| 18.12.2008 | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Projekte in der Wasserwirtschaft verzögern sich / Energieeffizienz soll steigen In Ungarn steigt die Produktion von Kunststofferzeugnissen für die Baubranche. Neue Kapazitäten entstehen für Wärmedämmstoffe. Große Projekte im Bereich der Wasserwirtschaft mit einem hohen Bedarf an Kunststoffprodukten haben sich verzögert. Sie sollen in den kommenden Jahren in reduziertem Umfang durchgeführt werden. Mehr Fördermittel für die Energieeffizienz von Gebäuden lassen voraussichtlich die Nachfrage nach PVC-Fenster und Wärmedämmstoffen zur Altbausanierung wachsen. In den kommenden Jahren stehen in Ungarn eine Reihe von Abwasserentsorgungsprojekten an, die mit EU-Hilfen realisiert werden. Im Bau ist bereits die Kläranlage Csepel für die Hauptstadt Budapest einschließlich Kanalisation für rund 430 Mrd. Ft. Die Entscheidung für eine zweite Großanlage in Süd-Buda steht noch aus; ihr Bau fällt aber wahrscheinlich Haushaltskürzungen zum Opfer. Für mittelgroße Städte wie Makó, Nyiregyháza, Békéscsaba, Nagykanizsa und Székesfehérvár und deren Einzugsgebiete können die Abwasserentsorgungsvorhaben bald in Brüssel zur Genehmigung eingereicht werden. Als neue Investoren treten jetzt auch kleinere Gemeinden in Erscheinung, die erst im Jahr 2015 die Abwasser-Richtlinie der EU erfüllen müssen. Kanalisationsprojekte stehen hier im Vordergrund. Bei der Abwasserklärung in Ungarn wird in rund 80% der Fälle eine regionale Lösung gesucht. Bis zum Jahr 2015 sind insgesamt rund 20.000 km Kanalisation zu verlegen; davon entfallen 13.000 km auf den so genannten Hauptkanal; der Rest auf Anschlusskanäle, für die es keine EU-Zuschüsse gibt. In der Landwirtschaft werden EU-ELER-Mittel ab 2008 vor allem für Projekte im Obst- und Gemüse-Anbau genutzt. Auch hier ist der Bedarf an Kunststoffprodukten groß, unter anderem für Bewässerungs- und Treibhausprojekte. Das Erdgasnetz ist in Ungarn bereits stark ausgebaut. Mit weiteren Investitionen in seine Expansion ist nicht zu rechnen. Angelaufen sind aber Bemühungen, eine stärkere Vernetzung mit den Erdgassystemen der Nachbarländer zu erreichen. Fensterhersteller verwenden weniger PVC Bei Fenstern war 2007 in Ungarn wieder mehr Holz gefragt auf Kosten von PVC. Auch Werkstoffkombinationen konnten zulegen. Letztere sind aber mit einem Anteil an der Fensterproduktion von 2% noch selten. Der Markt für Fenster und Türen leidet unter der schwachen Konjunktur im Wohnungsbau. Altbaumodernisierungen stehen voraussichtlich aber vor einer Belebung. In Plattenbauten ist bislang der Austausch von Fenstern und Türen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Bewohner entscheiden sich durchweg für preiswerte PVC-Lösungen. Nach einer Aufstockung der Mittel für Energieeffizienzmaßnahmen in Altbauten und einer Umstellung der Programme, versprechen nun mehr Modernisierungsaktivitäten in Gang zu kommen. 2008 sind 1,8 Mrd. Ft. für rund 5.300 Modernisierungsvorhaben bewilligt worden gegenüber 3.500 Vorhaben für 800 Mio. Ft. im Vorjahr. Damit steht nicht nur eine Belebung der Nachfrage nach PVC-Fenstern und - Türen zur Altbausanierung an, sondern auch für Produkte der Wärmedämmung. Gefragt werden in Ungarn vor allem einfache und preiswerte Lösungen. Auch der Energiepass, der ab Anfang 2009 für alle neuen Gebäude in Ungarn zur Pflicht wird, dürfte dazu führen, dass im Wohnungsneubau stärker in die Wärmedämmung investiert wird. Ab 2012 müssen dann auch vor 1994 errichtete Gebäude ihre Energieeffizienz nachweisen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Nachbesserung vorschlagen. Ausbau von Breitbandnetzen schreitet voran Magyar Telecom (im Eigentum der Deutschen Telekom) hat im September 2008 Pläne bekanntgegeben, wonach sie bis 2013 rund 40 Mrd. Ft. (etwa 160 Mio. Euro) in den Ausbau des Glasfasernetzes investieren wird. Die Netzerweiterung soll den Anschluss von 780.000 Wohnungen ermöglichen; zusätzlich sollen 380.000 Haushalte durch die Modernisierung des Hybrid-Glasfaser/Koaxialnetzes erreicht werden. Kunststoffverarbeiter investieren Die ungarische Produktion von Kunststoffprodukten für die Baubranche stieg 2007 der Menge nach um 2,6% auf 344.000 t. Für Kunststoffschäume und Profile lag die Erhöhung im zweistelligen Bereich. Ansonsten legte 2007 nur noch die Produktion von Bodenbelägen volumenmäßig um mehr als 5% zu. Zu der wachsenden Nachfrage trägt auch eine Substitution von Importen bei. Anfang 2008 hatte BTH Fitting, die BT Bautechnik Impex aus Deutschland gehört, eine größere Kapazitätserweiterung für Rohrzubehörteile in Vadna (Ungarn) eröffnet. BTH liefert vor allem Kunststoffformteile für den Bedarf der Abwasserentsorgung. In Szekszárd errichtete Austrotherm aus Österreich einen neuen Betrieb für PE-Schaumstofffolien. Die volle Kapazitätsauslastung der Anlage wird voraussichtlich aber erst 2010 erreicht. Die ungarische Masterplast baute für knapp 5 Mrd. Ft. in Subotica (Serbien) einen neuen Betrieb für Styropor mit einer jährlichen Kapazität von 500.000 cbm. Die Produktion soll den rasch wachsenden Bedarf in Kroatien, Slowenien und Rumänien decken. Beim ungarischen Hersteller von Fußböden, Graboplast, steht Ende 2008 ein Investitionsvorhaben kurz vor seinem Abschluss. Mit 2,5 Mrd. Ft. werden in Györ die Kapazitäten für Spezialfußböden (für Sporthallen, Krankenhäuser, Kfz) ausgebaut. Der Standort Györ soll bis zum Jahr 2010 zum größten der Unternehmensgruppe avancieren. In Kecskemét produziert Graboplast Parkett-Fußböden und in Tatabánya PVC-Fußböden. Über 90% der Produktion werden exportiert. Weiterführende Informationen |
bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln
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