon nahe. Und weil es den Begriff "Kunststoff" im heutigen Sinne noch gar nicht gab, bezeichnete Röhm seine weiteren Arbeiten auf diesem Gebiet, als "Gummiarbeit". Wohl auch in der Hoffnung - so vermutet ein Firmenhistoriker - den Gummibaronen am Amazonas mit einer Alternative auf synthetischer Basis bald schon Paroli bieten zu können. Doch das erste, Röhm 1912 erteilte Schutzrecht der Vulkanisation von Acrylsäureestern anstelle von Kautschuk, blieb ohne jegliche praktische Bedeutung.

Erst ein Dutzend Jahre später, etwa ab 1925, ergaben sich beträchtliche Fortschritte auf dem Gebiet der als Estergummi bezeichneten Polymerisate. Einen wirtschaftlichen Erfolg brachte dann 1928 das polymere Methylacrylat: In Lösemittel wurde es als Klebeschicht zwischen Glasscheiben zur Herstellung von Sicherheitsglas verwendet. Es verklebte die Scheiben dauerhaft miteinander und vergilbte nicht wie die bis dato verwendete Nitrocellulose. Jetzt auch zeichnete sich ab, daß man bei Röhm & Haas auf eine neue Produktgruppe gestoßen war, für die sich bald der Begriff "Acrylharze" prägte. Auf diesem Gebiet wurden die Forschungen intensiviert, erst recht dann, als bekannt wurde, daß mit dem von der Konkurrenz gefundenen und favorisierten Butadien ein wirklich gummiähnlicher Synthesekautschuk preiswert und technisch akzeptabel herzustellen war.

Die ersten Anwendungen für Dispersionen von Acrylpolymer lagen auf dem Textil- und Lackgebiet. Nach Zusatz von Füllstoffen wurden solche Dispersionen auf Textilien aufgetragen oder diese in der Lösung getränkt, um gummierte Stoffe herzustellen. Im Jahre 1933 konnte "Plexiglas", wie Röhm sein organisches Glas nannte, als Warenzeichen angemeldet und im gleichen Jahr auch in das Warenregister eingetragen werden. Eine erste, noch bescheidene Produktion lief im Werk Darmstadt an. Ein Jahr später, 1934, waren es bereits 20 Tonnen, die von den neuen Acrylpolymeren bei Röhm & Haas fabriziert wurden. Parallel zum Fortschritt in der Produktion wurden in den Labors der hessischen Fabrik erste Anwendungen und Bearbeitungsmethoden getestet. Für Otto Röhm war es bis zu diesem Zeitpunkt ein nicht unbedingt entbehrungsreicher, aber doch beschwerlicher, von manchen Rückschlägen gezeichneter Weg. Er war inzwischen fast sechzig Jahre alt; ein knappes halbes Jahrzehnt blieb ihm noch, um sein "Glück mit Glas" zu genießen.

Die Jugend des Otto Röhm, der am 14. März 1876 in Öhringen, einem kleinen Ort östlich von Heilbronn, geboren wird, dürfte nicht nur eitel Sonneschein gewesen sein. Mit acht Jahren bereits verliert er die Mutter. Der "stille und ernste Vater erzog seine Kinder in strenger christlich-kirchlicher Sitte" heißt es dazu in einer Biographie über Otto Röhm von Ernst Trommsdorf. Sohn Otto besucht die Lateinschule, später das Gymnasium. Dieses verläßt er aber auf Wunsch des Vaters bereits mit 15 Jahren und der sogenannten Mittleren Reife, um eine Lehre als Apotheker zu beginnen: auch kein Zuckerschlecken!

Während seiner dreijährigen Lehrzeit gibt es keine müde Mark. Ganz im Gegenteil: Es muß ein Lehrgeld von 300 Mark an den Meister gezahlt werden. Dafür wird der Lehrling in der "Kunst des Giftmischens" zwar unterwiesen, muß aber auch an jedem Werktag von sieben bis nachts um 22 Uhr im Dienste des Herrn Pillendreher zur Verfügung stehen. Nur sonntags ist frei, um den Gottesdienst zu besuchen.

An die Lehrzeit schließt sich eine dreijährige Tätigkeit als Apothekengehilfe an. Es folgen drei Semester Universitätsstudium bis zur Approbation, um selbständig eine Apotheke führen und seinerseits von den Lehrlingen Lehrgeld eintreiben zu können. Doch Röhm will diese Karriere nicht einschlagen. Während eines kurzen Schnupperkurs in Sachen Pharmazie an der Uni hat er Blut geleckt. Er entscheidet sich allerdings für ein Vollstudium der Chemie. Das Verbandsexamen, Voraussetzung für eine Promotion, legt Röhm im Mai 1900 ab. Anschließend arbeitet er als Assistent des damals sehr bekannten Chemieprofessors Hans von Pechmann (1850-1902) in Tübingen an seiner Dissertation über die Polymerisationsprodukte der Acrylsäure.

Ende des Jahres 1901 hatte Röhm mit knapp 26 Jahren seine eigentliche Ausbildung abgeschlossen: "Zielstrebig, konsequent und ohne Zeitvergeudung" wie Biograph Trommsdorff bilanziert. Der frühe Verlust seiner Mutter und die strenge Lebens- und Pflichtauffassung des Vaters, den er 18jährig verlor, hatten ihn zu einem ernsten und verschlossenen Menschen gemacht. Doch bei aller Nüchternheit und allem Ehrgeiz - so schildern ihn Bekannte aus dieser Zeit - blieb Röhm sehr phantasiereich und zu manchem Risiko bereit. Darüber hinaus war er musisch veranlagt. In seine Studienorte - so schreibt Trommsdorff - begleitete ihn eine Mandoline. Und die Tatsache, daß er in München und Tübingen in einer Landsmannschaft aktiv war, zeige auch, daß er nicht jeglichen studentischen Freuden abgeschworen hatte.

Nach Ende seines Studiums und erfolgreicher Promotion ist der noch immer junge Dr. Röhm mal kurz bei der Firma Merck in Darmstadt tätig; danach und am selben Platz - ebenfalls nur kurz - ist er Angestellter der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt. Er tritt dann eine Stelle als Hilfsdozent für Chemie an der Königlichen Baugewerbeschule in Stuttgart, der späteren Technischen Hochschule, an. Gibt auch diesen Job bald wieder auf, um im Juli 1904 in Stuttgart am städtischen Gaswerk Gaisburg anzuheuern. Dort bleibt er bis Mitte 1906, dem Jahr, in dem in Berlin der Schuster Voigt das Kommando über zehn Gardesoldaten übernimmt und als "Hauptmann von Köpenick" in einer beim Trödler erstandenen Uniform das Rathaus besetzt, die Stadtkasse plündert und in die Geschichte eingeht.

Schon nach Abschluß seiner Doktorarbeit im Jahre 1901 wurde Röhm auf ein Problem der Lederherstellung aufmerksam, auf ein ziemlich übelriechendes Problem. Seit Jahrhunderten, wenn nicht Jahrtausenden wurde zum Beizen des Leders eine stinkende Brühe aus Hundekot verwendet. Röhm, der sich schon während seines Studiums mit Enzymen beschäftigt hatte, den in lebenden Zellen gebildeten organischen Verbindungen zur Steuerung des Stoffwechsels, erkannte die Möglichkeiten, diesen unhygienischen Prozeß durch ein neues Verfahren mit Hilfe solcher Enzyme zu ersetzen. Gemeinsam mit seinem Freund Otto Haas gründete er 1907 im schwäbischen Eßlingen die Firma Röhm & Haas. Und gemeinsam bewiesen die Geschäftspartner, daß Enzyme die bessere Alternative sind, um der Haut von Schaf, Rind und Schwein ans Leder zu gehen.

Daß Röhm dann später wieder in Darmstadt landete, hatte einen sehr pragmatischen Grund: Der florierende Laden in Eßlingen platzte bald aus allen (Leder)-Nähten. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für einen größeren Enzymbetrieb sahen sich Röhm & Haas auch im damaligen Zentrum der heimischen Lederindustrie um. Das war rund um den Frankfurter Vorort Offenbach. Da in der Frankfurter Gegend aber die Preise für Grund und Boden für das noch immer junge Unternehmen und die sparsamen Schwaben zu hoch waren, hielt man auch im benachbarten Darmstadt Ausschau. Dort ergab sich die Gelegenheit, eine in Konkurs gegangene Schreinerei mit viel leerstehender Hallenkapazität zu erwerben.

Keine schlechte Wahl! Schließlich lag Darmstadt günstig im Schnittpunkt einer Reihe namhafter Lederfabrikationen in u.a. Offenbach, Worms und Weinheim. Es gab dort chemische, pharmazeutische und Maschinenbau-Industrie. Darmstadt besaß aber auch als Residenzstadt des Großherzogs, als Garnisonsstadt und Hochburg geballten Beamtentums (wie noch immer!) eine Auswahl kultureller Einrichtungen von Niveau. Es war die Stadt des Jugendstils, der um die Jahrhundertwende in stilisierter, ornamentaler Blüte stand; es hatte eine recht bedeutende Künstlerkolonie, eine nicht minder bedeutende Technische Hochschule und jede Menge waldreicher Landschaft ringsherum. Auch einen gediegenen, bekömmlichen Wein, der (auch heute noch!) in sonnenreichen Lagen an den Hängen der Bergstraße reift.

Darmstadt war dem Unternehmer Röhm schließlich aus seiner früheren, wenn auch recht kurzen beruflichen Tätigkeit an diesem Ort bekannt. Am 1. April 1909 erwarb er die aus dem Konkurs herausgelösten Liegenschaften mit 5800 Quadratmetern und einschließlich Wohn- und Comtoirhaus. Zur damals noch außerhalb der eigentlichen bebauten Stadt liegenden Immobilie gehörten noch Fabrikationsgebäude, ein Kessel- sowie ein Maschinenhaus mit großem Schornstein und zwei dreigeschossige Lagerhäuser.

Der hohe Schornstein wurde später mal von den Neubesitzern mit einem von Röhm & Haas entwickelten Lack wunderschön silbern gestrichen. Darauf prangte dann in riesigen Lettern der Markenname des weltweit ersten enzymatischen Wäscheeinweichmittels Burnus, das Röhm 1914 entwickelte und auf den Markt brachte.

Doch trotz Jugendstil, Mathildenhöhe, dem Odenwald gleich hinter den Stadtmauern und Bergsträßer Spätlese: So richtig glücklich sind die Röhms in Darmstadt nicht. Seine Frau, die Röhm 1909 in Dresden heiratet, möchte viel lieber in Stuttgart wohnen. Und "daß mir Darmstadt besonders gefallen würde, könnte ich nicht gerade sagen ... " schreibt der hessische Neubürger Anfang 1910 an einen Freund. "Beinahe mit allen Behörden hier" hätte er schlimme Erfahrungen gemacht: "Überall Langweilerei etc. - Darmstadt ist, wo man es anrührt, ein Nest ...“ beklagt er sich gegenüber einem Kollegen.

Doch mit der neuen Fabrik in Darmstadt, mit den Enzymen und weiteren Aktivitäten stellt sich der geschäftliche Erfolg ein. Die Familie Röhm bewohnt im "Tintenviertel", einer in Darmstadt bevorzugten Wohngegend, ein schön gelegenes, geräumiges Haus. Sie haben mit einem "Adler" schon damals ein vornehmes Auto mit Fahrer. Nein wirklich, es geht ihnen nicht schlecht. Am 28. Juli 1910 wird die Tochter Marianne Elisabeth geboren, am 6. April 1912 der Sohn Otto Gustav Hermann Alfred, der später mal die Firma in Darmstadt übernehmen wird.

Entspannung findet der Patriarch, wenn er sich nicht gerade im Labor mit Acrylsäure und seinen "Gummiarbeiten" beschäftigt, bei der Jagd im nahen Odenwald. Oder an den Ufern des bayrischen Ammersees, wo sich die Röhms ein Haus mit Seeblick zugelegt haben. Hier nimmt sich Röhm die Zeit für die "schönen Seiten des Lebens", hier wird gefeiert und musiziert. Röhm selbst greift manchmal noch zur Mandoline. Er spielt aber auch Klavier. Hier an den Ammersee werden Freunde und Geschäftspartner eingeladen. Zu den Freunden gehört auch ein Karl Valentin (1882-1948), der eigentlich Valentin Ludwig Frey heißt. Ein begnadeter Komiker, über dessen, oft von beißender Ironie geprägten Scherze Otto Röhm lachen kann, bis ihm die Tränen kommen. Der bayrische Scherzbold unterhält auch Gastgeber und Gäste, als Tochter Marianne 1935 in Schorndorf am Ammersee in großem Stil mit einem gewissen Graf von Thun und Hohenstein Hochzeit feiert.

Vom Glück mit seinem Glas und dem Erfolg seines inzwischen zur Hüls-Gruppe gehörenden Unternehmens zeugen heute eine Vielzahl spektakulärer Anwendungen, wie z.B. das Dach des Münchner Olympiastadions, das 1972 in kühnem Schwung und aus endlos vielen PMMA-Schindeln über die Sportstätte gespannt wurde. Überdachungen von Wintergärten, Gewächshäusern, von Einkaufspassagen und Bahnhofshallen sind aus Acrylglas zu lichtdurchfluteter Materie geworden. Lichtreklamen, Lampen und dekorative Möbel werden aus diesem Werkstoff gefertigt, Rückleuchten für Fahrrad und Automobil, Haushaltswaren und komplette Treppen. Der Entertainer Udo Jürgens ließ sich daraus einen Flügel bauen. Und nicht zu vergessen: Fenster für die "fliegenden Kisten", wie die vom "Airbus 320" zwischen Frankfurt und Hamburg.

Röhm selbst ließ sich aus seinem "organischen Glas" Gläser für eine Brille anfertigen. Sie wurden Vorbild für künftige Generationen extrem leichter und bruchsicherer optischer Gläser, heute längst Standard in der Optikerzunft, auch als Kontaktlinse zu haben. Und als im Jahre 1937 auf der Weltausstellung in Paris die I. G. Farben den Grand Prix für die von ihr entwickelten Agfacolor-Filme kassierten, da wurde auch der von Röhm & Haas präsentierte neue Kunststoff "Plexiglas" mit dem Großen Preis und einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Zwei Jahre später, im Frühjahr 1939, verschlechterte sich Röhms Gesundheitszustand. Schon im Herbst 1937 hatte er einen leichten Schlaganfall, von dem er sich aber gut erholte. Nie richtig erholt hatte er sich dagegen vom Tod seiner Frau. Sie erkrankte zu Beginn des Jahres 1936 an der Gallenblase und starb kaum zwei Monate später. Danach - so berichten Angehörige - fühlte sich Röhm einsam; er war oft deprimiert. Die letzten Monate seines Lebens verbrachte er in seinem Haus am Ammersee. In Berlin starb er am 17. September 1939 im 64. Lebensjahr.



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