| 06.01.2009 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die europäische Kunststoffindustrie ist technologisch weltweit führend. Dennoch steht sie aufgrund langer Entwicklungszeiten und hoher Kosten in zunehmendem Wettbewerb zu außereuropäischen Konkurrenten. Einer der Erfolgsfaktoren im Wettbewerb mit Niedriglohnländern besteht darin, Teile mit hoher Funktionsintegration schnell und kostengünstig zu produzieren. Hier setzt das Projekt Pro4Plast (www.pro4plast.net) an. Es hat zum Ziel, die Kosten für komplexe Kunststoffbauteile in der Konzeptions- und Entwicklungsphase deutlich zu senken. Mithilfe eines systematischen Ansatzes wird eine Verringerung der Entwicklungszeit von der Idee bis zum Erreichen des serienreifen Prozesses von bis zu 50 Prozent angestrebt. Gleichzeitig soll mit der Reduzierung der Kosten um etwa 30 Prozent der neue Entwicklungsprozess auch wirtschaftlich interessant werden. Hierzu werden insbesondere die folgenden Bereiche weiterentwickelt: • Der Produktentwicklungsprozess wird durch ein Software-Tool unterstützt, das einen systematischen Ansatz bei der Bauteilentwicklung sicherstellt. Somit wird der Entwicklungsprozess selbst verbessert, wodurch auch eine hohe Qualität der entwickelten Produkte erreicht wird. Zudem ist die Software zur Dokumentation der Produktentwicklung geeignet. • Die bestehende Prozesssimulationssoftware Cadmould der Firma Simcon kunststofftechnische Software GmbH, Würselen, wird zur Auslegung von Bauteilen mit integrierten Einlegeteilen weiterentwickelt. • Um die Ergebnisse des Projekts für KMU nutzbar zu machen, werden umfangreiche Unterlagen zur Schulung entwickelt. • Ein System zur Zertifizierung des Pro4Plast-Entwicklungsansatzes gibt dem Anwender die Möglichkeit, seine Kompetenz gegenüber seinen Kunden darzustellen. Als Nachweis für den Nutzen des Produktentwicklungsleitsystems werden innerhalb des Projekts Fallstudien durchgeführt. Dabei werden Bauteile in enger Zusammenarbeit zwischen Kunden und Zulieferer entwickelt, so dass der direkte Vorteil der Anwendung der Projektergebnisse aufgezeigt werden kann. Das Gemeinschaftsprojekt Pro4Plast wird am Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV, www.ikv-aachen.de) in Aachen zusammen mit verschiedenen Institutionen und Unternehmen aus neun europäischen Ländern bearbeitet. Gefördert wird es von der EU innerhalb des Programms "Collective Research". Dieses Programm unterstützt Maßnahmen zur Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die zwar über ein Innovationspotenzial, aber nur über begrenzte Forschungskapazitäten verfügen. Kontakt: Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) Bernhard Helbich Tel. +49 241 80-28358 helbich@ikv.rwth-aachen.de Bild: Prozesssimulation zur Berechnung von Bauteilen mit Einlegeteilen (Bild: Simcon kunststofftechnische Software GmbH, Würselen) |
Institut für Kunststoffverarbeitung, Aachen
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