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19.07.2010 | Lesedauer: ca. 4 Minuten    

Der Getränkeabsatz stockt und Ruhe kehrt ein - Asiatischer PET-Preis um 120 US-Dollar pro Tonne gefallen

Der ganz große Run auf PET ist nun vorbei, heißt es seitens der PETplanet-Pulse-Gesprächspartner. Grund dafür ist das nass-kalte Wetter, das seit Wochen in fast ganz Europa vorherrscht. „Alle Lager sind voll – die Lager der Granulatproduzenten, der Converter und der Getränkeabfüller. Aus diesem Grund kehrt nun wieder Ruhe ein, denn die Panik, die in den vergangenen Wochen aufgrund der dramatisch knappen Verfügbarkeit von PET vorherrschte, hat sich dadurch gelegt“, brachte ein Informant die gegenwärtige Situation auf den Punkt.
Mit einer Belebung des Getränkeabsatzes bzw. mit einer Getränkehochsaison rechnen Abfüller im mittleren und nördlichen Teil Europas nach diesem nass-kalten Start nicht mehr. „Vereinzelt wird es wohl ein paar heiße Tage geben, doch keine richtige Hitzewelle, die den Getränkekonsum derart ankurbelt, dass noch einmal Versorgungsengpässe entstehen könnten“, merkt ein Getränkeabfüller an.

Europäischer PET-Preis entspannt sich
Nach monatelangem Aufwärtstrend hat sich der europäische PET-Preis aufgrund der eingangs erwähnten Situation entspannt: Zum Teil war von einem Roll-over die Rede, aber auch von einem Preisrückgang gegenüber Mai um 10 bis 20 Euro pro Tonne, d.h. der Preis liegt nun im Schnitt bei etwa 1330 Euro pro Tonne frei geliefert (tiefere Preise waren auch zu hören.)
Trotz der derzeitigen Marktsituation berichten europäische PET-Produzenten, dass ihre Produktionskapazitäten nach wie vor noch gut ausgelastet sind, u.a. hängt dies damit zusammen, dass asiatisches PET wegen der hohen Preise, die in den vergangenen Monaten notiert wurden, in Europa nicht konkurrenzfähig war und seit Monaten so gut wie kein PET aus Asien mehr auf dem europäischen Markt zu finden war.

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Bald wieder asiatische Ware in Europa verfügbar
Momentan sind die Preise in Asien jedoch drastisch gefallen – um, wie es heißt, 120 US-Dollar pro Tonne, sodass asiatisches PET derzeit für 1180 bis 1200 US-Dollar (FOB) verkauft wird. Bei der derzeitigen Preissituation ist damit zu rechnen, dass wieder vermehrt Ware in Fernost gekauft wird, sodass in der zweiten Juli-Hälfte die ersten Lieferungen verfügbar sein dürften.

MEG und Paraxylen günstiger als im Vormonat
Der Preis für Monoethylenglykol (MEG) ist weiter zurückgegangen: Aktuell kostet die Tonne 820 Euro (Mai 2010: 856 Euro pro Tonne; April 2010: 870 Euro pro Tonne; März 2010: 899 Euro pro Tonne; Februar 2010: 840 Euro pro Tonne; Januar 2010: 785 Euro pro Tonne; Dezember 2009: 660 Euro/Tonne; November: 632 Euro/Tonne; Oktober: 640 Euro/Tonne; September: 670 Euro/Tonne; Juli: 615 Euro/Tonne; Juni: 530 Euro/Tonne; Mai: 530 Euro/Tonne; April: 502 Euro/Tonne, März: 495 Euro/Tonne, Februar: 480 Euro/Tonne, Januar 2009: 460 Euro/Tonne).
Der Preis für Paraxylen ist ebenfalls zurückgegangen und zwar um 35 Euro pro Tonne, sodass das PET-Vorprodukt nun für 835 Euro pro Tonne verkauft wird (Mai 2010: 870 Euro pro Tonne; April 2010: 815 Euro pro Tonne; März 2010: 795 Euro Januar und Februar 2010: 800 Euro pro Tonne; Dezember 2009: 740 Euro pro Tonne; November: 680 Euro/Tonne; Oktober: 615 Euro/Tonne; September: 760 Euro/Tonne; August 800 Euro/Tonne; Juli: 760 Euro pro Tonne; Juni: 795 Euro/Tonne April: 705 Euro/Tonne, März: 695 Euro/Tonne, Februar: 610 Euro/Tonne, Januar 2009: 500 Euro/Tonne).
Der Preisrückgang sowohl bei MEG als auch bei Paraxylen läutet jedoch keine Trendwende ein, wie die Hersteller dieser beiden Vorprodukte betonen. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass sie sich auf diesem Niveau einpendeln werden bzw. nur geringfügig nach oben oder unten bewegen. MEG soll im Juli nochmals leicht zurückgehen, Paraxylen dagegen wieder geringfügig teurer werden. Eine Begründung für diese Prognose wurde allerdings nicht abgegeben.

Für Recycler wird es eng
Rezyklathersteller haben derzeit mit zwei Problemen zu kämpfen: Die Ballenpreise für gebrauchte Getränkeflaschen sind momentan sehr hoch, sodass der Rohstoff zur Produktion von Rezyklat teuer eingekauft werden muss und dementsprechend auch die Preise für Rezyklat auf einem hohen Niveau stagnieren bzw. weiter steigen müssen, damit noch Margen erzielt werden können. Im Gegenzug entspannen sich die Preise für Neuware bzw. gehen aufgrund der momentanen Wetter- und Nachfragesituation wahrscheinlich weiter zurück, sodass Rezyklat unter diesen Umständen in den nächsten Wochen kaum noch konkurrenzfähig sein dürfte.


Quelle: Newsletter „petplanet pulse“, www.petpla.net


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