Fachartikel vom 07.05.2019

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Was von der Kapsel übrig bleibt

Getecha-Schneidmühlen zerkleinern Kaffeekapsel-Fehlteile aus dem Thermoforming

Michael Stöcker, freier Fachjournalist, Darmstadt, für Getecha GmbH

Verfahrensbedingt fallen beim schnell taktenden Thermoforming von Espresso-Cups aus mehrschichtigen Kunststofffolien größere Mengen von Fehlteilen an. Mit prozessintegrierten Systemlösungen aus Absaug- und Zerkleinerungstechnik sorgt der Anlagenbauer Getecha dafür, dass dieser Ausschuss direkt aus der Produktion ausgeleitet und kontinuierlich der Wiederverwertung zugeführt wird. Lesen Sie hier, wie das in der Praxis abläuft.

Bild 1: Technisches Herzstück der Kaffeekapsel-Zerkleinerungslinien von Getecha: Die Schneidmühlen der RotoSchneider-Baureihe RS 2400. Je nach Leistungsfähigkeit des Thermoformers und Anzahl der produzierten Kapseln ist dies eine RS 2404 mit Rotordrehzahl von bis zu 390 min-1 sein oder eine RS 2406 mit einer Rotordrehzahl von bis zu 500 min-1. (Alle Bilder: Getecha)
Bild 1: Technisches Herzstück der Kaffeekapsel-Zerkleinerungslinien von Getecha: Die Schneidmühlen der RotoSchneider-Baureihe RS 2400. Je nach Leistungsfähigkeit des Thermoformers und Anzahl der produzierten Kapseln ist dies eine RS 2404 mit Rotordrehzahl von bis zu 390 min-1 sein oder eine RS 2406 mit einer Rotordrehzahl von bis zu 500 min-1. (Alle Bilder: Getecha)
Von den etwa 1.200 Kaffeekapseln, die eine moderne Thermoforming-Maschine in 24 Zyklen pro Minute fertigt, bleibt verfahrensbedingt stets ein kleiner Prozentsatz in der Matrize hängen. Pro Zyklus sind das zwischen zwei und fünf Kapseln aus mehrschichtigem Kunststoff-Folienlaminat. Diese Fehlteile werden durch Kippen und Ausbürsten aus der Matrize getrieben, abgesaugt, zerkleinert und schließlich der Wiederverwertung oder Zwischenlagerung im Silo zugeführt. Damit diese Entsorgung prozessintegriert, kontinuierlich und ohne Beeinträchtigung der Produktion ablaufen kann, entwickelte Anlagenbauer Getecha eine komplette Systemlösung aus Absaugeinheit, Sammeltrichter, Schneidmühle und Rohrleitung. Sie wird derzeit in vierfacher Ausfertigung für einen großen Verpackungsmittel-Hersteller in den Niederlanden realisiert.

Effizient und wartungsfreundlich

Das technisches Herzstück dieser Kaffeekapsel-Aufbereitungslinien von Getecha sind die Zerkleinerungsmühlen aus der RotoSchneider-Baureihe RS 2400 des Aschaffenburger Unternehmens. Je nach Leistungsfähigkeit des Thermoformers und Anzahl der produzierten Kapseln – 50 oder 70 Cups pro Zyklus – kann dies eine RS 2404 mit einer serienmäßigen Rotordrehzahl von bis zu 390 min-1 sein oder aber eine RS 2406 mit einer kundenspezifisch angepassten Rotordrehzahl von bis zu 500 min-1. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um Scherenschnitt-Trichtermühlen für Stundendurchsätze von bis zu 220 kg/h, die oft auch als Zentralmühlen eingesetzt werden. Sie verfügen über einen hocheffizienten Segmentrotor mit optimaler Schnittkraftverteilung, ein überaus wartungsfreundliches Gehäusedesign (Werkzeuglose Siebentnahme, Gasdruckfeder-Öffnung des Trichters u.v.m.) und bieten viele Möglichkeiten der Individualisierung (Rotorvarianten, Verschleißschutz u.a.). Außerdem offeriert Getecha die Option, die Motorsteuerung der Mühlen mit seiner innovativen EnergySave-Funktion auszustatten. Ohne Einschränkungen der Leistung lässt sich damit der Energieverbrauch der Drehstromantriebe spürbar reduzieren.

Bei dem niederländischen Kaffeekapsel-Produzenten stehen die RotoSchneider-Mühlen auf aufgeständerten Plattformen über den Thermoformanlagen. Hier befinden sich auch die Absauganlagen GA 500-S von Getecha mit ihren Sauggebläsen, Zyklonen und Zellenradschleusen. Angesaugt wird das Mahlgut über eine etwa zehn Meter lange Rohrleitung, die vom Thermoformer nach oben in die zweite Ebene zum Einfülltrichter der Schneidmühle führt. Dem Trichter vorgeschaltet ist ein Zyklon, der die Fehlteile von der Förderluft trennt und über die Zellenradschleuse dem Mahlraum der Mühle zuführt. Die Erfassung der Fehlteile aus dem Thermoforming erfolgt wenige Sekunden nachdem die Fehlteile aus der Matrize auf ein Förderband gefallen sind und einem Sammeltrichter zugeführt wurden. Dieser Sammeltrichter – ebenfalls eine Komponente der Systemlösung von Getecha – ist auf Wunsch des Kunden so konzipiert, dass er über eine Klappe den problemlosen Zugriff auf die Fehlteile gestattet. So kann die Qualitätskontrolle das Geschehen jederzeit in Augenschein nehmen.

Entspannte Kontinuität

Bild 2: Für die prozessintegrierte und kontinuierliche Wiederaufbereitung von Espresso-Kapseln aus dem Thermoforming realisierte Anlagenbauer Getecha eine komplette Systemlösung aus Absaugeinheit, Sammeltrichter, Schneidmühle und Rohrleitung.
Bild 2: Für die prozessintegrierte und kontinuierliche Wiederaufbereitung von Espresso-Kapseln aus dem Thermoforming realisierte Anlagenbauer Getecha eine komplette Systemlösung aus Absaugeinheit, Sammeltrichter, Schneidmühle und Rohrleitung.
Selbst bei schwankenden Volumina oder Produktionsspitzen gewährleistet die Kaffeekapsel-Zerkleinerungslinie von Getecha eine ebenso gleichmäßige wie vollständige Erfassung der Fehlteile unmittelbar an der Thermoforming-Anlage. Für entspannte Kontinuität im Mahlgutstrom sorgen dabei nicht nur die lastabhängige Steuerung und die automatische Füllstandsmeldung der Schneidmühle, sondern auch die Möglichkeit der Materialpufferung im Mühlentrichter. Über eine Bypass-Rohrleitung zum Gebläse des Thermoformers lässt sich zudem die Luftmenge für die Absaugung des Mahlguts aus der Mühle zur Weiterverarbeitung regulieren. Auch das Anfahren der Thermoforming-Anlage ist dank der neuen Kaffeekapsel-Zerkleinerungslinie von Getecha eine entspannte Angelegenheit: Wo zuvor eine hektisches Hin und Her mit Behältern die Arbeitskraft von drei oder gar vier Personen band, reicht nun ein Druck auf den Startknopf, um die automatisierte Absaug- und Zerkleinerungsmaschinerie in Gang zu setzen. Und als Beitrag zur verbesserten Ergonomie am Arbeitsplatz erhielten sowohl die Schneidmühle als auch die Absauganlage eine zusätzliche Schalldämmung.

Die Realisierung der vier Entsorgungslinien für den niederländischen Kaffeekapsel-Hersteller ist ein anschauliches Fallbeispiel für das breit gefächerte Portfolio von Anlagenbauer Getecha. Es zeigt, dass das Unternehmen nicht nur in der Lage ist, seine RotoSchneider-Mühlen kundenspezifisch zu modifizieren und zu konfigurieren – etwa durch die Auswahl der Rotoren oder Antriebe – , sondern dass es auch ein großes Leistungsspektrum der Förder- und Materialflusstechnik, der Abluft- und Entstaubungstechnik, der Verpackungstechnik (z.B. Big-Bag-Systeme) und der Steuerungstechnik abdecken kann. Getecha versteht sich daher keineswegs nur als Hersteller von Zerkleinerungsmühlen, sondern positioniert sich im Bereich der Kunststoffverarbeitung als prozessorientierter Sondermaschinenbauer mit weitreichenden Engineering- und Entwicklungsqualitäten.

Über Getecha

Die Getecha GmbH wurde 1956 gegründet und hat ihren Stammsitz in Aschaffenburg. Das Familienunternehmen beschäftigt derzeit 65 Mitarbeiter, hat eine Niederlassung in den USA und erwirtschaftet einen Gesamtumsatz von etwa 8,5 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2018). Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Christine Rosenberger (Technik und Entwicklung) und Burkhard Vogel (Vertrieb und Marketing). Getecha entwickelt und produziert Kunststoff-Schneidmühlen für den dezentralen und zentralen Einsatz, innovative Angussentnahme-Systeme sowie komplette Automationslösungen für die Prozesse Zuführen, Einlegen, Entnehmen, Verpacken und Palettieren sowie Mahlgutförderung und BigBag-Befüllung.


Getecha GmbH

Am Gemeindegraben 13
63741 Aschaffenburg, Deutschland

Tel.:   +49 (0) 6021 8400-0
Fax:   +49 (0) 6021 8400-35

Internet: www.getecha.de


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