| 12.01.2004 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Diskussion um das Pflichtpfand für Einweg-Getränkeverpackungen reißt nicht ab. Dabei hatte das Umweltministerium doch eine ganz einfache Lösung versprochen. In der Praxis scheint es aber nicht ganz so leicht zu sein. Viele Händler haben ihren eigenen Weg gefunden, um sich mit der Pfandmisere zu arrangieren. Vom Einwegpfand befreit sind nur Verpackungen, die als ökologisch vorteilhaft gelten. Deshalb gewinnt ihr Material auch für Getränkehersteller weiter an Bedeutung: Die Molkerei Alois Müller etwa ließ die Verpackung ihrer Milchmixgetränke genauer unter die Lupe nehmen, um die beste Variante – umweltfreundlich und wirtschaftlich zugleich – für ihre Produkte zu finden. Diese Aufgabe hat die BASF Aktiengesellschaft (www.basf.de) übernommen. Mit ihrer Ökoeffizienz-Analyse bietet sie auch externen Firmen ein geeignetes Werkzeug für schwierige Fragen an, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Denn eine solche Analyse betrachtet ein Produkt nicht isoliert, sondern im Rahmen seiner tatsächlichen Anwendung und im Vergleich zu weiteren Alternativen. So verglichen die Wissenschaftler der BASF den 500 Milliliter fassenden Kunststoffbecher von Müllermilch mit Verbundkartons und Mehrweg-Glasflaschen. Für den kompletten Lebenszyklus dieser Getränkeverpackungen wurden einerseits die Gesamtkosten errechnet und andererseits die Umweltauswirkungen erfasst. Im Falle der Studie für die Molkerei Alois Müller erwiesen sich die Kunststoffbecher aus Polystyrol oder Polypropylen als die ökoeffizienteste Alternative im Vergleich zu Mehrwegglas und Verbundkarton. Die Umweltbelastungen durch die drei betrachteten Verpackungsformen liegen recht nahe beieinander, wobei die Kunststoffbecher leichte ökologische Vorteile zeigen. So erweisen sie sich beispielsweise in der Kategorie Rohstoffverbrauch als vorteilhaft gegenüber beiden Alternativen und schlagen in der Kategorie Emissionen die Verbundkartons sowie in der Kategorie Landnutzung die Mehrweg-Glasflasche. Deutliche Unterschiede gibt es bei den Gesamtkosten, die aus Sicht des Abfüllers bilanziert wurden. Die mit Abstand höchsten Kosten verursachen die Mehrweg-Glasflaschen, den größten Kostenvorteil weisen die Kunststoffbecher auf. „Ein Mehrwegsystem macht umweltpolitisch nur dann Sinn, wenn es auch signifikante ökologische Vorteile gegenüber der Einwegverpackung hat“, betont Carl-Otto Gensch, Koordinator Bereich Produkte und Stoffströme im Öko-Institut in Freiburg (www.oekoinstitut.de). Sein Institut hat als unabhängiger Dritter den methodischen Ansatz der Studie geprüft und ein Kommentargutachten erstellt. Das Ergebnis dieser Ökoeffizienz-Analyse kann auch als ein Fingerzeig in Richtung Politik gesehen werden: Kunststoffbecher für Milchmixgetränke mit einem Zwangspfand zu belegen wäre nicht sinnvoll. Im Gegenteil – sie sollten als ökologisch vorteilhafte Verpackung klassifiziert werden. |
BASF Aktiengesellschaft, Ludwigshafen
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